Dienstag, 16. Juni 2026

Kinderarbeit: Ratgeber und Riskoanalyse

Fast 138 Millionen Kinder auf der Welt müssen arbeiten. Manche pflücken Tee, Kaffee- oder Kakaobohnen, andere knüpfen Teppiche und nähen Kleidungsstücke, brechen Steine oder schürfen nach Metallen und anderen Rohstoffen. Wie viele Kinder sich aus Armut und Ausbeutung befreien können, hängt auch davon ab, was hier bei uns in den Einkaufswagen und (Online-)Warenkörben landet. Die kostenlose Broschüre »Konsum ohne Kinderarbeit« von Terre des Hommes ermutigt Konsumentinnen und Konsumenten, nach Produkten Ausschau zu halten, die nicht durch Kinderhände geerntet, hergestellt oder transportiert wurden. Und sie gibt einen Überblick über Anbieter, Siegel und Produktalternativen des Fairen Handels.

Quelle: Terre des Hommes

Trotz gesetzlicher Verbote bleibt Kinderarbeit ein erhebliches Risiko in globalen Lieferketten. Analysen von Save the Children und The Centre for Child Rights and Business zeigen, dass in fast 70 Prozent der untersuchten Lieferketten Kinderarbeit nachgewiesen wurde. Grundlage sind 16 Risikoanalysen in neun Ländern (2023–2025) sowie rund 1.300 dokumentierte Fälle. Die Untersuchungen zeigen, dass Kinderarbeit häufig direkt mit Einkaufspraktiken und Strukturen von Unternehmen zusammenhängt und oft in informellen, schwer kontrollierbaren Bereichen der Lieferketten stattfindet. Pauschale Null-Toleranz-Strategien können das Problem sogar verschärfen: Werden alle unter 18-Jährigen von legalen Arbeitsplätzen ausgeschlossen, weichen viele in unsichere informelle Beschäftigungen ohne ausreichenden Schutz aus.

Quelle: Save the Children; Zusammenfassung Frank Herrmann