Dienstag, 12. Mai 2026

Umsatz von Fairtrade über 3 Milliarden

Trotz Konsumflaute greifen Verbraucher weiter zu Kaffee, Kakao und Bananen mit Fairtrade-Siegel – nachhaltiger Konsum entwickelt sich zunehmend zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. Der Umsatz mit Fairtrade-Produkten in Deutschland überschritt 2025 erstmals die Marke von 3 Milliarden Euro. Insgesamt stieg er um knapp 9 Prozent auf rund 3,14 Milliarden Euro, so der Fairtrade Jahres- und Wirkungsbericht 2025/26. Pro Kopf gaben Verbraucher durchschnittlich etwa 38 Euro für fair gehandelte Produkte aus. Besonders gefragt bleiben Kaffee, Kakao und Bananen. Fair gehandelter Kaffee erzielte dabei erneut mehr als 1 Milliarde Euro Umsatz und bleibt das wichtigste Fairtrade-Produkt auf dem deutschen Markt. Die Entwicklung zeigt, dass Nachhaltigkeit und transparente Lieferketten für viele Verbraucher immer wichtiger werden – gerade in Zeiten steigender Rohstoffpreise und globaler Krisen. Gleichzeitig profitieren Produzenten in Afrika, Asien und Lateinamerika: Über Fairtrade-Prämien flossen zuletzt rund 42 Millionen Euro in Projekte für Bildung, Infrastruktur und nachhaltigere Produktion.

Text und Foto: Frank Herrmann; Grafiken: Fairtrade

 



 

 


 

Dienstag, 5. Mai 2026

Gewerkschaftsrechte weltweit: schwere Zeiten für Arbeitnehmende

Arbeits- und Gewerkschaftsrechte geraten weltweit zunehmend unter Druck – auch in Deutschland. Anlass sind der 1. Mai und der Jahrestag der Zerschlagung freier Gewerkschaften 1933, die als Mahnung für die Bedeutung von Arbeitnehmerrechten und Demokratie dienen. Beispiele aus globalen Lieferketten verdeutlichen das Problem laut SÜDWIND-Institut: In Bangladesch werden Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter eingeschüchtert, in Sri Lanka schließen Unternehmen gezielt gewerkschaftlich organisierte Fabriken und verlagern die Produktion in gewerkschaftsfreie Betriebe. Auch deutsche Unternehmen sind in solche Strukturen eingebunden. Auch in Deutschland sinkt die Tarifbindung deutlich: Nur noch 20 Prozent der Betriebe sind tarifgebunden, und Mitbestimmung nimmt ab. Gleichzeitig werden Betriebsratsgründungen teils aktiv behindert. Aber: Starke Gewerkschaften und organisierte Beschäftigte sind entscheidend, um Arbeitnehmerrechte und demokratische Strukturen zu sichern.

Quelle: Südwind-Institut, Zusammenfassung und Foto: Frank Herrmann