Donnerstag, 13. Mai 2021

Besser shoppen – die Amazon-Alternativen

Der Commerce-Gigant Amazon ist einer der wenigen Gewinner der Corona-Pandemie. 2020 markierte für den Riesen ein Rekord-Geschäftsjahr - mit einer weltweiten Umsatzsteigerung von 38 Prozent zum Vorjahr. Und das trotz der Vorwürfe von schlechten Arbeitsbedingungen, der Monopolisierung und dem Druck auf Verlage. Doch die schnelle Lieferzeit, der kostenlose Versand für Prime-Kunden und die augenscheinlich günstigen Preise überwiegen bei der Kaufentscheidung vieler VerbraucherInnen. Auch wenn die Konkurrenz schon längst mithalten kann. Ob Bücher, Elektronik oder Mode: Es gibt oft nicht nur günstigere, sondern auch nachhaltigere Alternativen - online sowie offline.

Bücher: Thalia, Fairbuch, Medimops

Händler wie Thalia, Hugendubel, oder buecher.de liefern innerhalb Deutschlands nicht nur kostenfrei, sondern auch innerhalb kürzester Zeit. Damit das Aussterben der kleinen Händler verhindert wird, lohnt es sich bei der Buchhandlung des Vertrauens (vor Ort) umzuschauen. Bei geniallokal.de können die Bücher online aus 650 Buchhandlungen nach Hause oder in das nächste Geschäft per Click&Collect bestellt werden. Der soziale Onlinehandel Fairbuch versendet nicht nur versandkostenfrei, sondern spendet auch zwei Prozent des Verkaufspreises an die Kindernothilfe. Wenn es nicht immer ein neues Buch sein muss, können gebrauchte Schnäppchen bei Verkaufsplattformen wie booklooker.de und Medimops geschlagen werden.

Elektronik: Refurbed, Notebooksbilliger

Verbraucher sollten sich nicht zu schnell von augenscheinlichen Angeboten und Streichpreisen blenden lassen. Ein Vergleich mit anderen Onlineshops lohnt sich - und nicht nur die Marktführer MediaMarkt und Saturn werben immer wieder mit unschlagbaren Preisen, sondern auch spezialisierte Fachhändler. Soll es zum Beispiel ein neuer PC, Laptop oder Tablet sein, ist notebooksbilliger.de bei manchen Produkten sogar bis zu 15 Prozent billiger als Amazon. Es sollte auch geschaut werden, ob es sich bei vermeintlichen Schnäppchen um Vorgängermodelle handelt und wie lange sich das Produkt in der Regel hält. Wenn es nicht unbedingt neu sein muss, ist refurbed.de eine nachhaltige und günstige Anlaufstelle. Hier können Produkte nicht nur bis zu 40% günstiger gekauft, sondern auch gemietet werden. Jedes Gerät kommt mit einer Garantie von mindestens 12 Monaten.

Andere Shops und Marktplätze: Fairmondo, Avocadostore, Kivanta

Eine grüne Alternative zu Amazon, bezüglich des Preises und der Auswahl, gibt es in der Größenordnung noch nicht, aber die Plattform Fairmondo versucht es - und das schon ziemlich erfolgreich. Die Aufmachung der Plattform ähnelt der des riesigen Konkurrenten, jedoch wird hier auf große Investoren und das schnelle Geld verzichtet. Die Genossenschaft unterstützt den nachhaltigen Konsum und will als fairer Marktplatz agieren. Ein guter Anfang! Wer Fashion und schicke Einrichtungsgegenstände liebt und dabei fair und nachhaltig shoppen möchte, sollte online den Avocadostore aufsuchen. Alle Anbieter auf der Seite werden auf Nachhaltigkeitskriterien geprüft, bevor deren Produkte auf der Seite vertrieben werden. Komplett plastikfrei geht es beim Shop Kivanta zu. Hier finden Verbraucher alles für den Haushalt - nachhaltig und ohne Schadstoffe.

Quelle: sparwelt.de

Donnerstag, 29. April 2021

Immer noch zu viel Zucker in Lebensmitteln für Kinder!

foodwatch fordert Limo-Steuer und Beschränkung von Junkfood-Werbung. Julia Klöckners Strategie der freiwilligen Selbstverpflichtungen ist ein Irrweg.

Die Verbraucherorganisation foodwatch hat im Kampf gegen Fehlernährung eine Limonaden-Steuer und eine Beschränkung des Junkfood-Marketings an Kindern gefordert. Besonders Erfrischungsgetränke und vermeintliche Kinderlebensmittel seien noch immer maßlos überzuckert.  Der von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner eingeschlagene Weg der freiwilligen Selbstverpflichtungen verhindere dringend notwendige gesundheitspolitische Maßnahmen, so foodwatch. Am Mittwoch stellt Bundesernährungsministerin Julia Klöckner Zwischenergebnisse ihrer Reduktionsstrategie von Zucker, Fett und Salz in Lebensmitteln vor. 
„Die Lebensmittelindustrie trägt eine Mitverantwortung an der globalen Adipositas-Epidemie. Julia Klöckner muss die Branche mit verbindlichen Maßnahmen in die Pflicht nehmen anstatt nur höflich um ein paar Gramm weniger Zucker in Fertigprodukten zu bitten. Die Zuckerlobby ist nicht Teil der Lösung, sondern Kern des Problems – doch für Frau Klöckner ist sie ein Partner im Kampf gegen Adipositas. Die Strategie der Ministerin ist ein Irrweg: Programme zur Tabak-Prävention entwickelt man auch nicht gemeinsam mit Philip Morris“, erklärte Oliver Huizinga, Leiter Recherche und Kampagnen bei foodwatch.
foodwatch forderte eine Limo-Steuer nach dem Vorbild Großbritanniens. Dort haben Getränkehersteller den Zuckergehalt ihrer Produkte deutlich heruntergeschraubt – seit Einführung der Steuer 2015 um etwa 35 Prozent. In Deutschland ist nach wie vor etwa jedes zweite Erfrischungsgetränk mit mehr als fünf Gramm pro 100 Milliliter überzuckert. Während in Großbritannien eine Fanta von Coca-Cola 4,6 Gramm Zucker pro 100 Milliliter enthält, liegt der Anteil einer deutschen Fanta bei knapp 8 Gramm. 

Keine ungesunden Lebensmittel für Kinder!

Die Verbraucherorganisation forderte darüber hinaus eine gesetzliche Beschränkung des Kindermarketings. Nur ausgewogene Lebensmittel sollten demnach an Kinder beworben werden dürfen. Die Industrie vermarkte ungesunde Lebensmittel mit Comic-Figuren auf Süßwaren-Verpackungen, mit Werbespots im Fernsehen und mit Social-Media-Stars auf Youtube oder Instagram direkt an Millionen von jungen Fans. Damit torpediere sie die Bemühungen vieler Eltern, ihren Kinder eine gesunde Ernährung beizubringen. Bundesministerin Klöckner setzt im Kampf gegen Adipositas und Typ-2-Diabetes fast ausschließlich auf freiwillige Selbstverpflichtungen – obwohl weltweit führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schon vor Jahren vor dieser Strategie gewarnt haben. Eine von der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ einberufene Expertenkommission hatte bereits 2019 gefordert, dass der Einfluss der Lebensmittelindustrie auf die Präventionspolitik weltweit eingedämmt werden muss und freiwillige Selbstverpflichtungen als „ineffektiv“ bewertet. Auch der wissenschaftliche Beirat des Bundesernährungsministeriums hat Selbstverpflichtungen in seinem Gutachten „Politik für eine nachhaltigere Ernährung“ als „nicht ausreichend“ beschrieben. Stattdessen empfiehlt der Beirat verbindliche Maßnahmen wie eine gesetzliche Beschränkungen des Kindermarketings, eine Zuckersteuer auf Süßgetränke sowie eine verpflichtende Nährwertkennzeichnung mit der französischen Ampelkennzeichnung Nutri-Score, um eine gesunde Ernährung effektiv zu fördern.

Quelle: foodwatch

Dienstag, 13. April 2021

DOKU: Billiges Fleisch - wer bezahlt für die kleinen Preise?

Die Deutschen genießen billiges Fleisch - selten haben sie weniger Geld für Lebensmittel ausgegeben. Um zu verstehen, unter welchen Bedingungen Rindfleisch in Südamerika produziert wird, fährt ein Team des SWR nach Brasilien. Das Land, in dem mehr Rinder als Menschen leben, ist einer der größten Fleisch-Produzenten auf dem internationalen Markt. Grundlage für den Erfolg ist billiges Weideland. Aber während für die Bäuerinnen und Bauern in der EU strenge Umweltstandards gelten, wird in Brasilien nach wie vor billiges Fleisch auf Kosten von Menschen, Tieren und der Umwelt erzeugt - Regenwald wird abgebrannt und wertvolle Feuchtgebiete zerstört.

Quelle: ARD Mediathek

HIER GEHT ES ZUR DOKU

Montag, 29. März 2021

Klimaschädliche Subventionen sozial gerecht abbauen

Baut die Bundesregierung gezielt Subventionen in den  Bereichen Energie, Verkehr und Landwirtschaft ab, kann sie den Klimaschutz deutlich voranbringen und soziale Ungerechtigkeiten reduzieren. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft im Auftrag von Greenpeace. Sie vergleicht erstmals systematisch die sozialen Auswirkungen eines Abbaus von Subventionen, die das Klima besonders stark belasten. In vielen Fällen profitieren Wohlhabende überdurchschnittlich von staatlichen Förderungen. Die Veröffentlichung baut auf der Vorgängerstudie von November 2020 auf. Diese untersuchte den Abbau zehn klimaschädlicher Subventionen hinsichtlich der Wirkung auf Klimaschutz und Staatshaushalt.

Quelle: Greenpeace

Freitag, 19. März 2021

FILMTIPP: Fast Fashion - Die dunkle Welt der Billigmode

Fast Fashion hat die Textilbranche von Grund auf verändert. Die Bekleidungsindustrie überschüttet den Planeten geradezu mit Textilien: 56 Millionen Tonnen Kleidung werden jährlich verkauft. Influencer und Neuromarketing sorgen für steigenden Absatz. Doch die Billigkleidung hat einen hohen Preis wie etwa prekäre Beschäftigungsverhältnisse und die katastrophale Umweltbilanz.

Nie zuvor wurden so viele Kleidungsstücke hergestellt wie heute: 100 Milliarden jedes Jahr. Die internationalen Konzerne liefern sich einen ständigen Wettlauf um neue Mode und höhere Profite. Diese gigantische Expansion soll anhalten: Dem Industriezweig wird bis 2030 ein Wachstum um 60 Prozent prognostiziert. Fast Fashion bedeutet erschwingliche Mode für alle. Möglichst viele Menschen werden in immer kürzeren Abständen mit Billigkollektionen versorgt. Vorreiter ist die Marke Zara. Jedes Jahr bringt der spanische Mode-Gigant 65.000 neue Modelle hervor. Klamotten shoppen ist zu einer echten Freizeitbeschäftigung geworden, gewaltig befeuert von den sozialen Netzwerken: Die Hälfte aller Instagram-Posts dreht sich um Fashion und Beauty. So beeinflussen die Marktführer der Fast Fashion mit Unterstützung einschlägiger Experten des Neuromarketings das Kaufverhalten ihrer Kunden. Fast Fashion profitiert vom E-Commerce. Keine Anprobe mehr im Geschäft, der Kunde bestellt online, lässt sich das Kleidungsstück liefern - und wenn es ihm nicht gefällt, schickt er es einfach zurück. Wegwerfkleidung und Wegwerfarbeit: Dafür steht eine Armee von Boten bereit, deren Arbeitsbedingungen mehr als prekär sind. Die Textilindustrie ist die Branche mit der zweitschlechtesten Umweltbilanz. Die aus Holzfasern gewonnene Viskose – der Lieblingsstoff der Fast-Fashion-Hersteller – wird als umweltfreundliche Alternative verkauft. Doch bei der Erzeugung dieses Gewebes kommen zahlreiche Chemikalien zum Einsatz. Dies führt zu schwerwiegenden Gesundheitsschäden bei den Arbeitern, aber auch bei den Menschen, die in der Nähe der Fabriken wohnen, wie beispielsweise im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh. Vier Millionen Tonnen Textilien landen in Europa jedes Jahr in der Mülltonne. Von den Altkleidern wird nur knapp ein Prozent recycelt. Die Modebranche will glauben machen, dass sie nachhaltiger wird, aber tatsächlich passiert genau das Gegenteil.

Quelle: Arte

Hier geht es zur Doku bei Arte

Montag, 8. März 2021

Vortrag zum Thema Unternehmensverantwortung von Konzernen

Dieser Vortrag wird am 4. Mai in kürzerer Form online (Zoom) wiederholt. Bei Interesse bitte eine Mail ab 25.4. an: faireinkaufen@posteo.de

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Am 19. März präsentiert "Fair einkaufen-aber wie?"-Autor Frank Herrmann in Kooperation mit der VHS Penzberg seinen neuen Online-Vortrag (Zoom) um 19.30 Uhr

"Vom Ende der Freiwilligkeit –
warum die Wirtschaft klare Spielregeln braucht"

Zum Inhalt: Global operierende Konzerne dominieren die weltweiten Lieferketten oftmals auf Kosten von Mensch und Natur in ärmeren Ländern. Die vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt, dass Selbstverpflichtungen großer Unternehmen nicht ausreichen, diese Missstände zu beseitigen. Die Coronakrise trägt dazu bei, globale Ungleichheiten zwischen Reich und Arm zu verschärfen. Zwar zeigen kleine Unternehmen, dass Veränderungen machbar sind, doch selbst ein Lieferkettengesetz ist nur der Anfang hin zu mehr globaler Gerechtigkeit, meint Sachbuchautor Frank Herrmann. Welche Gefahr die zunehmende Machtkonzentration in den Händen weniger Global Player für uns alle bedeutet, und warum und wie wir gegensteuern sollten, zeigt der Betriebswirt und Nachhaltigkeitsexperte in seinem Vortrag.

ANMELDUNG: fairtradestadt@penzberg.de  (Der Vortrag ist kostenlos)

Montag, 1. März 2021

Klimaschutzpotenziale von Videokonferenzen und Homeoffice

Ein großer Teil unserer Mobilität entsteht durch berufsbedingte Wege. Allein Geschäftsreisen machten vor COVID-19 gut ein Fünftel des gesamten Personenverkehrs aus (Quelle: BMVI). Ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie hat sich die Arbeitswelt grundlegend verändert. Homeoffice und mobiles Arbeiten sind für viele zur neuen Normalität geworden. Das Borderstep-Institut für Innovation und Nachhaltigkeit hat Geschäftsreisende zu ihrem Reiseverhalten sowie zur Nutzung von Videokonferenzen und Homeoffice vor und während der Pandemie befragt und sie um eine Einschätzung gebeten, wie sich diese Trends künftig entwickeln könnten. Demnach könnte die Zahl der Geschäftsreisen in Deutschland in Zukunft dauerhaft etwa ein Drittel niedriger liegen als vor der Pandemie. 

Große CO2 Einsparungen möglich

Videokonferenzen statt Dienstreise haben ein hohes Potenzial für den Klimaschutz. Damit könnten ca. drei Mio. Tonnen Treibhausgasemissionen im Jahr eingespart werden. Allein der Anteil der nicht gefahrenen Autokilometer bei dieser prognostizierten Reduktion der Geschäftsreisen macht rechnerisch 700.000 Pkw überflüssig und stellt die Frage nach dem Dienstwagenprivileg neu. Viele Menschen arbeiten zurzeit tageweise im Homeoffice und pendeln seltener zum Arbeitsplatz. Dafür nutzen sie dann aber häufiger als zuvor das Auto, um eine Infektion mit dem Corona-Virus zu vermeiden. Beide Effekte zusammengenommen, also mehr Homeoffice bei gleichzeitig mehr Autoverkehr, könnten in Deutschland zur Einsparung von ca. 1,5 Mio. Tonnen Treibhaus-gasemissionen im Jahr führen. Videokonferenzen und Homeoffice können einen wichtigen Beitrag leisten, den Verkehr zu verringern und damit das Klima zu schützen. Gleichzeitig sinken die Belastungen durch Lärm und Abgase, weniger Menschen verunglücken im Straßenverkehr. Um diese Tendenzen zu stärken und das mobile Arbeiten sowie die Nutzung von Videokonferenzen anstelle von Geschäftsreisen zu verstetigen, sind Unternehmen, Politik und Mobilitätsanbieter gefragt.

Quelle: VCD

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