Ein von der Christlichen Initiative Romero (CIR) veröffentlichter „Labelguide“ untersucht 70 Nachhaltigkeitslabels, 35 Eigenmarken und 14 Unternehmen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Die meisten Labels erfüllen nicht die internationalen Qualitätsstandards für unabhängige Zertifizierung (ISO 17065) und verfügen über unzureichende Kontrollmechanismen. Grund dafür ist die hohe Komplexität globaler Lieferketten, die Transparenz über Produktionsbedingungen erschwert, während zugleich der Wunsch nach verantwortungsvollem Konsum wächst. Nachhaltigkeitslabels sollen Orientierung geben, können dieses Versprechen jedoch oft nicht einlösen. Besonders kritisch bewertet der Labelguide die sogenannten Audits, also die Kontrollen der Produktionsbedingungen. Diese werden häufig von Unternehmen selbst oder von Geschäftspartnern durchgeführt und gelten daher als wenig vertrauenswürdig. Am zuverlässigsten sind unabhängige, ISO-17065-zertifizierte Prüfstellen. Insgesamt zeigt die Studie: Während es bei ökologischen Kriterien Fortschritte gibt, bestehen große Defizite bei sozialen Standards und bei der Transparenz vieler Nachhaltigkeitslabels.
Quelle: eigene Zusammenfassung
