Sonntag, 5. Juli 2015

Faire Biketour, Teil 9: Von Saarbrücken über den Pfälzer Wald nach Karlsruhe



Fair einkaufen-aber wie?“-Autor Frank Herrmann berichtet in unregelmäßigen Abständen von den Eindrücken und Erlebnissen auf seiner „Fairen Biketour 2015“

Gegen Mittag stand in Saarbrücken ein Vortrag zum Thema Fairer Handel an der htw Saar an (Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes), der eingebettet war in weitere Aktivitäten rund um den Fairen Handel. Nachmittags fand eine „Biketour in der Biketour statt“. Zuerst hielt ich einen Minivortrag zu Fairer Elektronik in einem evangelischen Gemeindezentrum, gefolgt von Erdbeben-Bildern aus Nepal einer Teppichhändlerin, die in Saarbrücken fair gehandelte Teppiche anbietet. Danach fuhr ein kleines Grüppchen Interessierter mit dem Rad zur Uni Saarbrücken, der ersten Fairtrade-Uni Deutschlands (zudem ist Saarbrücken ja auch die erste Fairtrade-Stadt Deutschlands). An der Uni wurde uns erklärt, mit welchen  Maßnahmen man den Titel bekommen konnte. Nach der Rückfahrt zum evangelischen Gemeindezentrum klang der Tag mit einem netten Grillabend aus.

Schöne Landschaft, aber viele Höhenmeter

Der heutige Fahrtag von Saarbrücken nach Kaiserslautern hatte es in sich. Das lag nicht nur an der Entfernung (insgesamt), sondern auch an den Höhenmetern (etwas mehr als 1000). Es lag aber auch an mir, da ich beschloss dem Saar-Nahe-Höhenweg und dann Glan-Blies-Radweg zu folgen. Dies tat ich etwas zu lange und bis ich wieder auf Kurs war, hatte ich 20 Extrakilometer auf dem Tacho. Doch die Landschaft – zumindest auf dem ersten Teilstück bis Homburg – entschädigte für die Mühen. Danach ging es entlang stark befahrener Landstraßen bis in die Außenbezirke Kaiserslauterns, die sehr stark US-amerikanisch geprägt sind. Ganz in der Nähe liegt ja der Stützpunkt Ramstein. Um zu meinem Übernachtungsort in Dansenberg, etwas außerhalb von Kaiserslautern zu gelangen, waren noch einige Höhenmeter zu überwinden. Dort blieb ich bei der Familie einer netten Mitarbeiterin des Weltladens Kaiserslautern.

Tolles Radeln im Pfälzer Wald

Heute stand eine kurze, aber wellige Etappe durch den Pfälzer Wald an. Doch bevor ich den guten Radweg von Kaiserslauten nach Waldfisch-Burgalben fand, irrte ich etwa eine halbe Stunde auf Waldwegen umher. Dabei kam ich aber unvermutet an einem sehr schönen Waldsee vorbei, in dem sich Hunderte Kaulquappen tummelten. Nach einem Eis bei freundlichen Italienern in Waldfisch-Burgalben erreichte ich bereits am frühen Nachmittag mein Etappenziel Merzalben. Hier übernachtete ich im ausgezeichneten Bikepark Hostal, das ein nettes Pärchen mit viel Enthusiasmus führt. Das Hostal hatte ich ein Jahr zuvor bei einer Wanderung mit einem Freund entdeckt. Das Konzept des Hostels scheint aufzugehen: Geführte Mountainbiketouren für Gruppen in die Umgebung gepaart mit gutem Essen, einer Sauna, Wäscheservice und schön hergerichteten Zimmern in einem alten Forstamtsgebäude. Zumindest dieses Jahr sind alle Wochenenden ausgebucht (Mo-Do ist zu). Wer also dorthin möchte, sollte eine Gruppe von mindestens acht Wanderern oder Mountainbikern mit viel Vorlauf zusammenstellen.

Zurück im Rheintal

Nach einem guten Frühstück im Hostal folgte ich bei bestem Wetter einem guten Radweg bis Landau, der meist leicht bergab verlief und mich obendrein mit Rückenwind verwöhnte. Nach einer Rast in Landau fuhr ich weiter Richtung Osten, wo ich mal wieder den Rhein überquerte. Wenig spektakulär ging es dann nach Süden bis in die Innenstadt von Karlsruhe, dem Wohnort meiner hiesigen Gastgeber. Da es auf der heutigen Etappe im Rheintal sehr warm geworden war, hatte ich nach den fast 110 Kilometern dann wirklich genug. Nach drei Radtagen in Folge kann ich den bevorstehenden Ruhetag gut gebrauchen. Meine Gastgeber wollten mich noch zu einem Musikkonzert mitnehmen, aber dazu war ich nicht mehr in der Lage.

Fortsetzung folgt ...








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