Deutschland
ist bei metallischen Primärrohstoffen nahezu vollständig auf Importe
angewiesen. Gleichzeitig steigt weltweit die Nachfrage, während Abbau und
Verarbeitung häufig mit erheblichen sozialen und ökologischen Folgen verbunden
sind. Eine zukunftsfähige Rohstoffpolitik sollte deshalb nicht nur danach
fragen, woher Rohstoffe kommen, sondern auch, wie viele wir tatsächlich
benötigen und wofür sie eingesetzt werden. Besonders in den Bereichen Mobilität
und Bauen bestehen große Einsparpotenziale. Kleinere und leichtere Fahrzeuge,
ein leistungsfähiger öffentlicher Verkehr, längere Produktlebenszeiten sowie
die bessere Nutzung und Umnutzung bestehender Gebäude können den Bedarf an
Primärrohstoffen deutlich senken. Auch Recycling, Reparatur und Wiederverwendung
sind zentrale Bausteine – reichen allein bei weiter wachsender Nachfrage jedoch
nicht aus. Weniger Rohstoffverbrauch ist dabei kein Widerspruch zur
sozial-ökologischen Transformation. Entscheidend ist vielmehr, Rohstoffe
gezielt dort einzusetzen, wo sie für gesellschaftlich notwendige Veränderungen
gebraucht werden, etwa für erneuerbare Energien, Stromnetze oder öffentliche
Infrastruktur, und vermeidbare materialintensive Bedarfe zu reduzieren.
Eine solche Rohstoffwende kann zugleich globale Auswirkungen mindern und
Abhängigkeiten von internationalen Lieferketten verringern. Sie sollte deshalb
verbindliche Reduktionsziele, langlebige und kreislauffähige Produkte, eine
ressourcenleichte Mobilität sowie starke Rechte für vom Bergbau betroffene
Gemeinschaften umfassen. Deutschlands Rohstoffpolitik muss Angebot und
Nachfrage zusammendenken: Die neue PowerShift-Publikation „Rohstoffverbrauch senken: Warum weniger mehr ist“ zeigt, dass nicht nur die Herkunft der
Rohstoffe politisch gestaltbar ist,
sondern auch ihr Verbrauch.
Quelle: Powershift; Zusammenfassung: Frank Herrmann
