Dienstag, 6. Oktober 2026

Rohstoffverbrauch: Weniger ist mehr

Deutschland ist bei metallischen Primärrohstoffen nahezu vollständig auf Importe angewiesen. Gleichzeitig steigt weltweit die Nachfrage, während Abbau und Verarbeitung häufig mit erheblichen sozialen und ökologischen Folgen verbunden sind. Eine zukunftsfähige Rohstoffpolitik sollte deshalb nicht nur danach fragen, woher Rohstoffe kommen, sondern auch, wie viele wir tatsächlich benötigen und wofür sie eingesetzt werden. Besonders in den Bereichen Mobilität und Bauen bestehen große Einsparpotenziale. Kleinere und leichtere Fahrzeuge, ein leistungsfähiger öffentlicher Verkehr, längere Produktlebenszeiten sowie die bessere Nutzung und Umnutzung bestehender Gebäude können den Bedarf an Primärrohstoffen deutlich senken. Auch Recycling, Reparatur und Wiederverwendung sind zentrale Bausteine – reichen allein bei weiter wachsender Nachfrage jedoch nicht aus. Weniger Rohstoffverbrauch ist dabei kein Widerspruch zur sozial-ökologischen Transformation. Entscheidend ist vielmehr, Rohstoffe gezielt dort einzusetzen, wo sie für gesellschaftlich notwendige Veränderungen gebraucht werden, etwa für erneuerbare Energien, Stromnetze oder öffentliche Infrastruktur, und vermeidbare materialintensive Bedarfe zu reduzieren.
Eine solche Rohstoffwende kann zugleich globale Auswirkungen mindern und Abhängigkeiten von internationalen Lieferketten verringern. Sie sollte deshalb verbindliche Reduktionsziele, langlebige und kreislauffähige Produkte, eine ressourcenleichte Mobilität sowie starke Rechte für vom Bergbau betroffene Gemeinschaften umfassen. Deutschlands Rohstoffpolitik muss Angebot und Nachfrage zusammendenken: Die neue PowerShift-Publikation „Rohstoffverbrauch senken: Warum weniger mehr ist“ zeigt, dass nicht nur die Herkunft der Rohstoffe  politisch gestaltbar ist, sondern auch ihr Verbrauch.

Quelle: Powershift; Zusammenfassung: Frank Herrmann