Montag, 30. März 2026

Gärtnern ohne Torf

Torf entsteht in Mooren aus nicht vollständig zersetzter Pflanzenmasse. Moorböden sind extrem kohlenstoffreich: Obwohl sie nur etwa drei Prozent der Landfläche bedecken, speichern sie mehr als doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder zusammen und sind damit die wichtigsten Kohlenstoffspeicher der Erde. In Deutschland waren ursprünglich rund fünf Prozent der Fläche Moore (ca. 1,8 Mio. ha). Durch Entwässerung für Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Infrastruktur und Torfabbau sind heute etwa 95 Prozent der Moore geschädigt. Dadurch gingen viele Lebensräume verloren. Durch Wiedervernässung können Moorflächen jedoch teilweise wieder renaturiert werden.

Ersatz für Torf

Torf kann durch Materialien wie Holzfasern, Kompost, Rindenhumus und Kokosprodukte ersetzt werden, die bereits oft in Pflanzsubstraten enthalten sind und den Torfanteil reduzieren. Künftig könnten auch landwirtschaftliche Reststoffe und Paludikultur-Pflanzen wie Torfmoose genutzt werden. Studien zeigen zudem, dass Pflanzen bei richtiger Mischung sowie angepasster Pflege auch in torffreien Substraten genauso gut wachsen können wie in torfhaltigen.

Darauf sollte man achten

Torffreie Erden sind inzwischen weit verbreitet und in vielen Varianten für unterschiedliche Anwendungen erhältlich. Wichtig ist eine klare Kennzeichnung: Nur Produkte mit „torffrei“ oder „ohne Torf“ enthalten keinen Torf, während torfreduzierte Erden noch große Mengen enthalten können. Im Zweifel lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe, da torffreie Substrate stattdessen aus Materialien wie Kompost, Holzfasern, Rindenhumus oder Kokos bestehen.

Quelle: Zusammenfassung und Foto: Frank Herrmann

Hier geht es zur Produktdatenbank für torffreie Erden

 

Freitag, 20. März 2026

Problematischer Kaffee-Genuss

Die neue Studie der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und Coffee Watch zeigt, dass der deutsche Kaffeekonsum weiterhin mit negativen Auswirkungen wie Waldzerstörung, dem Einsatz von giftigen Pestiziden und Arbeitsrechtsverletzungen verbunden ist. Untersucht wurde die Umsetzung von Sorgfaltspflichten in den Kaffee-Lieferketten von 21 deutschen Unternehmen. Besonders große Mängel wurden bei der Erfassung von Anbauflächen und dem Monitoring von Agrochemikalien festgestellt. Die Unternehmen J.J. Darboven, Bela und Dallmayr schneiden dabei am schlechtesten ab. Es gibt jedoch auch positive Entwicklungen: Einige Firmen, wie Alnatura, JDE Peet’s, Seeberger und Tchibo, investieren in eine transparentere Beschaffung und versuchen, Risiken für Mensch und Natur zu minimieren. Diese Fortschritte könnten jedoch gefährdet sein, da wichtige Gesetze wie die EU-Entwaldungsverordnung und das deutsche Lieferkettengesetz möglicherweise abgeschwächt oder verzögert werden.

Quelle: DUH, Zusammenfassung: Frank Herrmann; Bild unten: Frank Herrmann