Montag, 23. Februar 2026

Kaffee-Preis deckt viele versteckte Kosten nicht

Eine neue Studie der Technische Hochschule Nürnberg, vorgestellt auf der Bio-Messe Biofach, zeigt am Beispiel von Honduras und Uganda, dass beim Kaffeeanbau erhebliche ökologische und soziale Folgekosten entstehen, die bislang nicht im Verkaufspreis enthalten sind. Entstanden ist die Untersuchung im Rahmen der True Cost Alliance, an der unter anderem Misereor beteiligt ist. Die Umweltkosten belaufen sich auf durchschnittlich rund 7,20 US-Dollar pro Kilogramm Rohkaffee und entstehen vor allem durch Treibhausgasemissionen, Belastungen von Böden und Gewässern sowie Gesundheitsrisiken. Hinzu kommen soziale Folgekosten von 0,45 bis 1,60 US-Dollar pro Kilogramm, verursacht durch niedrige Einkommen, unsichere Arbeitsbedingungen und mangelhaften Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und sozialer Absicherung. Insgesamt ergeben sich so „wahre Kosten“ von 7,67 bis 8,82 US-Dollar pro Kilogramm, was für die betroffenen Länder einen erheblichen Wohlstandsverlust bedeutet. Die Studie warnt davor, diese Kosten allein auf die Verbraucherinnen und Verbraucher abzuwälzen, und empfiehlt stattdessen, dass Unternehmen sie systematisch in ihre Rechnungslegung integrieren, etwa durch ein „Nachhaltigkeitsgedächtnis“ mit Rückstellungen für ökologische und soziale Schäden. Zusätzlich sehen die Autorinnen und Autoren politischen Handlungsbedarf: Mehr Transparenz- und Berichtspflichten könnten nachhaltige Produktionsweisen fördern und langfristig dazu führen, dass nicht nachhaltige Produkte teurer und nachhaltige Alternativen vergleichsweise günstiger werden. Voraussetzung dafür seien verbindliche Vorgaben für die Unternehmensbilanzierung.

Quelle: Zusammenfassung, Originaltext: Misereor