Der WWF Deutschland fordert ein grundlegendes Umsteuern im Tourismus. Hintergrund sind die zunehmenden Folgen der Klimakrise und des Massentourismus, darunter extreme Hitze, Waldbrände, Wasserknappheit, überfüllte Reiseziele sowie Müll- und Abwasserprobleme. Gleichzeitig wächst der Tourismus weiter: Der Flugverkehr erreicht neue Höchststände, es entstehen zahlreiche neue Hotels und auch die Kreuzfahrtbranche erweitert ihre Kapazitäten. Nach Ansicht des WWF reichen einzelne Maßnahmen für mehr Ressourceneffizienz nicht aus, da das starke Wachstum deren positive Effekte überlagert. Dadurch steigen Ressourcenverbrauch, Emissionen und Abfall, während natürliche Lebensräume und die Artenvielfalt zunehmend belastet werden. Der WWF fordert deshalb mehr Verantwortung von der Tourismusbranche, der Politik und den Reisenden. Unternehmen sollen ihre Angebote entlang der gesamten Wertschöpfungskette nachhaltiger gestalten und stärker zum Schutz der Reiseziele beitragen. Die Politik soll ökologische Grenzen festlegen, klimafreundliche und bezahlbare Mobilität fördern, Schutzgebiete stärken und die lokale Bevölkerung stärker beteiligen. Auch Reisende sollen neben Preis und Komfort die Umweltfolgen, den Ressourcenverbrauch, die Situation der Bevölkerung und Menschenrechte berücksichtigen. Insgesamt betont der WWF, dass Natur nicht nur als Kulisse für Reisen dienen dürfe, sondern geschützt werden müsse, wenn der Tourismus langfristig davon profitieren soll.
Quelle: WWF; Zusammenfassung Frank Herrmann


