Dienstag, 13. April 2021

DOKU: Billiges Fleisch - wer bezahlt für die kleinen Preise?

Die Deutschen genießen billiges Fleisch - selten haben sie weniger Geld für Lebensmittel ausgegeben. Um zu verstehen, unter welchen Bedingungen Rindfleisch in Südamerika produziert wird, fährt ein Team des SWR nach Brasilien. Das Land, in dem mehr Rinder als Menschen leben, ist einer der größten Fleisch-Produzenten auf dem internationalen Markt. Grundlage für den Erfolg ist billiges Weideland. Aber während für die Bäuerinnen und Bauern in der EU strenge Umweltstandards gelten, wird in Brasilien nach wie vor billiges Fleisch auf Kosten von Menschen, Tieren und der Umwelt erzeugt - Regenwald wird abgebrannt und wertvolle Feuchtgebiete zerstört.

Quelle: ARD Mediathek

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Montag, 29. März 2021

Klimaschädliche Subventionen sozial gerecht abbauen

Baut die Bundesregierung gezielt Subventionen in den  Bereichen Energie, Verkehr und Landwirtschaft ab, kann sie den Klimaschutz deutlich voranbringen und soziale Ungerechtigkeiten reduzieren. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft im Auftrag von Greenpeace. Sie vergleicht erstmals systematisch die sozialen Auswirkungen eines Abbaus von Subventionen, die das Klima besonders stark belasten. In vielen Fällen profitieren Wohlhabende überdurchschnittlich von staatlichen Förderungen. Die Veröffentlichung baut auf der Vorgängerstudie von November 2020 auf. Diese untersuchte den Abbau zehn klimaschädlicher Subventionen hinsichtlich der Wirkung auf Klimaschutz und Staatshaushalt.

Quelle: Greenpeace

Freitag, 19. März 2021

FILMTIPP: Fast Fashion - Die dunkle Welt der Billigmode

Fast Fashion hat die Textilbranche von Grund auf verändert. Die Bekleidungsindustrie überschüttet den Planeten geradezu mit Textilien: 56 Millionen Tonnen Kleidung werden jährlich verkauft. Influencer und Neuromarketing sorgen für steigenden Absatz. Doch die Billigkleidung hat einen hohen Preis wie etwa prekäre Beschäftigungsverhältnisse und die katastrophale Umweltbilanz.

Nie zuvor wurden so viele Kleidungsstücke hergestellt wie heute: 100 Milliarden jedes Jahr. Die internationalen Konzerne liefern sich einen ständigen Wettlauf um neue Mode und höhere Profite. Diese gigantische Expansion soll anhalten: Dem Industriezweig wird bis 2030 ein Wachstum um 60 Prozent prognostiziert. Fast Fashion bedeutet erschwingliche Mode für alle. Möglichst viele Menschen werden in immer kürzeren Abständen mit Billigkollektionen versorgt. Vorreiter ist die Marke Zara. Jedes Jahr bringt der spanische Mode-Gigant 65.000 neue Modelle hervor. Klamotten shoppen ist zu einer echten Freizeitbeschäftigung geworden, gewaltig befeuert von den sozialen Netzwerken: Die Hälfte aller Instagram-Posts dreht sich um Fashion und Beauty. So beeinflussen die Marktführer der Fast Fashion mit Unterstützung einschlägiger Experten des Neuromarketings das Kaufverhalten ihrer Kunden. Fast Fashion profitiert vom E-Commerce. Keine Anprobe mehr im Geschäft, der Kunde bestellt online, lässt sich das Kleidungsstück liefern - und wenn es ihm nicht gefällt, schickt er es einfach zurück. Wegwerfkleidung und Wegwerfarbeit: Dafür steht eine Armee von Boten bereit, deren Arbeitsbedingungen mehr als prekär sind. Die Textilindustrie ist die Branche mit der zweitschlechtesten Umweltbilanz. Die aus Holzfasern gewonnene Viskose – der Lieblingsstoff der Fast-Fashion-Hersteller – wird als umweltfreundliche Alternative verkauft. Doch bei der Erzeugung dieses Gewebes kommen zahlreiche Chemikalien zum Einsatz. Dies führt zu schwerwiegenden Gesundheitsschäden bei den Arbeitern, aber auch bei den Menschen, die in der Nähe der Fabriken wohnen, wie beispielsweise im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh. Vier Millionen Tonnen Textilien landen in Europa jedes Jahr in der Mülltonne. Von den Altkleidern wird nur knapp ein Prozent recycelt. Die Modebranche will glauben machen, dass sie nachhaltiger wird, aber tatsächlich passiert genau das Gegenteil.

Quelle: Arte

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Montag, 8. März 2021

Vortrag zum Thema Unternehmensverantwortung von Konzernen

Dieser Vortrag wird am 4. Mai in kürzerer Form online (Zoom) wiederholt. Bei Interesse bitte eine Mail ab 25.4. an: faireinkaufen@posteo.de

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Am 19. März präsentiert "Fair einkaufen-aber wie?"-Autor Frank Herrmann in Kooperation mit der VHS Penzberg seinen neuen Online-Vortrag (Zoom) um 19.30 Uhr

"Vom Ende der Freiwilligkeit –
warum die Wirtschaft klare Spielregeln braucht"

Zum Inhalt: Global operierende Konzerne dominieren die weltweiten Lieferketten oftmals auf Kosten von Mensch und Natur in ärmeren Ländern. Die vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt, dass Selbstverpflichtungen großer Unternehmen nicht ausreichen, diese Missstände zu beseitigen. Die Coronakrise trägt dazu bei, globale Ungleichheiten zwischen Reich und Arm zu verschärfen. Zwar zeigen kleine Unternehmen, dass Veränderungen machbar sind, doch selbst ein Lieferkettengesetz ist nur der Anfang hin zu mehr globaler Gerechtigkeit, meint Sachbuchautor Frank Herrmann. Welche Gefahr die zunehmende Machtkonzentration in den Händen weniger Global Player für uns alle bedeutet, und warum und wie wir gegensteuern sollten, zeigt der Betriebswirt und Nachhaltigkeitsexperte in seinem Vortrag.

ANMELDUNG: fairtradestadt@penzberg.de  (Der Vortrag ist kostenlos)

Montag, 1. März 2021

Klimaschutzpotenziale von Videokonferenzen und Homeoffice

Ein großer Teil unserer Mobilität entsteht durch berufsbedingte Wege. Allein Geschäftsreisen machten vor COVID-19 gut ein Fünftel des gesamten Personenverkehrs aus (Quelle: BMVI). Ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie hat sich die Arbeitswelt grundlegend verändert. Homeoffice und mobiles Arbeiten sind für viele zur neuen Normalität geworden. Das Borderstep-Institut für Innovation und Nachhaltigkeit hat Geschäftsreisende zu ihrem Reiseverhalten sowie zur Nutzung von Videokonferenzen und Homeoffice vor und während der Pandemie befragt und sie um eine Einschätzung gebeten, wie sich diese Trends künftig entwickeln könnten. Demnach könnte die Zahl der Geschäftsreisen in Deutschland in Zukunft dauerhaft etwa ein Drittel niedriger liegen als vor der Pandemie. 

Große CO2 Einsparungen möglich

Videokonferenzen statt Dienstreise haben ein hohes Potenzial für den Klimaschutz. Damit könnten ca. drei Mio. Tonnen Treibhausgasemissionen im Jahr eingespart werden. Allein der Anteil der nicht gefahrenen Autokilometer bei dieser prognostizierten Reduktion der Geschäftsreisen macht rechnerisch 700.000 Pkw überflüssig und stellt die Frage nach dem Dienstwagenprivileg neu. Viele Menschen arbeiten zurzeit tageweise im Homeoffice und pendeln seltener zum Arbeitsplatz. Dafür nutzen sie dann aber häufiger als zuvor das Auto, um eine Infektion mit dem Corona-Virus zu vermeiden. Beide Effekte zusammengenommen, also mehr Homeoffice bei gleichzeitig mehr Autoverkehr, könnten in Deutschland zur Einsparung von ca. 1,5 Mio. Tonnen Treibhaus-gasemissionen im Jahr führen. Videokonferenzen und Homeoffice können einen wichtigen Beitrag leisten, den Verkehr zu verringern und damit das Klima zu schützen. Gleichzeitig sinken die Belastungen durch Lärm und Abgase, weniger Menschen verunglücken im Straßenverkehr. Um diese Tendenzen zu stärken und das mobile Arbeiten sowie die Nutzung von Videokonferenzen anstelle von Geschäftsreisen zu verstetigen, sind Unternehmen, Politik und Mobilitätsanbieter gefragt.

Quelle: VCD

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Mittwoch, 17. Februar 2021

Greenwashing-Risiko bei nachhaltigen Geldanlagen

Als nachhaltig beworbene Geldanlagen führen nicht automatisch zu mehr Nachhaltigkeit. Zu diesem Fazit kommt ein Gutachten der Wirtschafts- wissenschaftler Prof. Dr. Marco Wilkens und Prof. Dr. Christian Klein im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Zwar können nachhaltige Geldanlagen durchaus eine positive Wirkung entfalten. Wahrscheinlicher sind dabei indirekte Effekte, zum Beispiel, wenn Verbraucher über eine Geldanlage für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisiert werden. Direkte Effekte über den Kapitalmarkt sind möglich, aktuell aber kaum nachweisbar. Prinzipiell können sie über einen Verzicht auf Rendite durch Verbraucher erreicht werden, zum Beispiel, wenn in Folge der Geldanlage in bisher nicht rentable regenerative Energien investiert wird. Angebote der Finanzindustrie, die mit einem direkten Beitrag ihrer Anlageprodukte zu bestimmten Nachhaltigkeitszielen werben, und zugleich marktübliche Renditen versprechen, müssten demnach kritisch hinterfragt werden.

Zu hohe Erwartungen an „grüne Finanzprodukte“

„Nachhaltigkeit muss mehr sein als ein Werbeversprechen. Das gilt auch am Finanzmarkt. Deshalb ist es entscheidend, ob Geldanlagen tatsächlich zu mehr Nachhaltigkeit führen. Das Gutachten zeigt, dass die bisherigen Erwartungen zur Wirkung nachhaltige Geldanlagen ein Stück weit naiv waren. Die große Gefahr für Verbraucher ist, dass Anbieter das Grüne vom Himmel versprechen, ohne dass sich tatsächlich etwas bewegt. Die Politik muss falschen Vertriebs- und Werbeversprechen deshalb einen Riegel vorschieben. Anlagen sollten nur als nachhaltig bezeichnet werden, wenn sie einen messbaren Beitrag zu Nachhaltigkeitszielen leisten. Denn am Ende des Tages müssen Banken, Versicherer und Finanzvertriebe auch für ihre Nachhaltigkeitsversprechen haftbar gemacht werden können“, sagt vzbv-Vorstand Klaus Müller.

Wirkung nachhaltiger Anlagen entscheidend

Nach Plänen der EU-Kommission müssen Verbraucher künftig bei Anlage- und Versicherungs- beratungen gefragt werden, ob sie nachhaltig anlegen wollen. Aktuell ist jedoch noch unklar, unter welchen Umständen Finanzanlagen als nachhaltig bezeichnet werden dürfen. Der vzbv fordert, die gesetzliche Definition nachhaltiger Geldanlagen konsequent an der Wirksamkeit auszurichten. Das vorliegende Gutachten liefert dazu eine wissenschaftliche Fundierung.
Parallel zum Gutachten veröffentlicht der vzbv eine beim Meinungs- forschungsinstitut Kantar beauftragte, repräsentative Umfrage. Demnach ist die Mehrzahl der Verbraucher (53 Prozent) grundsätzlich bereit, ihr Geld nachhaltig anzulegen. Allerdings wollen fast vier von fünf Verbrauchern (79 Prozent) dabei nicht oder nur auf einen kleinen Teil der Rendite verzichten. Gleichzeitig haben 69 Prozent der Verbraucher die Erwartung, dass nachhaltige Geldanlagen wie Aktienfonds und Unternehmensanleihen einen messbaren Beitrag zur Erreichung von Nach- haltigkeitszielen leisten.

Quelle: vzbv

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