Der neue Oxfam-Bericht „People, Power, Profits, Planet“ zeigt, wie die 100 umsatzstärksten europäischen Konzerne zur Verschärfung sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Ungleichheit beitragen. Zwischen 2022 und 2024 flossen im Durchschnitt mehr als zwei Drittel der Gewinne an die Aktionärinnen und Aktionäre. 2024 schüttete fast die Hälfte der Unternehmen 32-mal mehr an Dividenden aus, als sie in den ökologischen Wandel investierte. Einige Unternehmen zahlten sogar Dividenden, obwohl sie Verluste machten. Die 100 Konzerne verursachten 2024 rund 26 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen. Gleichzeitig verdienten ihre CEOs im Durchschnitt das 78-Fache des durchschnittlichen Beschäftigteneinkommens. Auch beim Gender Pay Gap bestehen deutliche Unterschiede: In den deutschen Unternehmen lag er mit rund 16 Prozent über dem europäischen Durchschnitt von 11 Prozent. Zudem veröffentlichte nur eine Minderheit der Konzerne Angaben zu Lobbyausgaben oder Parteispenden. Oxfam sieht darin Ausdruck einer zunehmenden Konzentration wirtschaftlicher und politischer Macht. Während hohe Dividenden und Spitzengehälter vor allem den Vermögenden zugutekommen, bleiben Investitionen in den ökologischen Wandel zurück. Oxfam fordert deshalb unter anderem eine Begrenzung von CEO-Gehältern, eine dauerhafte Übergewinnsteuer, eine stärkere Regulierung des Lobbyismus sowie verbindlichere soziale und ökologische Unternehmensstandards.
Quelle: Oxfam; Zusammenfassung Frank Herrmann
