Dienstag, 21. April 2026

Agrar-Lieferketten: Die Macht der Konzerne wächst ungebremst

Eine Studie von Rebalance Now und Misereor zeigt eine starke Konzentration im Lebensmittelsektor: Von Saatgut über Verarbeitung bis zum Handel dominieren wenige Konzerne. In Deutschland kontrollieren Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz Gruppe über 87 Prozent des Marktes. Das schwächt die Verhandlungsmacht von Landwirten und Verbrauchern und erhöht den Preisdruck. Fusionen und Übernahmen – etwa der Rückzug von Migros und die geplante Übernahme von tegut-Filialen durch Edeka – verschärfen die Entwicklung. Die Folgen sind höhere Preise, sinkende Erzeugereinkommen und wachsende Macht großer Konzerne. Die Studie fordert daher ein strengeres Kartellrecht, um Konzentration zu begrenzen und fairere Marktbedingungen zu schaffen.

Quelle: Rebalance Now; Zusammenfassung Frank Herrmann

Dienstag, 14. April 2026

2026: Internationales Jahr der Bäuerinnen

Die Vereinten Nationen haben 2026 zum Internationalen Jahr der Bäuerinnen erklärt, um die oft unsichtbare und ungleich anerkannte Arbeit von Frauen in der Landwirtschaft hervorzuheben. Trotz ihrer zentralen Rolle fehlt es vielerorts an Gleichberechtigung, weshalb Maßnahmen wie bessere soziale Absicherung, Lohn- gerechtigkeit, politische Teilhabe und die faire Verteilung von Care-Arbeit gefordert werden. Die Weltgesundheitsorganisation FAO weist zudem darauf hin, dass das Schließen des Gender-Gaps bei Produktivität und Löhnen im Agrar- und Ernährungssystem das weltweite Wirtschaftswachstum um eine Billion US-Dollar steigern, den Hunger von 45 Millionen Menschen lindern und die Widerstandsfähigkeit von Hunderten Millionen Familien stärken könnte.
In der Solidarischen Landwirtschaft bieten sich gute Möglichkeiten, diese Ziele umzusetzen, da sie auf Kooperation und Gemeinschaft basiert. Frauen können hier stärker in Entscheidungsprozesse eingebunden, fair entlohnt und in ihrer Arbeit sichtbarer gemacht werden. Gleichzeitig tragen sie bereits heute maßgeblich zum Funktionieren von Solawis bei – ob auf dem Feld, in Organisation und Verwaltung oder durch umfangreiches ehrenamtliches Engagement.

Text und Bild: Frank Herrmann