Dienstag, 9. Juni 2026

Digitalkonzerne: die gefährliche Macht der Cloud-Anbieter

Digitale Technologien können zur Bewältigung der Klimakrise beitragen, werfen aber zugleich Fragen nach Macht, Kontrolle und Nachhaltigkeit auf. Große Cloud-Anbieter wie Amazon Web Services (AWS) dominieren zentrale Teile der digitalen Infrastruktur und schaffen durch Marktmacht und Abhängigkeiten eine schwer kontrollierbare Konzentration von Einfluss. Dadurch geraten demokratische Kontrolle und digitale Souveränität zunehmend unter Druck. Die EU reagiert darauf über den „Cloud and AI Development Act" mit strengeren Vorgaben für Cloud-Dienste in sensiblen Bereichen wie Gesundheit, Energie und Finanzwesen, um Abhängigkeiten von außereuropäischen Anbietern zu verringern und den Schutz sensibler Daten zu stärken. Kritiker verweisen zudem auf einen Greenpeace-Bericht, dem zufolge AWS Geschäftsbeziehungen zu zahlreichen Unternehmen unterhält, die von Finanzinvestoren aus ethischen Gründen ausgeschlossen werden. Dies wirft Fragen nach der gesellschaftlichen Verantwortung des Konzerns und den Folgen seiner Geschäftspraktiken auf. Gleichzeitig verursacht die Cloud-Infrastruktur einen hohen Verbrauch von Energie und Wasser. Rechenzentren, Chipproduktion und KI-Anwendungen belasten Klima und Ressourcen erheblich. Kritisiert werden außerdem problematische Arbeitsbedingungen in Lieferketten sowie die aus Sicht von Umweltverbänden unzureichenden Anstrengungen großer Technologiekonzerne, auf ressourcenschonende und klimafreundliche Lösungen umzusteigen.

Quelle: Greenpeace; Zusammenfassung: Frank Herrmann