Mittwoch, 28. Januar 2026

Neuauflage: Wegweiser durch das Label-Labyrinth

Ein von der Christlichen Initiative Romero (CIR) veröffentlichter „Labelguide“ untersucht 70 Nachhaltigkeitslabels, 35 Eigenmarken und 14 Unternehmen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Die meisten Labels erfüllen nicht die internationalen Qualitätsstandards für unabhängige Zertifizierung (ISO 17065) und verfügen über unzureichende Kontrollmechanismen. Grund dafür ist die hohe Komplexität globaler Lieferketten, die Transparenz über Produktionsbedingungen erschwert, während zugleich der Wunsch nach verantwortungsvollem Konsum wächst. Nachhaltigkeitslabels sollen Orientierung geben, können dieses Versprechen jedoch oft nicht einlösen. Besonders kritisch bewertet der Labelguide die sogenannten Audits, also die Kontrollen der Produktionsbedingungen. Diese werden häufig von Unternehmen selbst oder von Geschäftspartnern durchgeführt und gelten daher als wenig vertrauenswürdig. Am zuverlässigsten sind unabhängige, ISO-17065-zertifizierte Prüfstellen. Insgesamt zeigt die Studie: Während es bei ökologischen Kriterien Fortschritte gibt, bestehen große Defizite bei sozialen Standards und bei der Transparenz vieler Nachhaltigkeitslabels.

Quelle: eigene Zusammenfassung

Donnerstag, 22. Januar 2026

Weltwirtschaftsforum Davos: Wann kommt die Milliardärssteuer?

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos treffen sich die reichsten und mächtigsten Menschen der Welt. Anreise: oft im Privatjet. Greenpeace fordert eine Milliardärssteuer zur Finanzierung von Klimaschutz und weniger Privatflüge. 

Während beim Weltwirtschaftsforum in Davos offiziell über Weltwirtschaft und Klimaschutz gesprochen wird, reisen viele der reichsten Teilnehmenden weiterhin mit Privatjets an – dem klimaschädlichsten Verkehrsmittel überhaupt. Die reichsten ein Prozent der Weltbevölkerung verursachen mehr Emissionen als zwei Drittel der Menschheit. Eine aktuelle Auswertung von Flugdaten zeigt, dass die Zahl der zusätzlichen Privatjetflüge rund um das Treffen 2025 weiter gestiegen ist, obwohl die Zahl der Teilnehmenden nahezu gleichblieb. Dabei könnten viele dieser Reisen auch klimafreundlich per Bahn erfolgen. Der exzessive Lebensstil Superreicher, ihre Investitionen und ihr politischer Einfluss verschärfen die Klimakrise, die sich bereits in extremen Wetterereignissen bemerkbar macht. Gleichzeitig fehlt es nicht an Geld zur Finanzierung von Klimaschutz. Konzepte für eine Milliardärssteuer zeigen, dass erhebliche Mittel mobilisiert und zugleich Anreize für grüne Investitionen geschaffen werden könnten. Weltweit wächst daher der Druck, extrem hohe Vermögen fair zu besteuern und Superreiche nicht nur symbolisch, sondern verursachergerecht an den Kosten der Klimakrise zu beteiligen.

Quelle: Greenpeace

Greenpeace Online-Aktion„Milliardäre besteuern, Klima retten“