
Schwer
bewaffnete Wilderer, schlecht ausgerüstete Ranger
Das Vorgehen der
Wilderer wird dabei zunehmend brutaler. Die kriminellen Strukturen sind mafiös
und die Tiere sind ihren Peinigern beinahe schutzlos ausgeliefert. Die
Jagdmethoden reichen von Betäubungspfeilen über Bolzen aus einer
Armbrust bis hin zu Großkaliber- und Sturmgewehren. Einmal zur Strecke gebracht
entfernen Wilderer mit Macheten oder sogar Kettensägen den zum Teil noch
lebenden Tieren Stoßzähne und Hörner. Die Wildhüter kommen oft zu spät.
Zwischen den Kadavern der Tiere deuten nur noch Patronenhülsen und
Zigarettenkippen auf das blutige Werk der Wilderer hin. Im Hwange Nationalpark
in Simbabwe vergifteten Wilderer kürzlich mehr als 300 Elefanten mit Zyanid,
berichtet der Telegrah. Es ist das
größte Massaker an Elefanten seit 25 Jahren. Damit erreicht die Profitgier
der Wilderer ein neues Ausmaß. Die Zustände in den Nationalparks sind zum
Teil bürgerkriegsähnlich. Mit Hubschraubern und gepanzerten Fahrzeugen
versuchen die Wildhüter das Geschäft zu unterbinden. Doch gegen die bis an die
Zähne bewaffneten Wilderer sind die jungen, oft schlecht ausgerüsteten
Wildhüter meist chancenlos.
Hauptabnehmer
China, Vietnam, Jemen
Der illegale Handel
mit Nashorn, Elfenbein und anderen Produkten geschützter Tierarten rangiert auf
Platz vier der lukrativsten Verbrechen der Welt, gleich hinter Waffen-,
Drogen-, und Menschenhandel. Er boomt seit sechs Jahren. Ein Auslöser für
die erhöhte Nachfrage beispielsweise in Vietnam soll ein hoher vietnamesischer
Regierungsbeamter gewesen sein, der behauptete, seine Krebserkrankung mit dem
Pulver aus Horn geheilt zu haben. “Genauso gut könnte man Fingernägel kauen”,
sagt Sylvia Ratzlaff vom WWF. Denn Horn besteht aus Keratin, Hauptbestandteil
von Haaren und Fingernägeln. Die mit Abstand meisten Abnehmer findet das graue
Gold Afrikas auf den Märkten Chinas, Vietnams und zunehmend im Jemen. In
einigen Kulturen gilt das Horn eines Rhinozeros als Statussymbol. Andernorts
wird es pulverisiert als Wundermittel gegen Krankheiten gepriesen.
Terroristen
finanzieren sich mit Tiermord

Verhaltene Maßnahmen
Die Regierungen der
betroffenen Länder reagieren mit unterschiedlichen Maßnahmen. Die
Obama-Administration vernichtete am vergangenen Wochenende symbolisch die
amerikanischen Lagerbestände an Elfenbein. Auch in vielen afrikanischen Ländern
werden immer wieder illegale Tierprodukte verbrannt, um sie dem Markt zu
entziehen. Der Erfolg ist allerdings kaum messbar. Pro Tag werden weiterhin zwei bis drei Elefanten und Nashörner getötet.
Die Verluste könnten bald nicht mehr durch die Geburtenrate kompensiert werden.
Inzwischen hat die US-amerikanische Regierung eine Million Dollar auf die
Ergreifung der Händler der illegalen Tierprodukte ausgesetzt. Das Kopfgeld gilt
in erster Linie Mitgliedern des sogenannten Xaysavang Netzwerkes, dass von Laos aus operiert.