Der Anpassungsindex 2026 von Brot für die Welt zeigt, dass
die internationale Klimafinanzierung für Anpassungsmaßnahmen weiterhin äußerst
ungerecht verteilt ist. Obwohl die Finanzierung insgesamt gewachsen ist,
erhalten gerade die Länder mit dem höchsten Klimarisiko nicht die notwendige
Unterstützung. Der durchschnittliche Indexwert ist sogar leicht von 0,59 auf
0,58 gesunken, wobei 1 eine risikogerechte Verteilung bedeutet. Von 129
untersuchten Ländern sind 37 extrem und weitere 55 stark unterfinanziert. Mehr
als 6,3 Milliarden Menschen – über 97 Prozent der Bevölkerung dieser Länder –
leben damit in Staaten, deren Anpassungsfinanzierung gemessen an ihrem
Klimarisiko deutlich zu gering ausfällt. Besonders betroffen sind Länder wie
Afghanistan, Tschad, Südsudan, Somalia, Niger, Mali und Jemen. Dass sie seit
Jahren zu den Schlusslichtern gehören, verweist auf strukturelle Probleme beim
Zugang zu internationaler Klimafinanzierung. Dabei sind Anpassungsmaßnahmen wie
effizientere Bewässerung, hitzeresistente Pflanzen, Hochwasserschutz und
Frühwarnsysteme angesichts zunehmender Dürren, Hitzewellen und
Extremwetterereignisse dringend notwendig. Die Ergebnisse machen deutlich: Es
reicht nicht, die Klimafinanzierung insgesamt zu erhöhen. Entscheidend ist
auch, dass die Mittel entsprechend der tatsächlichen Klimarisiken verteilt
werden.
(Die Karte basiert auf der im Zeitraum
2017-2023 zugesagten Anpassungsfinanzierung der Länder pro Kopf und setzt diese
ins Verhältnis zum Klimarisiko).
Quelle: Brot für die Welt; Zusammenfassung: Frank Herrmann


