Montag, 25. Mai 2015

Faire Biketour 2015 erfolgreich gestartet



„Fair einkaufen-aber wie?“-Autor Frank Herrmann berichtet in Wort und Bild von den Eindrücken und Erlebnissen auf seiner „Fairen Biketour 2015“

Seit einigen Tagen sitze ich wieder auf dem Fahrrad, um Vorträge zu fairen Themen zu halten, Spenden für ein Projekt in Guatemala zu sammeln und Deutschland kennen zu lernen. Die erste Etappe führte nach der Zugfahrt Offenburg-Stuttgart bei kühlen Temperaturen und böigem Wind vom aufgrund des Umbaus sehr ungemütlichen Stuttgarter Bahnhofs nach Nürtingen immer am Neckar entlang, vorbei an Esslingen und Plochingen (netter Werbespruch der Stadtbetriebe zur Rohstoffsammlung: "Mischen impossible"). Eine gute Strecke zum Einrollen, denn ich hatte wenig Zeit, um mich körperlich auf die Tour vorzubereiten. In Nürtingen stand ein Vortrag zum Thema Fairer Handel auf dem Programm. Der Abend klang bei einem Bier mit meinen netten Gastgebern aus. 

Trocken geblieben!

Der nächste Tag begann mit Dauerregen und keiner guten Wettervorhersage. Doch gegen 12 Uhr hörte der Regen auf und eine halbe Stunde später saß ich im Sattel und fuhr auf welligem Gelände über Filderstadt nach Birkach bei Stuttgart, wo ich einen kurzen Boxenstopp mit Mittagessen, Kaffee und Kuchen (Radfahrer sind immer hungrig) bei einer ehemaligen Kommilitonin einlegte. Danach bergab in das wenig fahrradfreundliche Stuttgart, das ich durchqueren musste, um zu meinem Etappenziel Zuffenhausen zu gelangen. Dort traf ich spät, aber trocken ein. Nur eine Stunde später saß ich vor meinem Publikum, das gekommen war, um meinem Vortrag zu lauschen. Auch hier wurde es bei einem Bier mit den Gastgebern Mitternacht, bevor ich ziemlich groggy ins Bett fiel. Heute fand fast zeitgleich zu meinem Vortrag in Stuttgart und anderen Städten weltweit der „Ride of silence“ statt, eine Fahrradrundfahrt in Gedenken an die vielen toten Radfahrer, die der Straßenverkehr weltweit Jahr für Jahr fordert (in Deutschland mehr als 400 pro Jahr!). Da wäre ich natürlich gerne mitgeradelt!

Es geht bergauf!

Die nächste Etappe von Zuffenhausen nach Eislingen an der Fils begann mit einem Besuch beim Fahrradhändler, da meine frisch gewarteten Scheibenbremsen nicht richtig funktionierten. Daraus sollte in den kommenden Tagen ein Dauerthema werden. Begleitet von zwei netten ortskundigen Senioren, die sich schon am Vortag für das Mitradeln auf der heutigen Etappe angeboten hatten, ging es ein wenig später als geplant los. Zunächst bergab durch das reizvolle Feuerbacher Tal und dann über Wendlingen zur Rems, an der ein landschaftlich schöner Radweg entlang führt. Kurios sind sicherlich die Wasserschildkröten, die sich dort in der Sonne aalten. Mittagpause war in Schorndorf, ebenso ein weiterer Besuch bei einem Radhändler, um das Bremsenproblem (sie schleifen und die Räder haben nicht genug Freilauf). Danach stand ein heftiger Anstieg durch den Schurwald an (z. T. 23 Prozent) an, den ich auf Schotterpiste streckenweise nur schiebend bewältigen konnte. Immerhin muss ich ja rund 40 Kilo (Rad und Gepäck) bewegen. Zudem machte das Bremsenproblem das Radfahren nicht leichter. Als Entschädigung bot sich mir auf dem höchsten Punkt ein toller Blick über einen Großteil der Schwäbischen Alb. Danach ging es hügelig weiter bis Eislingen an der Fils, das ich erst kurz vor 19 Uhr erreichte. Hier Übernachtung bei einem jungen deutsch-amerikanischen Paar, das ich über warmshowers.org kontaktiert hatte, einer Webseite von und für Radler, bei denen man privat kostenlos übernachten kann.  

Ausgebremst!

Statt am nächsten Vormittag loszuradeln, war erneut ein Besuch in einer Fahrradwerkstatt wegen der Bremsen angesagt. Der freundliche Radhändler erklärte sich zur Reparatur bereit, nannte mir aber 14.30 Uhr als frühsten Abholtermin. Die Wartezeit überbrückte ich mit diversen Schreibarbeiten, Spaghetti mit Soße und frischen Erdbeeren. Um 15 Uhr ging es dann endlich mit teilreparierten Bremsen los. Nach drei Stunden, einer Lamaherde, einem harten Anstieg und starkem Gegenwind erreichte ich Aalen, wo ich mit einem Schlusssprint den Zug nach Ellwangen erwischte (mit dem Fahrrad wäre es sonst heute einfach zu spät geworden), allerdings ohne Zeit zu haben, eine Fahrkarte zu kaufen. Zum Glück gab es keine Kontrolle, die mich 40 Euro gekostet hätte. Das Ticket kaufte ich dann nachträglich im 20 Fahrminuten entfernten Etappenziel Ellwangen. Dort wohnen Freunde von mir und hier konnte ich meinen ersten Ruhetag genießen.  

Fortsetzung folgt ...

Hier gibt es alle Infos rund um die „Faire Biketour 2015“







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