Donnerstag, 13. März 2014

Illegale Abholzung – Ikea-Tochter verliert Nachhaltigkeitssiegel



Einem Bericht der Stuttgarter Nachrichten zufolge hat das Ikea-Tochterunternehmen Swedwood das FSC-Umweltsiegel für seine in der russischen Teilrepublik Karelien bewirtschafteten Wälder verloren. Das Unternehmen soll in schützenswerten Gebieten Bäume abgeholzt haben, begründete FSC-Sprecher Lars Hoffmann am 25. Februar die Entscheidung. Das FSC-Siegel wird von der Organisation „Forest Stewardship Council“ an Unternehmen vergeben, die für ihre Produkte Rohstoffe aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern verwenden. Swedwood hat in Karelien rund 300.000 Hektar Wald gepachtet. Das Gebiet an der finnisch-russischen Grenze war seit 2006 FSC-zertifiziert. Swedwood produziert Möbel für die Ikea-Einrichtungshäuser. Ikea selbst zeichnet seine Produkte nach eigenen Angaben allerdings nicht mit dem FSC-Siegel aus.

Schwerwiegende Verstöße gegen FSC-Standards

Bei jährlichen Prüfungen in Karelien sei FSC auf Missstände aufmerksam geworden. Ende Januar berichtete es von „schwerwiegenden Verstößen“ in fünf Fällen gegen die in Russland gültigen FSC-Standards. Dabei ging es vor allem um Abholzungen in Gebieten wie Biotopen, wo auch uralte Bäume stehen. Aus diesem Grund sei dem Tochterunternehmen des Möbelriesen das Zertifikat entzogen worden, sagte Hoffmann. Ikea bezeichnete die Aufhebung des FSC-Umweltsiegels am Dienstag als „vorübergehend“. Die Abweichungen beträfen hauptsächlich die Ausrüstung und Schulung der Mitarbeiter sowie die Forstverwaltung und seien größtenteils bereits behoben worden, teilte das Unternehmen mit. Zudem fälle Ikea keine Bäume in besonders schützenswerten Wäldern (HCVF) und verwende keine alten Bäume für die Produkte.

Montag, 10. März 2014

VeggieHotels für GreenTec Awards 2014 nominiert


Erstmals macht eine Hotelkooperation das Thema "klimaschonende, ethische und ökologisch verantwortliche Ernährung" zum Kernpunkt ihres Brandings. VeggieHotels spricht damit eine wachsende Zielgruppe mit vegetarisch-veganem Lebensstil an. Gegründet im Jahr 2011 verzeichnet VeggieHotels bereits über 500 Häuser in 60 Ländern, die ihren Gästen konsequent rein vegetarische oder vegane Speisen anbieten. Von der einfachen Pension bis zum exklusiven 5-Sterne-Resort sind bei VeggieHotels alle Kategorien vertreten. Das Konzept geht auf: VeggieHotels ist einer der drei Top-Kandidaten für die GreenTec Awards 2014 in der Kategorie "Lifestyle".

Auch im Urlaub vegetarisch leben

"Der Vegetarierbund Deutschland (VEBU) gratuliert VeggieHotels zur Nominierung bei den GreenTec Awards und drückt die Daumen für den ersten Platz. „Wir begrüßen, dass der Veggie-Trend zunehmend auch von Wirtschaftsentscheidern wahrgenommen wird. Die Zielgruppe vegetarisch und vegan lebender Menschen wird für Unternehmen wichtiger. Heute sind es vor allem politisch interessierte, jüngere, gut gebildete und gut verdienende Menschen, die sich bewusst für eine nachhaltige und deshalb pflanzenbetonte Ernährung entscheiden und diese Lebensweise auch im Urlaub ganz selbstverständlich leben", so Sebastian Zösch, Geschäftsführer des VEBU. "Wir beobachten überall im Veggie-Markt ein starkes Wachstum. Die Nominierung der VeggieHotels für den GreenTec Award zeigt, dass die Wirtschaft das Wachstumspotential in diesem Bereich zunehmend erkennt", so Zösch weiter.

Die kostenfreie "VEBU-App" des Vegetarierbunds Deutschland (VEBU) erleichtert die fleischfreie Restaurantsuche: www.vebu.de/app 

30-Tage kostenloser Veggie-Schnupperkurs mit Ernährungs-Coach: https://vebu.de/einstieg/30-tage-veggie-schnupperkurs/ 

Vegetarische Restaurants weltweit finden: http://www.happycow.net/



Freitag, 7. März 2014

Fair & Bio – es wächst zusammen, was zusammen gehört



Die Auswahl an Fairtrade-Bio-Produkten in Deutschland wächst. Im Rahmen der BioFach-Messe in Nürnberg stellte TransFair erste Hochrechnungen für 2013 vor. Demnach stieg der Anteil der Fairtrade-Lebensmittel mit Bio-Zertifizierung von 52 Prozent 2012 auf aktuell 65 Prozent. „Die Biobranche muss über den eigenen Tellerrand schauen und sich einem ganzheitlichen Ansatz öffnen, der auch soziale Aspekte in den Anbauländern berücksichtigt“, forderte TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath. Das Schwerpunktthema der diesjährigen BioFach ‚Organic 3.0‘ zeigt, dass die Dringlichkeit erkannt wurde. „Die Kombination Fairtrade und Bio ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich Mensch und Umwelt in Einklang nachhaltig entwickeln können“, so Overath. 

Bio-Anteile variieren stark  

Mit rund 90 Prozent Bio-Anteil bleiben Fairtrade-Bananen der Spitzenreiter des bio-fairen Angebots. Inzwischen stammt jede zweite Bio-Banane in Deutschland aus Fairem Handel. Auch beim Traditionsprodukt Fairtrade-Kaffee haben fast drei Viertel der Bohnen Bio-Qualität, so erste Hochrechnungen für 2013.  82 Prozent des fairen Tee-Sortiments tragen ein Bio-Siegel, bei Reis sind es 60 Prozent, bei Schokolade 42 Prozent. Gemessen am Gesamtabsatz der Fairtrade-Lebensmittel in Deutschland stieg der Bio-Anteil im vergangenen Jahr auf 65 Prozent. „Das Verhältnis zwischen bio und konventionell schwankt. Es ändert sich je nach Einlistung absatzstarker Waren. Der Trend ist aber eindeutig: Sowohl die Vielfalt als auch der Absatz von Fairtrade- und Bio-zertifizierten Produkten steigt kontinuierlich“, erklärte Overath. Gerne verschweigt TransFair allerdings, dass Rosen - immerhin wichtigstes Fairtrade-Produkt in Deutschland - weiterhin einen Bio-Anteil von Null Prozent haben.

Fairtrade-Zertifizierung – Entwicklung ganzheitlich begreifen

Weil der Faire Handel Entwicklung ganzheitlich begreift, sind auch Umweltaspekte fest in den international gültigen Standards verankert. Dazu gehören unter anderem der Schutz von Biodiversität, Primärwäldern und Gewässern, Gentechnikverbot und eine Liste verbotener chemischer Substanzen. Bio-Anbau ist keine Voraussetzung für die Fairtrade-Zertifizierung, „diese Hürde würde gerade die Ärmsten ausschließen“, so Overath. „Zu geringe Pufferzonen zu konventionellem Anbau, ausgelaugte Böden und anfängliche Absatzeinbußen machen Bio als Einstiegskriterium für viele zu schwierig.“ Fairtrade holt die Produzenten an ihrem jeweiligen Entwicklungsstand ab. Die Umstellung auf Bio-Anbau wird gefördert – durch Beratung und Trainings sowie einer zusätzlichen Prämie für Bio-Produkte.

Dienstag, 4. März 2014

H&M-Produktion in Äthiopien – wiederholt sich Bangladesch?



Der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch am 24. April 2013 wurde zum Symbol für alles, was in der Kleiderproduktion für die westliche Welt schief läuft: Ausgebeutete Näherinnen, die in baufälligen Höllenlöchern T-Shirts herstellen, die in Deutschland und anderswo für nur einen Euro verramscht werden. Rund 30 Euro im Monat verdienen viele der Arbeiterinnen in Bangladesch nur. Haben die westlichen Bekleidungsriesen aus der Katastrophe gelernt? In den nächsten Monaten und Jahren könnte Äthiopien eine Antwort liefern. Denn in Afrika will der schwedische Modegigant H&M künftig verstärkt Produkte herstellen. Erste Kleidungsstücke liegen bereits in den Geschäften in Europa. Das Online-Magazin Wiwo Green hat mit Anna Gedda, Nachhaltigkeitbeauftragte bei H&M, über die anlaufende Produktion in Äthiopien gesprochen:

Afrika südlich der Sahara ist nicht unbedingt als Hort für hohe Arbeitsstandards und faire Löhne bekannt. Das scheinen keine guten Vorrausetzungen für verantwortungsvoll produzierte Produkte, oder?

Anna Gedda: Wenn wir neue Märkte suchen, schauen wir uns viele Faktoren an. Wie hoch die Produktionskosten sind zum Beispiel und wie lange die Produkte von dort bis zu den Konsumenten brauchen. Natürlich spielt auch die Qualität der Produktion eine Rolle und das Thema Nachhaltigkeit. Äthiopien war unter allen Gesichtspunkten eine gute Wahl.

Und warum ausgerechnet Äthiopien?

Wir haben für Äthiopien, wie bei allen anderen Produktionsstandorten, eine Risiko- Abschätzung gemacht. In der haben wir uns auch Aspekte der Nachhaltigkeit im Bereich Soziales und Umwelt angesehen und wir waren mit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), lokalen NGOs und Afrika-Experten der schwedischen Regierung im Gespräch.

Und was haben die Ihnen gesagt?

Wir haben viel darüber erfahren, wie das Land funktioniert. Alle sahen es als sehr positiv an, dass H&M dort produzieren will. Denn sie waren überzeugt davon, dass wir die Produktionsstandards erhöhen und lokalen Produzenten zeigen können, wie eine verantwortungsvolle Produktion aussieht.

Wie wollen Sie das anstellen?

Erst einmal sind die Textilfabriken in Äthiopien sehr viel moderner als man annehmen würde. Es gibt dort Gewerkschaften und auch lokale Tarifverträge, die es in Bangladesch in den meisten Fabriken nicht gibt. Sie regeln, wie gearbeitet wird, aber beinhalten zum Beispiel nicht die Löhne. Wir versuchen derzeit die Löhne in die Tarifverträge einzuschließen.

Glauben Sie wirklich, dass das eine Situation wie in Bangladesch verhindert? Dort sind die Arbeiter chronisch unterbezahlt und schieben Überstunden.

Ja, wir glauben, dass sich so etwas durch gute Vorbereitung verhindern lässt. Im Übrigen verbessert sich auch die Situation in Bangladesch allmählich.

Wie wollen Sie sichergehen, dass die Standards in den Fabriken auch eingehalten werden?

Wichtig ist hier der Kontext, in dem die Produktion stattfindet. Wenn es keine gesetzlichen Rahmenbedingungen gibt, die Sicherheitsstandards in Fabriken festlegen oder die Umsetzung dieser Vorgaben mangelhaft ist, dann hat die Bekleidungsindustrie ein Problem. Wir als Unternehmen können keine Regierung ersetzen …

… machen Sie es sich damit nicht zu einfach?

Einen Moment. Wir als großes Unternehmen können sehr wohl unseren Einfluss in einem Land geltend machen und wir können Dinge zum Positiven verändern. In Bangladesch zum Beispiel haben wir die Regierung gedrängt, Regeln für höhere Löhne und eine regelmäßige Zahlung der Gehälter zu erlassen. Außerdem waren wir die erste Marke, die die Vereinbarung für mehr Feuer- und Bausicherheit in den Fabriken unterzeichnet hat. Mit der Größe unseres Unternehmens kommt auch eine Verantwortung.

Wäre Äthiopien nicht eine gute Möglichkeit, hohe Standards von Beginn an durchzusetzen und nicht wie in Bangladesch erst nach etlichen Skandalen und Katastrophen mit hunderten Toten?

Das ist genau das, was wir in Äthiopien tun wollen. Wie gesagt, ein Start sind die Löhne. Es gibt derzeit keinen Mindestlohn in der Textilindustrie. Wir haben die Internationale Arbeitsorganisation gefragt, was wir in diesem Bereich tun können. Sie haben uns empfohlen, die Gehälter im öffentlichen Dienst des Landes anzusehen und diese dann als Vorgabe für die Löhne der Arbeiter bei unseren Zulieferern zu nehmen. Das haben wir auch getan.

Und wie wollen Sie prüfen, ob die Löhne wirklich gezahlt werden?

Wir haben ein sogenanntes Audit-System – also Mitarbeiter, die Zulieferer kontrollieren. Was wir aber für noch wichtiger halten ist, die Angestellten mit ihren Arbeitgebern ins Gespräch zu bringen, sodass sie über Sozialstandards  verhandeln können. Das Ziel ist, dass Arbeiter wie in Schweden und Deutschland ihre Anliegen bei der Unternehmensführung der Zulieferer vorbringen können.

Wie viele Leute kontrollieren denn vor Ort die Produktionsmethoden?

Derzeit beziehen wir nur Testbestellungen aus Äthiopien. Wenn das nach Plan läuft, werden wir die Produktion dort ausbauen. Aktuell sind unsere Mitarbeiter aus der Türkei in Afrika im Einsatz. In Zukunft werden wir aber auch feste Angestellte vor Ort haben, die Audits durchführen und mit den Zulieferern arbeiten. Genauso wie zum Beispiel in Bangladesch. Von unseren 450 Mitarbeitern dort arbeiten 90 zusammen mit unseren Zulieferern an den Themen Nachhaltigkeit und Arbeitsbedingungen. Allein an dieser Anzahl lässt sich der Stellenwert dieses Themas für H&M ablesen. Genauso wird es auch in Äthiopien sein.

Samstag, 1. März 2014

Fairtrade-Award 2014 an Wäschehersteller



Der Albstädter Wäschehersteller Comazo erhält den Publikumspreis des Fairtrade Awards 2014, der am 20. März in Berlin verliehen wird. Comazo überzeugte mit seinem Engagement im Bereich des fairen Handels und seinen Mitarbeitern, die selbst als Fotomodels Biowäsche aus der Kollektion comazo|earth präsentieren und in firmeneigenen Clips über ihre Welt der Wäsche berichten.

 

Bio, Fair, GOTS


Deutschlandweit ist comazo|earth die erste breit aufgestellte Unterwäsche-Kollektion - für Damen, Herren und Kinder - die konsequent aus Fairtrade zertifizierter, organischer Biobaumwolle hergestellt wird und zudem auch den strengen GOTS-Kriterien entspricht. Als vollstufiger Hersteller produziert Comazo die Unterwäsche selbst. Die Stoffherstellung und der Zuschnitt erfolgen in Deutschland, die Konfektion und Verpackung in Kroatien oder Rumänien.

 

Weltweit operierendes Familienunternehmen


Comazo verkauft die comazo|earth Kollektion in über 30 eigenen Stores in Süddeutschland, und seit 2013 auch über den eigenen Online Shop. Zudem werden zunehmend Einzelhändler und Handelsketten als Partner gewonnen. Das 1884 gegründete Familienunternehmen Comazo hat seinen Stammsitz in Albstadt und betreibt Niederlassungen in Europa, Russland und Rumänien Weltweit zählt das Unternehmen 540 Mitarbeiter, 185 davon arbeiten in Deutschland.