Dienstag, 7. Juli 2026

Bundeskartellamt soll weitere Machtkonzentration von Supermarktketten verhindern

Das Bundeskartellamt prüft derzeit die geplante Übernahme von Teilen der Tegut-Gruppe durch Edeka und Rewe. Das Forum Fairer Handel, Oxfam Deutschland und Rebalance Now fordern in einer Stellungnahme, die Übernahme zu untersagen. Die Organisationen warnen, dass Tegut als wichtiger Absatzkanal für Bio- und Regionalprodukte wegfallen würde. Dies würde die Vermarktungsmöglichkeiten vieler kleiner und mittelständischer Bio-Erzeugerinnen verschlechtern und zugleich die Auswahl für Verbraucherinnen und Verbraucher einschränken.
Zudem würde die Übernahme die Marktkonzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel weiter verstärken. Die vier größten Handelsgruppen – Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) – kontrollieren bereits rund 88 Prozent des Marktes und verfügen über erhebliche Verhandlungsmacht gegenüber Lieferanten. Die Übernahme weiterer Tegut-Filialen würde diese Macht weiter ausbauen und den Preisdruck auf Hersteller erhöhen.
Nach Ansicht der Organisationen zeigt der Rückzug von Migros mit Tegut außerdem, dass der deutsche Lebensmittelhandel für neue Wettbewerber kaum noch zugänglich ist. Sie fordern deshalb, dass das Bundeskartellamt eine kollektive Marktbeherrschung der vier größten Handelsgruppen feststellt und den Sektor umfassend untersucht – insbesondere mit Blick auf Vertikalisierung sowie Beteiligungen und Partnerschaften. Eine Entscheidung des Bundeskartellamts wird für August oder September erwartet.

Quelle: Forum Fairer Handel; Zusammenfassung: Frank Herrmann