Dienstag, 14. Juli 2026

Menschenrechte, Klimaschutz und ökonomischer Erfolg

Der Faire Handel in Deutschland wächst weiter: 2025 erreichte der Umsatz mit fair gehandelten Produkten einen neuen Höchstwert von 2,7 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Plus von 4,7 Prozent.  “Die Einhaltung von Menschenrechten, Klimaschutz und ökonomischer Erfolg stehen nicht im Widerspruch. Das zeigt der Faire Handel, der 2025 weiter gewachsen ist”, erklärte Matthias Fiedler, Geschäftsführer des Forum Fairer Handel (FFH) bei der Jahrespressekonferenz. “Viele Verbraucher*innen entscheiden sich – etwa beim Einkauf von Kaffee oder Schokolade – bewusst für die faire Alternative.” Das belegen auch höhere Absätze bei vielen Produkten aus Fairem Handel. Besonders positiv entwickelten sich die Weltläden im zurückliegenden Jahr: Der anhaltenden Kaufzurückhaltung im stationären Einzelhandel zum Trotz konnten sie ihre Umsätze um 10 Prozent steigern. ”Weltläden sind das Rückgrat des Fairen Handels", so Fiedler. “Sie verkaufen nicht nur faire Produkte, sondern machen globale Zusammenhänge sichtbar und halten das Engagement für globale Gerechtigkeit vor Ort lebendig.”

“Ein Blick über die Landesgrenzen zeigt, dass Fairer Handel gesellschaftlich noch stärker verankert werden kann, wenn Politik, Handel und Zivilgesellschaft die richtigen Rahmenbedingungen schaffen”, sagte Matthias Fiedler. Während die Verbraucher*innen hierzulande 2025 durchschnittlich 33 Euro pro Kopf für faire Produkte ausgaben, waren es in der Schweiz rund 129 Euro allein für Fairtrade-gesiegelte Produkte. In Österreich lag der Wert bei 88 Euro, in Frankreich bei rund 47 Euro. “Die wirtschaftliche Entwicklung des Fairen Handels stimmt uns optimistisch, doch unsere politische Bilanz fällt kritischer aus”, erklärt FFH-Vorstandsvorsitzende Andrea Fütterer, anlässlich der Jahrespressekonferenz. “Denn faire Handelsbeziehungen und der Schutz von Umwelt- und Menschenrechten geraten in Deutschland und der EU zunehmend unter Druck, während die Machtkonzentration in vielen Lieferketten auf Kosten der Produzierenden wächst.”

Quelle: FFH