Gerade jetzt in der Weihnachtszeit stehen Produkte aus Schokolade hoch im
Kurs. Doch was sich für uns mit Genuss oder Wohlgefühl verbindet, bedeutet für
viele Kakaobauern Armut und Leid. Der Weltmarktpreis des Kakaos ist in den
letzten dreißig Jahren tief in den Keller gerutscht. Schokolade versüßt unser
Leben. Doch Millionen Kakaobauern und Kakaobäuerinnen in Westafrika,
Lateinamerika und Asien leiden unter dem viel zu niedrigen Einkommen, dass sie
mit dem Kakaoanbau erwirtschaften. Dafür trägt auch die Schokoladenindustrie
eine Mitverantwortung. Millionen Kinder arbeiten in der Kakaoproduktion, allein
in Westafrika mehrere Hunderttausend davon unter sehr schlechten, teils
sklavenähnlichen Bedingungen. Viele Kakaobauern können sich einfach keine
erwachsenen, teureren Erntehelfer mehr leisten.
Mehr Engagement der großen Schokoladenfirmen gefordert
Dabei sind Alternativen möglich. Kakao und Schokolade aus fairem Handel
ist ein wichtiger Beitrag für bessere Lebensbedingungen der Kakaobauern und
ihrer Familien. Auch die internationale Schokoladenindustrie könnte für bessere
Produktionsbedingungen sorgen. Doch von ihrer Seite geschieht viel zu wenig. Erfolgreich
wehrt sie sich seit über einem Jahrzehnt gegen eine verbindliche
Zertifizierung, die sklavenähnliche Arbeitsverhältnisse und ausbeuterische
Kinderarbeit ausschließt. Eine Sorge treibt die Schokokonzerne indes um: Da
inzwischen viele Bauern auf lukrativere Pflanzen wie Kautschuk ausweichen,
werden für die nahe Zukunft Engpässe beim Kakaonachschub vorausgesagt. Diese
könnten die Konzerne vermeiden, wenn sie bessere Preise für Rohkakao bezahlten.
Doch hier mauern die Großen des Schoko-Business', das könnte die Gewinne
schmälern.
Heft und Kampagne für faire Kakaoproduktion
