Freitag, 15. März 2013

Von Liberia über Upala nach Ciudad Quesada



Vom heißen Liberia, das außer Shopping-Centern und Fast-Food Restaurants nicht allzuviel zu bieten hat, fuhr ich in einem stickigen Bus in östlicher Richtung nach Upala, einem landwirtschaftliche Zentrum, das ich nach zwei Stunden Fahrtzeit erreichte. Hier liegt, im äußersten Norden Costa Ricas, mal wieder der sprichwörtliche Hund begraben. Dennoch fand ich gleich im Zentrum ein nettes Hotel.

Eine ungewöhnliche Bromelie



Der Grund für meinen Besuch war eigentlich eine der zahlreichen Ananasplantagen, die sich um den Ort angesiedelt haben. Costa Rica ist in wenigen Jahren zum weltweit größten Exporteur der Bromelienart (ja, die Ananas gehört zur Familie der Bromelien und ist ihr einziger essbarer Vertreter) aufgestiegen. Jede zweite Ananas, die wir im Supermarkt kaufen, stammt aus dem kleinen mittelamerikanischen Land. Leider sind die Arbeitsbedingungen und die ökologischen Auswirkungen des rasant angestiegenen Ananasanbaus wenig erfreulich. Dazu mehr in einem der nächsten Blogbeiträge.

Leider eine Absage


Doch die Ananasplantage, die ich mir anschauen wollte, konnte mich aus verschiedenen Gründen (erfunden oder wahr) nicht empfangen. Das war zwar schade aber verschmerzbar, da ich in den kommenden Tagen weitere Termine auf anderen Plantagen ausgemacht habe. Ich hoffe, dass es keine weiteren Absagen geben wird

Zwischen Ökotourismus und Waldzerstörung


Die Tiefebenen, die man auf der Strecke von Upala in das südlich gelegene Ciudad Quesada durchfährt, waren vor wenigen Jahrzehnten noch dicht bewaldet. Doch rund 80 Prozent des Waldes mussten inzwischen der Landwirtschaft – vorwiegend Ananasplantagen – und der Viehzucht weichen. Soviel zum Thema Musterknabe Costa Rica was Umweltschutz und Ökotourismus angeht, den es in dieser Zone natürlich auch gibt. Er findet in den letzten Flecken Regenwalds statt, der den Motorsägen entkommen konnte und zu Naturschutzgebieten erklärt worden ist.
  

Aktiv, aber diesmal ruhig


Der aktive Vulkan Arenal, der auf der Strecke passiert wird, hüllte sich in dicke Wolken und blieb stumm. Das hatte ich in den neunziger Jahren auch schon ganz anders erlebt. Da schleuderte der 1670 Meter hohe Vulkan Steine und Asche in die Luft und Gaswolken und Lava krochen an seinen Flanken herab. Er ist halt nicht ganz zuverlässig und macht eigentlich was er will. Doch er ist nicht zu unterschätzen. Bei größeren Ausbrüchen sind schon viele Menschen ums Leben gekommen und ganze Ortschaften verwüstet worden.

Langweiliger, aber praktischer Standort


Nach knapp drei Stunden Fahrtzeit war mein Tagesziel Ciudad Quesada erreicht. Der Ort, der von den Einheimischen auch San Carlos genannt wird, liegt auf einer über 600 m hohen Hochebene, die dafür sorgte, dass das Thermometer nachmittags auch mal unter 30 Grad fiel. Das hatte ich seit Beginn meiner Reise nur selten erlebt. Zu sehen gibt es in dem wichtigen Handelszentrum rein gar nichts und es dient mir in den nächsten Tagen auch lediglich als Ausgangspunkt für Fahrten zu den Orten, um die herum Ananas angebaut wird. 

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