Mittwoch, 26. August 2026

Europas Konzernelite - Ungleichheit als Geschäftsmodell

Der neue Oxfam-Bericht „People, Power, Profits, Planet“ zeigt, wie die 100 umsatzstärksten europäischen Konzerne zur Verschärfung sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Ungleichheit beitragen. Zwischen 2022 und 2024 flossen im Durchschnitt mehr als zwei Drittel der Gewinne an die Aktionärinnen und Aktionäre. 2024 schüttete fast die Hälfte der Unternehmen 32-mal mehr an Dividenden aus, als sie in den ökologischen Wandel investierte. Einige Unternehmen zahlten sogar Dividenden, obwohl sie Verluste machten. Die 100 Konzerne verursachten 2024 rund 26 Prozent der weltweiten CO-Emissionen. Gleichzeitig verdienten ihre CEOs im Durchschnitt das 78-Fache des durchschnittlichen Beschäftigteneinkommens. Auch beim Gender Pay Gap bestehen deutliche Unterschiede: In den deutschen Unternehmen lag er mit rund 16 Prozent über dem europäischen Durchschnitt von 11 Prozent. Zudem veröffentlichte nur eine Minderheit der Konzerne Angaben zu Lobbyausgaben oder Parteispenden. Oxfam sieht darin Ausdruck einer zunehmenden Konzentration wirtschaftlicher und politischer Macht. Während hohe Dividenden und Spitzengehälter vor allem den Vermögenden zugutekommen, bleiben Investitionen in den ökologischen Wandel zurück. Oxfam fordert deshalb unter anderem eine Begrenzung von CEO-Gehältern, eine dauerhafte Übergewinnsteuer, eine stärkere Regulierung des Lobbyismus sowie verbindlichere soziale und ökologische Unternehmensstandards.

Quelle: Oxfam; Zusammenfassung Frank Herrmann

 

Sonntag, 16. August 2026

Aktion "Landwirtschaft braucht Fairness"

Die weltweite Landwirtschaft steht zunehmend unter wirtschaftlichem Druck. Millionen kleinbäuerliche Kaffee- und Baumwollproduzent*innen verdienen nur wenige US-Dollar am Tag, weil die Erlöse für ihre Produkte häufig nicht ausreichen, um Produktionskosten, Arbeitskräfte und notwendige Investitionen zu finanzieren. Auch in der EU ist die Situation angespannt: Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ist zwischen 2005 und 2023 von 14,4 Millionen auf 8,8 Millionen zurückgegangen, wobei neben fehlender Nachfolge und steigenden Investitionskosten auch zu niedrige Erzeugerpreise eine Rolle spielen. Gleichzeitig steigen die Ausgaben für Energie und Betriebsmittel, während Klimaveränderungen die Ernten beeinträchtigen. Faire und verlässliche Preise könnten landwirtschaftlichen Betrieben ermöglichen, in moderne Technik, Bodenschutz und Klimaanpassung zu investieren und zugleich höhere Umwelt-, Tierwohl- und Sozialstandards zu erfüllen. Fairtrade Deutschland und 13 Mitinitiatoren, wie Oxfam Deutschland e.V., Bischöfliches Hilfswerk Misereor e.V. und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V., fordern deshalb mit dem Appell "Landwirtschaft braucht Fairness", den Einkauf landwirtschaftlicher Produkte unterhalb der Produktionskosten als unlautere Handelspraktik zu verbieten. Die bestehende europäische UTP-Richtlinie schützt zwar bereits vor bestimmten unfairen Geschäftspraktiken, weist bei den Erzeugerpreisen jedoch eine wichtige Lücke auf. Aus Sicht der Initiatoren sind faire Preise eine zentrale Voraussetzung für eine zukunftsfähige Landwirtschaft in Europa und weltweit.

Quelle: Fairtrade; Zusammenfassung Frank Herrmann