Das Bundeskartellamt prüft derzeit die geplante
Übernahme von Teilen der Tegut-Gruppe durch Edeka und Rewe. Das Forum Fairer
Handel, Oxfam Deutschland und Rebalance Now fordern in einer Stellungnahme, die
Übernahme zu untersagen. Die Organisationen warnen, dass Tegut als wichtiger
Absatzkanal für Bio- und Regionalprodukte wegfallen würde. Dies würde die
Vermarktungsmöglichkeiten vieler kleiner und mittelständischer Bio-Erzeugerinnen
verschlechtern und zugleich die Auswahl für Verbraucherinnen und Verbraucher einschränken.
Zudem würde die Übernahme die Marktkonzentration im deutschen
Lebensmitteleinzelhandel weiter verstärken. Die vier größten Handelsgruppen –
Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) – kontrollieren bereits rund 88
Prozent des Marktes und verfügen über erhebliche Verhandlungsmacht gegenüber
Lieferanten. Die Übernahme weiterer Tegut-Filialen würde diese Macht weiter
ausbauen und den Preisdruck auf Hersteller erhöhen.
Nach Ansicht der Organisationen zeigt der Rückzug von Migros mit Tegut
außerdem, dass der deutsche Lebensmittelhandel für neue Wettbewerber kaum noch
zugänglich ist. Sie fordern deshalb, dass das Bundeskartellamt eine kollektive
Marktbeherrschung der vier größten Handelsgruppen feststellt und den Sektor
umfassend untersucht – insbesondere mit Blick auf Vertikalisierung sowie
Beteiligungen und Partnerschaften. Eine Entscheidung des Bundeskartellamts wird
für August oder September erwartet.
Quelle: Forum Fairer Handel; Zusammenfassung: Frank Herrmann
