Dienstag, 9. Juni 2026

Digitalkonzerne: die gefährliche Macht der Cloud-Anbieter

Digitale Technologien können zur Bewältigung der Klimakrise beitragen, werfen aber zugleich Fragen nach Macht, Kontrolle und Nachhaltigkeit auf. Große Cloud-Anbieter wie Amazon Web Services (AWS) dominieren zentrale Teile der digitalen Infrastruktur und schaffen durch Marktmacht und Abhängigkeiten eine schwer kontrollierbare Konzentration von Einfluss. Dadurch geraten demokratische Kontrolle und digitale Souveränität zunehmend unter Druck. Die EU reagiert darauf über den „Cloud and AI Development Act" mit strengeren Vorgaben für Cloud-Dienste in sensiblen Bereichen wie Gesundheit, Energie und Finanzwesen, um Abhängigkeiten von außereuropäischen Anbietern zu verringern und den Schutz sensibler Daten zu stärken. Kritiker verweisen zudem auf einen Greenpeace-Bericht, dem zufolge AWS Geschäftsbeziehungen zu zahlreichen Unternehmen unterhält, die von Finanzinvestoren aus ethischen Gründen ausgeschlossen werden. Dies wirft Fragen nach der gesellschaftlichen Verantwortung des Konzerns und den Folgen seiner Geschäftspraktiken auf. Gleichzeitig verursacht die Cloud-Infrastruktur einen hohen Verbrauch von Energie und Wasser. Rechenzentren, Chipproduktion und KI-Anwendungen belasten Klima und Ressourcen erheblich. Kritisiert werden außerdem problematische Arbeitsbedingungen in Lieferketten sowie die aus Sicht von Umweltverbänden unzureichenden Anstrengungen großer Technologiekonzerne, auf ressourcenschonende und klimafreundliche Lösungen umzusteigen.

Quelle: Greenpeace; Zusammenfassung: Frank Herrmann

Dienstag, 2. Juni 2026

Absturz der Kakaopreise und die Folgen

Nach dem starken Anstieg der Kakaopreise 2024/25 ist der Weltmarktpreis zuletzt massiv eingebrochen. Für Kakaobäuerinnen und -bauern in der Côte d’Ivoire hat das dramatische Folgen. Berichten lokaler Partnerorganisationen zufolge blockierte die Vermarktungsbehörde CCC seit Ende 2025 Exporte, um auf bessere Preise zu warten. Dadurch konnten viele Kooperativen ihren Kakao nicht verkaufen, und Produzent*innen erhielten kein Geld. Anfang März senkte das CCC den staatlich festgelegten Erzeugerpreis um 57 Prozent – von 2.800 auf 1.200 CFA-Francs pro Kilogramm. Damit liegt der Preis deutlich unter den Produktionskosten. Viele Familien geraten dadurch in existenzielle Not, können Schulgebühren oder medizinische Versorgung nicht mehr bezahlen. Ein gesetzliches Verbot von Preisen unterhalb der Produktionskosten in Agrar-Lieferketten, wie es das Forum Fairer Handel, INKOTA und weitere zivilgesellschaftliche Organisationen in der laufenden Petition „Landwirtschaft braucht Fairness“ fordern, wäre ein wichtiger Schritt, um die Farmer*innen vor dem ruinösem Preisverfall zu schützen. 

Quelle: Forum Fairer Handel (FFH); Grafik: FFH, Zusammenfassung Text und Bild: Frank Herrmann