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Dienstag, 22. September 2026

Übergewinne der Ölkonzerne: Abzocke an den Zapfsäulen

Die Ölkonzerne verdienen am Irankrieg weiter kräftig mit. Im August erreichten ihre Übergewinne an deutschen Tankstellen mit knapp 1,2 Milliarden Euro einen neuen Rekord. In der ersten Septemberhälfte kamen täglich weitere 46,2 Millionen Euro hinzu – davon 14,5 Millionen Euro bei Benzin und 31,7 Millionen Euro bei Diesel. Das zeigt eine Berechnung des Ölmarktexperten Steffen Bukold im Auftrag von Greenpeace. Auffällig ist die wachsende Lücke zwischen Rohöl- und Spritpreisen (s. Grafik). Das Argument der Mineralölbranche, sie gebe lediglich höhere Weltmarktpreise weiter, überzeugt vor diesem Hintergrund kaum. Denn die großen Mineralölkonzerne kontrollieren nicht nur die Tankstellennetze, sondern auch fast alle deutschen Raffinerien. Ihre Kosten zwischen Rohöleinkauf und Tankstelle sind weit weniger stark gestiegen als die Preise an der Zapfsäule. Hinzu kommt: Deutschland produziert seit Jahren mehr Benzin, als es selbst verbraucht, und deckt nahezu seinen gesamten Dieselbedarf aus heimischen Raffinerien. Eine starke Abhängigkeit von teuren Importen kann den Preisanstieg daher kaum erklären. Die Rechnung bezahlen die Verbraucher. Wer mit Öl heizt oder einen Diesel fährt, muss mit erheblichen Zusatzkosten rechnen. Greenpeace beziffert die jährliche Mehrbelastung beispielsweise auf rund 371 Euro für eine 70-Quadratmeter-Wohnung mit Ölheizung, 923 Euro für ein Einfamilienhaus und 835 Euro für einen Diesel-Pkw bei durchschnittlicher Fahrleistung. Die Forderung von Greenpeace: Krisengewinne der Mineralölkonzerne sollten über eine Übergewinnsteuer abgeschöpft und für den Umstieg auf Wärmepumpen, öffentlichen Verkehr und kleine Elektroautos eingesetzt werden. Die aktuelle Entwicklung zeigt einmal mehr, wie abhängig Verbraucher von fossilen Energien und den Unternehmen sind, die sie vermarkten.


Quelle: Greenpeace; Zusammenfassung: Frank Herrmann

Mittwoch, 26. August 2026

Europas Konzernelite - Ungleichheit als Geschäftsmodell

Der neue Oxfam-Bericht „People, Power, Profits, Planet“ zeigt, wie die 100 umsatzstärksten europäischen Konzerne zur Verschärfung sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Ungleichheit beitragen. Zwischen 2022 und 2024 flossen im Durchschnitt mehr als zwei Drittel der Gewinne an die Aktionärinnen und Aktionäre. 2024 schüttete fast die Hälfte der Unternehmen 32-mal mehr an Dividenden aus, als sie in den ökologischen Wandel investierte. Einige Unternehmen zahlten sogar Dividenden, obwohl sie Verluste machten. Die 100 Konzerne verursachten 2024 rund 26 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen. Gleichzeitig verdienten ihre CEOs im Durchschnitt das 78-Fache des durchschnittlichen Beschäftigteneinkommens. Auch beim Gender Pay Gap bestehen deutliche Unterschiede: In den deutschen Unternehmen lag er mit rund 16 Prozent über dem europäischen Durchschnitt von 11 Prozent. Zudem veröffentlichte nur eine Minderheit der Konzerne Angaben zu Lobbyausgaben oder Parteispenden. Oxfam sieht darin Ausdruck einer zunehmenden Konzentration wirtschaftlicher und politischer Macht. Während hohe Dividenden und Spitzengehälter vor allem den Vermögenden zugutekommen, bleiben Investitionen in den ökologischen Wandel zurück. Oxfam fordert deshalb unter anderem eine Begrenzung von CEO-Gehältern, eine dauerhafte Übergewinnsteuer, eine stärkere Regulierung des Lobbyismus sowie verbindlichere soziale und ökologische Unternehmensstandards.

Quelle: Oxfam; Zusammenfassung Frank Herrmann