Dienstag, 19. Mai 2015

Kleinbauern: Für eine Welt ohne Hunger




Ein von der Welthungerhilfe e.V. angestoßener einjähriger Konsultationsprozess, der die Rechte und Lebensgrundlagen von benachteiligten Kleinbäuerinnen und -bauern in den Ländern des Südens in das Bewusstsein von Politik und Öffentlichkeit rücken soll, mündete im Februar in einem Treffen internationaler Landwirtschaftsexperten. Die Ergebnisse der Konferenz wurden in Form des „Berliner Memorandum“ niedergeschrieben und sollen auf dem G7-Gipfel vorgelegt werden.
Quelle: TransFair

Samstag, 16. Mai 2015

Make Fruit Fair! geht in die zweite Phase



Unter dem Motto "Gerechte Arbeitsbedingungen. Nachhaltige Entwicklung. Fairer Handel" stehen in den nächsten drei Jahren tropische Früchte im Fokus der Kampagne. Die Besonderheit: Ein erweiterter Trägerkreis von 18 Organisationen aus Europa, Ecuador, Kamerun, Kolumbien und den Windwards Islands setzt sich für existenzsichernde Löhne und faire Preise, die Einhaltung von Arbeitsrechten und den Schutz der Umwelt ein. Aus Deutschland sind neben BanaFair die Projekt- und Beratungsorganisation finep und die internationale Entwicklungsorganisation Oxfam beteiligt. Als Kooperationspartner bei einzelnen Maßnahmen sind das Forum Fairer Handel und der Weltladen-Dachverband ebenfalls mit dabei.

Kampagne für eine faire und nachhaltige Fruchtproduktion

Die Kampagne setzt sich dafür ein, dass Regierungen weltweit den Missbrauch der Einkaufsmacht der Supermärkte verhindern und sicherstellen, dass Unternehmen für die Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern haftbar gemacht werden können. Regierungen sollen eine Politik für faire und nachhaltige Fruchtproduktion unterstützen. Konsument/innen können über Ihren verantwortungsvollen Einkauf fairen Handel und nachhaltige Entwicklung fördern. Die Trägerorganisationen von Make Fruit Fair! setzen die Lobbyarbeit bei der EU-Kommission für eine Regulierung der Einkaufsmacht von Supermärkten fort. Mit einer Unterschriftenaktion ab Juni 2015 soll im Europäischen Jahr für Entwicklung Druck gemacht werden, um unfaire Handelspraktiken der Supermärkte zu stoppen.
Quelle: Forum Fairer Handel, Grafiken: Make Fruit Fair!

Mittwoch, 13. Mai 2015

Fairtrade mit Wachstumsrekord



Der Faire Handel ist nicht zu bremsen. Im vergangenen Jahr verzeichneten die Verkäufe Fairtrade-zertifizierter Produkte das stärkste absolute Wachstum seit Bestehen des Siegels: Insgesamt 827 Mio. Euro  gaben Verbraucher und Verbraucherinnen 2014 für Fairtrade-Waren aus, 173 Mio. mehr als im Vorjahr. Ein Plus von 26 Prozent. „Der deutsche Fairtrade-Markt entwickelt sich sehr dynamisch. Die absatzstärksten Produkte Kaffee, Bananen, Blumen und Kakao legen weiter kräftig zu“, so TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath. Die Produzentenorganisationen erhalten neben einem stabilen Mindestpreis eine zusätzliche Fairtrade-Prämie für Gemeinschaftsprojekte. Sie stieg durch die Verkäufe auf dem deutschen Markt um 30 Prozent auf 12,3 Mio. Euro. „Nachhaltige Entwicklung ist ein komplexer Prozess, der Zeit braucht und auch von vielen externen Faktoren abhängt. Der Diskurs mit Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ist daher ein wichtiger Arbeitszweig von Fairtrade, um die Erfahrungen aus dem Fairen Handel auch in die Politik einzubringen“, sagte TransFair-Vorstandsvorsitzender Heinz Fuchs. „Für Produktion und Handel braucht es soziale, ökologische  und menschenrechtlich verbindliche Standards – und dafür ist die Politik zuständig.  Als freiwilliger Standard belegt der Faire Handel, dass die Umsetzung möglich ist.“ Elementar sei zudem der Aufbau starker Strukturen im Süden, betonte Larry Attipoe, Direktor für Entwicklung bei Fairtrade International.

Hoher Bekanntheitsgrad


Der Gesamtabsatz von Fairtrade-Produkten stieg um 44 Prozent auf über 102.990 Tonnen. Kaffee, nach wie vor das Fairtrade-Produkt Nummer eins, legte um 18 Prozent auf 13.020 Tonnen zu. Der Marktanteil liegt bei 2,9 Prozent. Auch zu Fairtrade-Bananen griffen Verbraucher vermehrt: Der Absatz stieg um 62 Prozent auf rund 51.180 Tonnen. Damit tragen gut acht Prozent aller in Deutschland verkauften Bananen das Fairtrade-Siegel. Insgesamt 7.590 Tonnen Fairtrade-Kakao wurden eingesetzt, eine Versechsfachung gegenüber 2013. Dies ist vor allem auf die Einführung des Rohstoffprogramms  für Kakao zurückzuführen. Mit knapp 336 Millionen verkauften Stielen und einem Marktanteil von 25 Prozent bleibt Deutschland größter Markt für Fairtrade-Rosen. Positiv entwickelten sich auch weitere Produktbereiche, darunter Honig, Baumwollprodukte oder Softdrinks. 79 Prozent der Fairtrade-Lebensmittel trugen im vergangenen Jahr auch ein Bio-Siegel.
„Die Bekanntheit von Fairtrade wächst. 83 Prozent kennen das Siegel und 95 Prozent der Käufer vertrauen ihm“, sagte Dieter Overath. Dies ergab eine aktuelle GlobeScan-Studie. „Dank der guten Verfügbarkeit und Vielfalt stiegen die Pro-Kopf-Ausgaben auf zehn Euro pro Jahr.“ Overath sieht aber noch Potenzial: „In Großbritannien und der Schweiz geben die Verbraucher drei bis viermal so viel für Fairtrade-Waren aus.“ 

Quelle: TransFair
 Weitere Informationen im Jahresbericht

Sonntag, 10. Mai 2015

Elektronikriese Apple versucht sich an umweltfreundlicher Produktion



Der Technik-Riese Apple bemüht sich schon seit einiger Zeit darum, die Umweltbelastung durch seine Produkte und IT-Dienste auf ein Minimum zu senken. So werden inzwischen ein Großteil der Apple-Läden weltweit und alle Datenzentren, Büros und sogar manche Fabriken in den USA mit Grünstrom betrieben. Dafür nutzt das Unternehmen eigene Solar- und Windfarmen, Erdwärmekraftwerke, Wasserkraft und Brennstoffzellen. Wie Lisa Jackson sagt, die bei Apple das Thema Nachhaltigkeit verantwortet, ist das aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn der meiste Energieverbrauch fällt bei der Produktion der Geräte an (siehe Grafik) – und die passiert vornehmlich in Asien. Das Problem teilt Apple mit den allermeisten anderen Großkonzernen. Die bemühen sich inzwischen zwar redlich und meist mit Erfolg, an ihren Heimatstandorten auf mehr Klima- und Umweltschutz zu achten. Auf die Bedingungen in den Produktionsländern haben sie dagegen bisher kaum Einfluss.

„Grünere“ Produktion in China?

Apple hat sich als zweiten Schritt seiner Nachhaltigkeitsbemühungen nun aber zum Ziel gesetzt, das zu ändern. Im vergangenen Jahr sagte Lisa Jackson im Interview mit WiWo Green: “Wir müssen auf folgende Frage eine Antwort finden: Wie können wir auf den CO2-Ausstoß Einfluss nehmen, den wir gar nicht im eigenen Unternehmen verursachen?” Langsam zeigt sich, wie diese Antwort aussehen könnte. Zwar steht das Unternehmen “damit noch am Anfang”, wie Apple in seinem aktuellen Umweltbericht schreibt. Doch erste Schritte werden gerade gemacht. So hat Apple jetzt in zwei Solarfarmen in China mit 40 Megawatt Leistung investiert. Für den Analysten Justin Wu des Nachrichtendienstes Bloomberg New Energy sind die Gründe klar: “Viele Technikunternehmen wurden dafür kritisiert, dass sie ihre Verschmutzung ins Ausland auslagern. Apple geht diesen Kritikpunkt nun an.” Weiter ist Wu überzeugt: “Das könnte der Startschuss dafür sein, dass die Produktion in China grüner wird.” Tatsächlich versorgt der Strom aus den Solaranlagen, die in einer Provinz im Zentrum des Landes entstehen, keine Fabriken von Apple-Zulieferern, sondern er fließt ins öffentliche Netz und wird mit dem Verbrauch der Apple-Stores in den Großstädten verrechnet.

Programm für sauberes Wasser

Dennoch ist die Investition von Apple ein Zeichen, dass das Unternehmen jetzt mehr Umweltfreundlichkeit in den Märkten und Produktionsstandorten jenseits der USA und Europa schaffen will. Wie Apple genau die Aufgabe lösen will, dass zum Beispiel ein Unternehmen wie Foxconn, das das Gros der iPhones in China fertigt, Grünstrom nutzt, bleibt dabei abzuwarten. Dass Apple Einfluss auf seine Zulieferer hat, zeigt sich aber jetzt schon am Beispiel Wasser: So hat ein chinesischer Zulieferer für Schaltkreise seine Wasseraufbereitung von 12 auf 61 Prozent gesteigert, nachdem Apple für seine Zulieferer ein “Clean Water Programm” (Programm für sauberes Wasser) aufgesetzt hat. Das setzen Apple-Mitarbeiter zusammen mit den Zulieferern um. Insgesamt haben in der Pilotphase des Programms 13 Zulieferer mehr als eine Million Liter Wasser gespart. Die Standards, die Apple im Rahmen des Programms aufstellt, müssen alle der größten 200 Zulieferer einhalten. Deren Kalkül ist einfach: Sie wollen Apple als Kunden nicht verlieren. Und da sowohl Bürger als auch die Regierung in China zunehmend auf den Umweltschutz achten, zahlen sich die Maßnahmen auch für die lokale Unternehmenspolitik aus. Apple zeigt damit, dass ein Unternehmen durchaus Einfluss auf seine Zulieferer nehmen kann. Bis zu welchem Grad, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
Quelle: Wiwo Green; Grafik: Apple Umweltreport, Foto: apple.com

Freitag, 8. Mai 2015

Weltladentag: Kampagne fordert Regeln für Unternehmen


Anlässlich des Weltladentags am Samstag, den 9. Mai werden in zahlreichen deutschen Innenstädten Tatorte abgesperrt. Mehr als 400 Weltläden und Aktionsgruppen machen damit auf die Menschenrechtsverletzungen durch global agierende deutsche Unternehmen aufmerksam. Fair-Handels-Engagierte verteilen an Passanten und Passantinnen Haftbefehle gegen das fiktive Unternehmen Globarmex AG und informieren über die Kampagne „Mensch. Macht. Handel. Fair.“ Das beschuldigte Unternehmen Globarmex AG ist Sinnbild für international agierende deutsche Unternehmen, die Menschenrechte in den globalen Lieferketten missachten.  Prekäre Arbeitsbedingungen, Hungerlöhne und gesundheitsgefährdende Pestizide sind bei der Herstellung unserer Alltagsgüter keine Ausnahme. Auch deutsche Unternehmen sind entlang ihrer Produktionsketten direkt oder indirekt an Menschenrechtsverletzungen im Ausland beteiligt.  

Globalisierten Verantwortungslosigkeit auf Kosten der Schwächsten

Bislang können deutsche Unternehmen für Menschenrechtsverletzungen bei ihren ausländischen Tochterunternehmen und Zulieferern kaum haftbar gemacht werden. Denn es fehlt international und in Deutschland an verbindlichen menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten für Unternehmen. „Mit dieser globalisierten Verantwortungslosigkeit auf Kosten der Schwächsten, der Menschen am Anfang der Produktionskette, muss endlich Schluss sein“, fordert Armin Massing, politischer Referent des Forum Fairer Handel. „Der Faire Handel beweist seit mehr als vierzig Jahren, dass partnerschaftliche und transparente Handelsbeziehungen möglich sind. Diese Regeln sollten nun endlich für alle verbindlich gelten.“, so Anna Hirt, Kampagnenreferentin des Weltladen-Dachverband.

Kampagne für gesetzliche menschenrechtliche Sorgfaltspflicht

Im Rahmen ihrer gemeinsamen Kampagne „Mensch. Macht. Handel. Fair.“ setzen sich das Forum Fairer Handel und der Weltladen-Dachverband für eine gesetzliche menschenrechtliche Sorgfaltspflicht ein. Mit einer Unterschriftenaktion fordern sie die Bundesregierung auf – im Rahmen der Umsetzung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte in Deutschland – bis 2016 einen verbindlichen Rahmen zu schaffen.
Quelle: Forum Fairer Handel