Kaffee gehört zu den Kulturpflanzen mit besonders hohem Pestizideinsatz. Das zeigt der gemeinsame Bericht „Gift in unserer Kaffeetasse“ von Coffee Watch, dem INKOTA-Netzwerk, der Deutschen Umwelthilfe und dem Pesticide Action Network UK, der wissenschaftliche Literatur, öffentliche Daten und Feldforschung aus wichtigen Kaffeeanbauländern auswertet. Demnach werden in der Kaffeeproduktion 159 verschiedene Pestizidwirkstoffe eingesetzt, rund 60 Prozent davon gelten als hochgefährlich und 59 Prozent sind in der Europäischen Union verboten. Dennoch werden einige dieser Pestizide weiterhin in Anbauländer exportiert und dort eingesetzt. Die Folgen sind für Menschen und Umwelt erheblich: Arbeiterinnen und Arbeiter sind den Pestiziden häufig ohne ausreichenden Schutz ausgesetzt, was zu schweren gesundheitlichen Schäden führen kann. Gleichzeitig gelangen Pestizidrückstände über die globalen Lieferketten bis in den Kaffee. Auch Glyphosat wird weiterhin häufig verwendet. Der intensive Pestizideinsatz belastet zudem Böden und Gewässer, schädigt Insekten und andere Tierarten und gefährdet die biologische Vielfalt. Die Organisationen kritisieren die Doppelmoral: Pestizide, die in der EU wegen ihrer Gefahren verboten sind, werden weiterhin exportiert und im Kaffeeanbau eingesetzt. Sie fordern unter anderem ein Ende des Exports solcher Pestizide und mehr Unterstützung für einen nachhaltigeren und pestizidärmeren Kaffeeanbau.
Quelle: Inkota-Netzwerk, Zusammenfassung: Frank Herrmann
