Mittwoch, 24. Juni 2026

Neuer Banken-Bericht: Immer noch Milliardeninvestitionen in Gas und Kohle

Der aktuelle Bericht „Banking on Climate Chaos“ vom Rainforest Action Network, urgewald und weiteren NGOs zeigt, dass die 65 größten Banken der Welt ihre Finanzierung fossiler Energien weiter ausgebaut haben. Im Jahr 2025 stellten sie insgesamt 906 Milliarden US-Dollar für Unternehmen aus der Öl-, Gas- und Kohlebranche bereit, was einem Anstieg von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Seit der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens vor zehn Jahren flossen damit insgesamt 8,7 Billionen US-Dollar in fossile Projekte. Größter Geldgeber fossiler Brennstoffe bleibt die JPMorgan Chase, die 2025 rund 58 Milliarden US-Dollar für Unternehmen der fossilen Energiewirtschaft bereitstellte. Es folgen die Bank of America und die Mitsubishi UFJ Financial Group mit jeweils etwa 47 Milliarden US-Dollar. Die zwölf größten Finanzierer fossiler Energien, die sogenannten „Dirty Dozen“, verantworten inzwischen fast 40 Prozent der weltweiten Bankenfinanzierung für fossile Brennstoffe. Besonders stark stieg die Finanzierung von Unternehmen, die ihre Kohle-, Öl- und Gasaktivitäten ausweiten. Sie nahm 2025 um 27 Prozent auf 508 Milliarden US-Dollar zu. Nach Einschätzung des Berichts sind solche Investitionen nicht mit dem Ziel vereinbar, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Gleichzeitig wuchs der Anteil der US-Banken an der weltweiten Finanzierung fossiler Energien von 28 Prozent im Jahr 2021 auf 32 Prozent im Jahr 2025. Damit stellen die USA die größte einzelne Quelle für fossiles Finanzkapital dar. Bei europäischen Banken zeigt sich insgesamt ein rückläufiger Trend. Die UBS verringerte ihre Finanzierung fossiler Geschäfte um 36 Prozent, die La Caixa um 34 Prozent und die BNP Paribas um 28 Prozent. Demgegenüber erhöhten einige europäische Institute ihr Engagement: Die Standard Chartered steigerte ihre Finanzierungen für fossile Brennstoffe um 28 Prozent, die Deutsche Bank um 20 Prozent und die HSBC um 16 Prozent.

Quelle: urgewald; Zusammenfassung Frank Herrmann

 

Dienstag, 16. Juni 2026

Kinderarbeit: Ratgeber und Riskoanalyse

Fast 138 Millionen Kinder auf der Welt müssen arbeiten. Manche pflücken Tee, Kaffee- oder Kakaobohnen, andere knüpfen Teppiche und nähen Kleidungsstücke, brechen Steine oder schürfen nach Metallen und anderen Rohstoffen. Wie viele Kinder sich aus Armut und Ausbeutung befreien können, hängt auch davon ab, was hier bei uns in den Einkaufswagen und (Online-)Warenkörben landet. Die kostenlose Broschüre »Konsum ohne Kinderarbeit« von Terre des Hommes ermutigt Konsumentinnen und Konsumenten, nach Produkten Ausschau zu halten, die nicht durch Kinderhände geerntet, hergestellt oder transportiert wurden. Und sie gibt einen Überblick über Anbieter, Siegel und Produktalternativen des Fairen Handels.

Quelle: Terre des Hommes

Trotz gesetzlicher Verbote bleibt Kinderarbeit ein erhebliches Risiko in globalen Lieferketten. Analysen von Save the Children und The Centre for Child Rights and Business zeigen, dass in fast 70 Prozent der untersuchten Lieferketten Kinderarbeit nachgewiesen wurde. Grundlage sind 16 Risikoanalysen in neun Ländern (2023–2025) sowie rund 1.300 dokumentierte Fälle. Die Untersuchungen zeigen, dass Kinderarbeit häufig direkt mit Einkaufspraktiken und Strukturen von Unternehmen zusammenhängt und oft in informellen, schwer kontrollierbaren Bereichen der Lieferketten stattfindet. Pauschale Null-Toleranz-Strategien können das Problem sogar verschärfen: Werden alle unter 18-Jährigen von legalen Arbeitsplätzen ausgeschlossen, weichen viele in unsichere informelle Beschäftigungen ohne ausreichenden Schutz aus.

Quelle: Save the Children; Zusammenfassung Frank Herrmann