Dienstag, 19. Mai 2026

Beschwerde gegen Zementhersteller Heidelberg Materials

Gemeinsam mit zehn Betroffenen haben die Menschenrechtsorganisationen FIAN, Misereor, Watch Indonesia und Inclusive Development International beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Beschwerde gegen Heidelberg Materials eingereicht. Anlass sind mögliche Verstöße gegen Menschenrechte und das Lieferkettengesetz im Zusammenhang mit einem geplanten Zementprojekt im Kendeng-Gebirge auf Java. Die Betroffenen warnen vor schweren Folgen für Wasserversorgung, Landwirtschaft und Lebensgrundlagen in der Region. Seit mehr als zehn Jahren gibt es Proteste gegen das Vorhaben. Die Organisationen werfen Heidelberg Materials vor, trotz bekannter Risiken an den Plänen für Kalksteinmine und Zementwerk festzuhalten. Studien weisen laut den Beschwerdeführenden auf erhebliche ökologische Schäden hin. FIAN fordert deshalb einen Projektstopp und ein Eingreifen des BAFA. Zugleich kritisieren FIAN und Misereor die geplante Abschwächung des deutschen Lieferkettengesetzes. Die geplante Reform würde Sanktionen reduzieren und damit den Schutz von Betroffenen deutlich schwächen. Beide Organisationen fordern stattdessen eine konsequente Umsetzung des Gesetzes sowie eine ambitionierte Umsetzung der EU-Lieferkettenrichtlinie.

Quelle: Misereor; Zusammenfassung Frank Herrmann; Foto: end-cement

 

Dienstag, 12. Mai 2026

Umsatz von Fairtrade über 3 Milliarden

Trotz Konsumflaute greifen Verbraucher weiter zu Kaffee, Kakao und Bananen mit Fairtrade-Siegel – nachhaltiger Konsum entwickelt sich zunehmend zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. Der Umsatz mit Fairtrade-Produkten in Deutschland überschritt 2025 erstmals die Marke von 3 Milliarden Euro. Insgesamt stieg er um knapp 9 Prozent auf rund 3,14 Milliarden Euro, so der Fairtrade Jahres- und Wirkungsbericht 2025/26. Pro Kopf gaben Verbraucher durchschnittlich etwa 38 Euro für fair gehandelte Produkte aus. Besonders gefragt bleiben Kaffee, Kakao und Bananen. Fair gehandelter Kaffee erzielte dabei erneut mehr als 1 Milliarde Euro Umsatz und bleibt das wichtigste Fairtrade-Produkt auf dem deutschen Markt. Die Entwicklung zeigt, dass Nachhaltigkeit und transparente Lieferketten für viele Verbraucher immer wichtiger werden – gerade in Zeiten steigender Rohstoffpreise und globaler Krisen. Gleichzeitig profitieren Produzenten in Afrika, Asien und Lateinamerika: Über Fairtrade-Prämien flossen zuletzt rund 42 Millionen Euro in Projekte für Bildung, Infrastruktur und nachhaltigere Produktion.

Text und Foto: Frank Herrmann; Grafiken: Fairtrade