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Dienstag, 29. September 2026

Tourismus wächst – die Probleme auch

Der WWF Deutschland fordert ein grundlegendes Umsteuern im Tourismus. Hintergrund sind die zunehmenden Folgen der Klimakrise und des Massentourismus, darunter extreme Hitze, Waldbrände, Wasserknappheit, überfüllte Reiseziele sowie Müll- und Abwasserprobleme. Gleichzeitig wächst der Tourismus weiter: Der Flugverkehr erreicht neue Höchststände, es entstehen zahlreiche neue Hotels und auch die Kreuzfahrtbranche erweitert ihre Kapazitäten. Nach Ansicht des WWF reichen einzelne Maßnahmen für mehr Ressourceneffizienz nicht aus, da das starke Wachstum deren positive Effekte überlagert. Dadurch steigen Ressourcenverbrauch, Emissionen und Abfall, während natürliche Lebensräume und die Artenvielfalt zunehmend belastet werden. Der WWF fordert deshalb mehr Verantwortung von der Tourismusbranche, der Politik und den Reisenden. Unternehmen sollen ihre Angebote entlang der gesamten Wertschöpfungskette nachhaltiger gestalten und stärker zum Schutz der Reiseziele beitragen. Die Politik soll ökologische Grenzen festlegen, klimafreundliche und bezahlbare Mobilität fördern, Schutzgebiete stärken und die lokale Bevölkerung stärker beteiligen. Auch Reisende sollen neben Preis und Komfort die Umweltfolgen, den Ressourcenverbrauch, die Situation der Bevölkerung und Menschenrechte berücksichtigen. Insgesamt betont der WWF, dass Natur nicht nur als Kulisse für Reisen dienen dürfe, sondern geschützt werden müsse, wenn der Tourismus langfristig davon profitieren soll.

Quelle: WWF; Zusammenfassung Frank Herrmann

Dienstag, 11. August 2026

Giftiger Kaffeegenuss

Kaffee gehört zu den Kulturpflanzen mit besonders hohem Pestizideinsatz. Das zeigt der gemeinsame Bericht „Gift in unserer Kaffeetasse“ von Coffee Watch, dem INKOTA-Netzwerk, der Deutschen Umwelthilfe und dem Pesticide Action Network UK, der wissenschaftliche Literatur, öffentliche Daten und Feldforschung aus wichtigen Kaffeeanbauländern auswertet. Demnach werden in der Kaffeeproduktion 159 verschiedene Pestizidwirkstoffe eingesetzt, rund 60 Prozent davon gelten als hochgefährlich und 59 Prozent sind in der Europäischen Union verboten. Dennoch werden einige dieser Pestizide weiterhin in Anbauländer exportiert und dort eingesetzt. Die Folgen sind für Menschen und Umwelt erheblich: Arbeiterinnen und Arbeiter sind den Pestiziden häufig ohne ausreichenden Schutz ausgesetzt, was zu schweren gesundheitlichen Schäden führen kann. Gleichzeitig gelangen Pestizidrückstände über die globalen Lieferketten bis in den Kaffee. Auch Glyphosat wird weiterhin häufig verwendet. Der intensive Pestizideinsatz belastet zudem Böden und Gewässer, schädigt Insekten und andere Tierarten und gefährdet die biologische Vielfalt. Die Organisationen kritisieren die Doppelmoral: Pestizide, die in der EU wegen ihrer Gefahren verboten sind, werden weiterhin exportiert und im Kaffeeanbau eingesetzt. Sie fordern unter anderem ein Ende des Exports solcher Pestizide und mehr Unterstützung für einen nachhaltigeren und pestizidärmeren Kaffeeanbau.

Quelle: Inkota-Netzwerk, Zusammenfassung: Frank Herrmann