Ob und welche Auswirkungen der Faire
Handel auf ländliche Entwicklung und Armutsreduktion in den Ländern des Südens
hat, ist Gegenstand zahlreicher Diskussionen und Untersuchungen. Haben die
Bauern wirklich mehr Geld in der Tasche? Profitiert auch die ländliche Entwicklung
der jeweiligen Region von dem Geldfluss? Und haben sich die Arbeitsbedingungen
von Plantagenarbeiter durch den Fairen Handel wirklich verbessert? Das konnte bislang nicht eindeutig nachgewiesen werden.
Fairtrade-Wirkungsstudie untersucht vor Ort

Gute Ergebnisse mit Einschränkungen

Entwicklungsschub für einzelne Regionen
Auch was die Organisation in
ländlichen Gebieten (z.B: Mitwirkung an Entwicklungsprojekten), die lokale und
nationale Entwicklung (messbare Ergebnisse nur bei Kaffee und Bananen), der
Umgang mit natürlichen Ressourcen (Fairtrade fördert eine nachhaltige
Produktionsweise) betrifft, konnten die Ergebnisse der Studie überwiegend überzeugen.
Im Idealfall kann der Faire Handel laut Studie über individuelle Vorteile hinaus sogar „einen Entwicklungsschub
für eine ganze Region auslösen“.
Einige kritische Anmerkungen
Es ist schade, dass die „Executive
Summary“ der Studie nicht 1:1 übersetzt wurde. Die deutsche Zusammenfassung ist
beinahe wie eine Zusammenfassung der englischen Zusammenfassung und kommt etwas
zu positiv rüber, da einige Kritikpunkte ausgeblendet werden. Diese
Kritikpunkte werden in der englischen Version genauer erläutert, was das
Verständnis der jeweiligen Situation erleichtert. Wer wie Fairtrade Transparenz
propagiert, sollte sie auch exemplarisch umsetzen, auch wenn man sich dann gelegentlich
unangenehmen Fragen stellen muss. Das versucht Fairtrade leider immer wieder
mal zu vermeiden.
Deutsche
Zusammenfassung der Studie: http://www.fairtrade-deutschland.de/fileadmin/user_upload/ueber_fairtrade/fairtrade_wirkt/Impact_Study_2012_Zusammenfassung_der_Ergebnisse.pdf