Freitag, 7. Juni 2019

Bananen bei Lidl: Alles fair, oder was?


Im Herbst 2018 machte der Lebensmittel-Discounter Lidl positive Schlagzeilen mit der Ankündigung, in allen Filialen nur noch Bananen mit dem Fairtrade-Siegel zu verkaufen. Damit setze man einen Meilenstein beim Ausbau nachhaltiger Produkte, so der Discounter. Bei der Siegelinitiative TransFair jubelte man über den zukünftigen Verkauf von 150.000 Tonnen fair erzeugter Bananen und lobte die Vorreiterrolle, die Lidl einmal mehr einnehme. Anfang 2019 rief Bundes-entwicklungsminister Gerd Müller den Handel während der Agrarmesse „Grüne Woche Berlin“ auf, Lidl‘s Beispiel zu folgen, und ebenfalls nur noch faire Bananen anzubieten. Die Welt schien damals – zumindest bei Bananen – ein wenig fairer zu werden. Im Frühjahr 2019 dann der Rückzieher von Lidl: Überraschend zog Firmenchef Klaus Gehrig die Notbremse und stoppte die Umstellung auf 100 Prozent Fairtrade-Bananen, die bis dahin bei etwa 40 Prozent der rund 3.200 Lidl Filialen in Deutschland vollzogen war. „Es ist uns nicht gelungen, den Kunden von unserem Engagement zu überzeugen“, zitiert die Lebensmittelzeitung Gehrig. Der Kunde wolle eine billige Banane. Der Kunde als Sündenbock? Mehr als fraglich, denn die fair gehandelte Banane kostet gerade einmal 0,10-0,20 Euro mehr als die konventionelle Frucht. Bei einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland von 12 Kilo ist das ein Mehrpreis von 1,20-2,40 Euro. Zu viel selbst für Geringverdiener? Es lässt zumindest auch die Verbraucher ziemlich schlecht aussehen, wenn sie wegen wenigen Cents Ersparnis den Laden wechseln. Doch es geht gerade um diese „Minimalbeträge, die einen Markt zum Besseren drehen können, und es sind Cent-Beträge, an denen genau das scheitert“, schreibt der Spiegel in seiner Ausgabe 9/19.

Fairtrade beim Discounter – eine scheinheilige Zweckehe

Der wahre Grund für Lidl‘s Kehrtwende heißt Aldi. Der Discounter-Konkurrent bietet seine Bananen billiger an als Lidl, und zieht damit Kunden in seine Läden. Lidl‘s Fairtrade-Bananen haben den Preisunterschied noch etwas größer gemacht. Zu groß für die Gehrig. Er sprach von einem Fehler in der Bananenpolitik des Hauses und düpierte damit Jan Bock, seinen Geschäftsleiter Einkauf, der noch im Januar angesichts des Preisdrucks im Bananensektor optimistisch verkündet hatte, es werde keinen grundsätzlichen Rückzug  geben. Zur Glaubwürdigkeit des ohnehin umstrittenen Discounters trägt der Rückzieher nicht gerade bei. Gibt man sich doch sonst bei Lidl gerne demonstrativ pro Fairtrade. Falls man bei TransFair enttäuscht bis wütend war, zeigt man dies beim deutschen Lizenzgeber von Fairtrade-Produkten nicht – zumindest nicht öffentlich. Man bedaure Lidl‘s Entscheidung sehr, heißt es lapidar in einem Statement. Und appelliert gleichzeitig an die Moral von Handel und Konsumenten. Mehr aber auch nicht. Zu wichtig ist die Zweckehe zwischen TransFair und Lidl, einem wichtigen Abnehmer Fairtrade-zertifizierter Ware.  Vom Sommer 2019 an will Lidl nun drei Bananenvarianten anbieten: Fairtrade+Bio, nur Fairtrade und eine Banane im „Preiseinstiegsegment“, wie Lidl seine Billigbanane euphemistisch nennt. Der Kunde hat die Wahl, kann sich also nun auch wieder für miese Arbeitsbedingungen und viel Chemie auf seiner Banane entscheiden. Dafür ist seine Tropenfrucht, die in Lateinamerika von unterbezahlten Arbeitern monatelang mit viel Wasser, Kunstdünger und Pestiziden groß gezogen, gepflückt und verpackt wurde, 10.000 Kilometer hinter sich gebracht, und die ihre Farbe in einer Reiferei von Grün auf Gelb gewechselt hat, unschlagbar billig. Das Kilo kostet deutlich weniger als ein Kilo deutscher Äpfel. Traurig zu sehen, dass Geld weiter vor Moral kommt – beim Händler wie beim Verbraucher.
Autor: Frank Herrmann, Fotos: Frank Herrmann

Dienstag, 21. Mai 2019

Fairtrade weiterhin mit Zuwächsen - auch 2018




Der Umsatz mit Fairtrade-Produkten ist 2018 um 22 Prozent auf gut 1,6 Milliarden Euro gestiegen. "Viele der Produkte, die wir täglich konsumieren, kommen aus Entwicklungsländern", sagte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU). "Aber am Anfang der Lieferkette sind Zwangsarbeitsverhältnisse und Hungerlöhne oftmals noch an der Tagesordnung. Fairtrade ist unser strategischer Partner auf dem Weg für einen gerechteren Handel." Noch ist fairer Konsum nicht Alltag: "Der faire Handel wächst, aber er wächst nicht schnell genug", erklärte Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von TransFair e.V. "Produzenten leiden massiv unter niedrigen Börsenpreisen. Junge Leute wenden sich von der Landwirtschaft ab, weil sie nicht von ihr leben können. Wenn wir Kakao, Bananen und Kaffee in Zukunft genießen möchten, brauchen wir daher dringend mehr Unternehmen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und eine Politik, die fairen Handel stärker fördert."

Weiterhin nur niedriger Pro-Kopf-Konsum fair gehandelter Produkte

19 Euro gaben Verbraucher in Deutschland im vergangenen Jahr für Fairtrade-Produkte aus. Rund 20.000 Tonnen fairer Röstkaffee gingen 2018 über die Ladentheken, 11 % mehr als im Vorjahr. Damit erreicht Fairtrade-Kaffee einen Marktanteil von 4,5 %. Der Absatz von Kakao, der nach Fairtrade-Standards gehandelt wurde, stieg um 48 % auf 55.000 Tonnen – ein Marktanteil von 10 %. Bananen sind mit Abstand die beliebteste Südfrucht. Rund 92.000 Tonnen kauften Verbraucher 2018 ein, 6 % mehr als im Vorjahr. Damit erreichen Fairtrade-Bananen 13,5 % Marktanteil. 90 % der gelben Früchte sind zusätzlich Bio-zertifiziert. Lidl hat als erster Anbieter in Deutschland begonnen, sein Sortiment schrittweise komplett auf Fairtrade umzustellen – ein Meilenstein für den fairen Handel mit Bananen. Doch starke Preiskämpfe erschweren die Umstellung. Mit einem Absatzplus von 5 % bleiben Fairtrade-Rosen beliebt. 427 Mio. Stiele wurden hierzulande verkauft, das sind 28 % aller Rosen. Verkäufe von Textilien aus fairer Baumwolle legten um 14 % zu: Knapp 14 Millionen Kleidungsstücke und Accessoires kauften Verbraucher im vergangenen Jahr. Neben Baumwolltaschen und Freizeitkleidung spielt Berufskleidung eine immer wichtigere Rolle.

Fairtrade-Prämie bewirkt viel Gutes

Trotz positiver Marktentwicklung verkaufen Kooperativen und Plantagen immer noch zu geringe Anteile ihrer Ernte unter Fairtrade-Bedingungen, so TransFair. Nachhaltige Entwicklung im globalen Süden braucht neben verbesserten Marktzugängen deshalb veränderte politische Rahmenbedingungen: "Ganz am Anfang von globalen Lieferketten müssen ökologische und soziale Mindeststandards eingehalten werden, die in Europa längst selbstverständlich sind", forderte Entwicklungsminister Gerd Müller. "Dafür tragen auch Unternehmen Verantwortung. Viele tun das bereits. Es geht aber darum, dass alle deutschen Unternehmen ihren menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten nachkommen." TransFair unterstützt diese Forderung und vertritt sie aktiv; unter anderem in Bündnissen für nachhaltige Textilien, Kakao und Bananen. Die Fairtrade-Standards setzen den Rahmen für einen Handel auf Augenhöhe. 2018 erwirtschafteten Produzenten im globalen Süden 29 Millionen Euro Prämiengelder durch Fairtrade-Verkäufe nach Deutschland. "Es ist spannend zu sehen, wie dieses Geld eingesetzt wird und konkret etwas bewirkt", sagte Thilo Hoppe, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender von TransFair. Hoppe hatte bei einer Keniareise im April Fairtrade-zertifizierte Kaffee-, Blumen- und Teeorganisationen besucht. "Wir standen in Klassenräumen, die durch Prämiengelder finanziert wurden. Und mit größerem Marktzugang würden noch viel mehr Projekte möglich." Neben Bildung sind Maßnahmen gegen den Klimawandel und Ernteausfälle wichtige Bereiche, in die Prämiengelder investiert werden.
Quelle: EPO/Fairtrade Deutschland

Hier geht es zum Jahresbericht 2018 von Fairtrade


 

Freitag, 10. Mai 2019

Umfrage: Viele Verbraucher fremdeln noch mit dem Fairen Handel


Am 11. Mai findet zum 18. Mal der World Fair Trade Day statt. Sein Initiator, die World Fair Trade Organization (WFTO), möchte mit ihm bewusst machen, wie Fairer Handel die Lebensgrundlagen gerade in ärmeren Regionen verbessern kann. Und dass mehr Informationen dringend nötig sind, zeigt eine Umfrage des Verbraucherforums mydealz. Zwar haben 83,2 Prozent der Konsumenten bereits ein Fair-Trade-Produkt gekauft. 63,1 Prozent fühlen sich aber "nicht ausreichend" über Fair Trade informiert.

Wer im Internet nach Informationen sucht, erfährt auf den ersten Blick viel über Fair Trade oder - deutsch ausgedrückt - Fairen Handel. Die meisten Informationen sind allerdings recht theoretisch. Wikipedia definiert den Fairen Handel beispielsweise als "kontrollierten Handel, bei dem den Erzeugern für die gehandelten Produkte oder Produktbestandteile meist ein von den einzelnen Fair-Trade-Organisationen unterschiedlich bestimmter Mindestpreis bezahlt wird", um "den Produzenten auch bei niedrigeren Marktpreisen ein höheres und verlässlicheres Einkommen als im herkömmlichen Handel" zu ermöglichen. So komplex die Definitionen klingen, so wenig fühlten sich die befragten Verbraucher auch über Fairen Handel informiert. Nur jede dritte Frau (34,9 Prozent) und vier von zehn Männern (38,9 Prozent) erklärten Mitte April bei einer vom Verbraucherforum mydealz durchgeführten Umfrage mit 2.047 Teilnehmern, sie fühlten sich "ausreichend über Fair Trade informiert". Jeweils sechs von zehn Frauen (65,1 Prozent) und Männern (61,1 Prozent) erklärten hingegen, sie würden sich mehr Informationen wünschen. Dabei standen die meisten Verbraucher dem Fairen Handel nicht einmal ablehnend gegenüber. Drei von vier Frauen (75,4 Prozent) und 73,8 Prozent der Männer erklärten, sie fänden Fair Trade gut. Nur 0,9 Prozent der Frauen und 1,7 Prozent der Männer lehnten den Fairen Handel ab. Jede vierte Frau (23,7 Prozent) und jeder vierte Mann (24,5 Prozent) erklärten jedoch, sie hätten sich noch keine Meinung zum Fairen Handel gebildet.

Die meisten Verbraucher haben bereits ein Fair-Trade-Produkt gekauft

Auf den ersten Blick wirken sich der Mangel an Informationen beziehungsweise das fehlende Wissen nicht nachteilig aus: 83,1 Prozent der Frauen und 83,2 Prozent der Männer haben bereits ein Fair-Trade-Produkt gekauft. Auf den zweiten Blick wird aber deutlich, dass nur wenige Verbraucher regelmäßig auf fair gehandelte Produkte zurückgreifen. Nur jeder sechste Verbraucher gab an, "sehr oft" (2,5 Prozent) oder "oft" (12,5 Prozent) Fair-Trade-Produkte zu kaufen. Jeder Dritte (30,0 Prozent) kaufte fair gehandelte Produkte wenigstens "gelegentlich". Bei jedem vierten Verbraucher standen Fair-Trade-Produkte aber "eher selten" (13,8 Prozent), "selten" (5,8 Prozent) oder sogar "sehr selten" (4,4 Prozent) auf dem Einkaufszettel. Frauen griffen etwas häufiger zu Fair-Trade-Produkten als männliche Verbraucher. Bei Männern fiel der Anteil der Verbraucher, die "sehr oft" fair gehandelte Produkte kaufen, mit 2,6 Prozent zwar etwas größer aus als bei Frauen (2,4 Prozent). Wenigstens "gelegentlich" oder öfter griffen 60,4 Prozent der von mydealz befragten Frauen und nur 58,2 Prozent der Männer zu Fair-Trade-Produkten. 11,5 Prozent der Männer und nur 8,8 Prozent der Frauen kauften fair gehandelte Produkte indessen "selten" oder sogar "sehr selten".

Wer kauft was und wie oft?


Wenn Verbraucher fair gehandelte Produkte kauften, dann meistens Kaffee, Süßwaren, Obst und Tee. Diese vier Warengruppen wurden jedenfalls bei der mydealz-Umfrage von Frauen wie Männern jeweils am häufigsten genannt. Fair gehandelten Kaffee hatten demnach bereits 61,6 Prozent der Frauen und 60,6 Prozent der Männer gekauft. Für fair gehandelte Süßwaren hatten sich 44,2 Prozent der weiblichen und 41,7 Prozent der männlichen Käufer entschieden. Obst, das unter Fair-Trade-Bedingungen angebaut wurde, hatten 40,2 Prozent der Frauen und 36,0 Prozent der Männer gekauft. Und für fair gehandelten Tee hatten sich 39,9 Prozent der Frauen und 29,5 Prozent der Männer entschieden. Nüsse (23,4 Prozent) vervollständigten bei den Frauen die Top-5 der meistgekauften Produkte, Saft (23,6 Prozent) bei den Männern. Der Blick auf die zweite Hälfte der Top-10 macht deutlich: Fair Trade ist vor allem ein Phänomen des Lebensmittelhandels. Bei den Frauen fanden sich fair gehandelte Blumen als erster Non-Food-Artikel hinter Brotaufstrichen (21,7 Prozent) und gleichauf mit Saft auf Rang sieben der meistgekauften Fair-Trade-Produkte: 18,5 Prozent der weiblichen Käufer hatten sich für Blumen aus "fairem" Anbau entschieden. Und während es bei Frauen mit Kosmetik (18,2 Prozent, Rang 10) wenigstens noch ein anderer Non-Food-Artikel in die Top-10 schaffte, lag bei Männern mit "fairer" Mode (11,8 Prozent) das erste Nicht-Nahrungsmittel auf Rang 14.

Neun von zehn Käufern sind zufrieden mit der Qualität von Fair-Trade-Produkten

Dass so wenige Verbraucher regelmäßig fair gehandelte Produkte kauften, dürfte weniger an ihrer Qualität liegen. Von dieser waren jedenfalls die meisten von mydealz befragten Verbraucher überzeugt. So gaben jede dritte Frau (32,7 Prozent) und jeder vierte Mann (24,5 Prozent) an, mit dem von ihnen gekauften Produkt "sehr zufrieden" gewesen zu sein. Rund jede zweite Frau (48,6 Prozent) und 51,2 Prozent der Männer waren "zufrieden" und 6,9 Prozent der Frauen sowie 11,1 Prozent der Männer wenigstens noch "eher zufrieden". Über schlechte Erfahrungen mit Fair-Trade-Produkten klagten die wenigsten Befragten. Zwar gaben 0,6 Prozent der Frauen und 0,7 Prozent der Männer an, mit dem von ihnen gekauften Produkt "eher unzufrieden" gewesen zu sein. Wirklich schlechte Erfahrungen hatten jedoch die wenigsten gemacht. Keine einzige Frau und nur 0,1 Prozent der Männer gaben an, "sehr unzufrieden" gewesen zu sein. "Unzufrieden" waren jeweils 0,3 Prozent der weiblichen und männlichen Käufer eines Fair-Trade-Produkts. Woran - wenn nicht an der Qualität - liegt es also, dass fair gehandelte Produkte nicht öfter gekauft werden? Auch dieser Frage ist mydealz in seiner Umfrage nachgegangen und dabei zu einer mehrschichtigen Antwort gekommen. Tatsächlich waren viele der befragten Verbraucher, die bislang noch kein Fair-Trade-Produkt gekauft hatten, prinzipiell bereit, dies nachzuholen: 91,5 Prozent der weiblichen und immerhin noch 79,6 Prozent der männlichen Nicht-Käufer erklärten, sich durchaus vorstellen zu können, ein Fair-Trade-Produkt zu kaufen. Nur 8,5 Prozent der weiblichen und 20,4 Prozent der männlichen Nicht-Käufer übten also einen aktiven Verzicht auf Fair-Trade-Produkte.

Kommt der Mehrpreis auch bei den Bauern an?

Nicht wenige Verbraucher zweifelten aber am Sinn des Fairen Handels. So erklärten 50,0 Prozent der Frauen und 32,5 Prozent der Männer, sie würden deshalb kein Fair-Trade-Produkt kaufen, weil sie sich nicht sicher seien, ob das Geld wirklich "bei den Menschen" ankomme. Jede dritte Frau (33,3 Prozent) und jeder dritte Mann (35,0 Prozent) sahen vom Kauf ab, weil sie "keinen Vorteil" für sich erkennen konnten. Und jede sechste Frau (16,7 Prozent) sowie gut jeder vierte Mann (27,5 Prozent) erklärten, deshalb keine fair gehandelten Produkte, zu kaufen, weil sie nicht überzeugt seien, dass es Menschen durch Fair Trade besser gehe. Auch aus finanziellen Gründen entschieden sich manche Befragte gegen den Kauf eines Fair-Trade-Produkts. So erklärten jede dritte Frau (33,3 Prozent) sowie 30 Prozent der Männer, sie könnten sich den Kauf von Fair-Trade-Produkten "finanziell nicht leisten". Und jeweils 50 Prozent der Frauen und Männer, die einen Kauf ausschließen, bekundeten, sei seien "nicht bereit, den Aufpreis zu zahlen", um ein Fair-Trade-Produkt statt eines nicht fair gehandelten Vergleichsprodukts zu kaufen.

Fair-Trade-Produkte dürfen bis zu zehn Prozent teurer als Vergleichsprodukte sein

Dabei waren die befragten Verbraucher durchaus bereit, für Fair-Trade-Produkte tiefer in die Tasche zu greifen. Auf die Frage "Könntest Du Dir vorstellen, ein Fair-Trade-Produkt zu kaufen, wenn es nicht wesentlich teurer als ein vergleichbares, nicht fair gehandeltes Produkt ist?" antworteten immerhin 87,5 Prozent der Frauen und 66,4 Prozent der Männer mit einem klaren "Ja". Allzu teuer sollten Fair-Trade-Produkte allerdings nicht sein. Nur 4,3 Prozent der Befragten zeigten sich bereit, einen Aufpreis von 25 Prozent oder mehr zu zahlen. Jeder Zehnte würde für ein Fair-Trade-Produkte immerhin noch zwischen 15 und 25 Prozent mehr bezahlen als für ein nicht fair gehandeltes Produkt. Und rund jeder Sechste (16,3 Prozent) zeigte sich bei der Umfrage bereit, zwischen zehn und 15 Prozent mehr zu bezahlen. Das Gros der Befragten bewegte sich aber im unteren Prozentbereich. 28,9 Prozent der befragten Verbraucher gaben an, für ein Fair-Trade-Produkt fünf bis zehn Prozent mehr bezahlen zu wollen. Und 17,4 Prozent der Befragten wären sogar nur mit einem Aufpreis von weniger als 5 Prozent einverstanden. Männer waren eher bereit, mehr für Fair-Trade-Produkte zu bezahlen. Zwar war der Anteil der Männer, die einen Aufpreis nur dann zahlen würden, wenn er weniger als fünf Prozent beträgt, mit 18,0 Prozent größer als der Anteil der Frauen mit 16,8 Prozent. Männer waren dafür aber auch in den höheren Stufen deutlich stärker vertreten. So erklärten sich jeder zwanzigste Mann (5,0 Prozent), aber nur 4,1 Prozent der von mydealz befragten Frauen prinzipiell bereit, einen Aufpreis von mehr als 25 Prozent zu bezahlen. Und mehr als 50 Prozent "on-top" wollten immerhin noch 1,3 Prozent der Männer, aber keine einzige Frau bezahlen.
Quelle: mydealz.com