Außerirdische
besetzen die Erde – mit ihrer Hilfe erlassen Sie bindende (Umwelt-)Gesetze für
alle Länder. Welche wären das?
Ich würde
wollen, dass alle alles teilen. Jeder Mensch ist Teil einer Gemeinschaft und
ich finde, es sollte nicht immer nur um Besitz gehen.
Gibt es einen
Auslöser für Ihr soziales oder grünes Engagement?
Nein. Sie
wollen mehr? Na gut. Vieles bei Ben & Jerry’s kam von den Mitarbeitern.
Etwa beim Kampf gegen Verschwendung. Eiscreme, die geschmolzen war, wurde
einfach weggekippt. Also haben wir überlegt, wem wir damit etwas Gutes tun
könnten und haben uns mit lokalen Farmern zusammengetan. Überschüssiges Eis
haben wir dann an ihre Schweine verfüttert. Sie liebten alle Sorten, außer
Minze.
Hatten Sie
keine Angst, dass die Schweine Diabetes entwickeln würden?
Nein, die
Schweine waren glücklich und gesund.
Veganer,
Vegetarier, Fruktarier, Flexitarier oder Allesesser?
Allesesser, allerdings mit starker Tendenz zum Vegetarier.
Wer ist ihr
Öko-Held des Jahres und warum?
Vielleicht
nicht des Jahres, aber mein Held ist Amory Lovins, einer der Gründer des Rocky Mountain Institutes. Das ist eine sehr
fortschrittliche Umwelt-NGO. Amory ist ein Visionär. Er spricht mit dem
US-Militär darüber, wie es die Umweltbelastung, die etwa seine Kriegsschiffe
verursachen, reduzieren kann. Ich glaube mittlerweile hat das Militär erkannt,
dass der Klimawandel eine der größten Bedrohungen für die Sicherheit der USA
ist.
Wer ist ihr
Öko-Albtraum des Jahres und warum?
Mit
Ben & Jerry’s sind wir seit einiger Zeit in eine Kampagne
involviert, die sich für die Kennzeichnung gentechnisch veränderter
Nahrungsmittel einsetzt. Wie auch immer man zu Gentechnik steht - Konsumenten
haben ein Recht darauf, zu erfahren, wie ihr Essen hergestellt wurde. Doch
viele Konzerne wollen genau das verhindern und geben eine Menge Geld dafür aus.
Diese Leute verursachen mir schlaflose Nächte.
Ist die
Green Economy eine Chance für nachhaltiges Wirtschaften oder grün maskierter
Raubtierkapitalismus?
Ich glaube,
in der Wirtschaft wird viel Greenwashing betrieben. Aber gerade durch meine
Arbeit mit Sozialunternehmern wird mir klar, es gibt eine grüne Wirtschaft.
Wichtig ist, dass auch grüne oder soziale Unternehmungen schnell genug
skalieren.
Ist Ben & Jerry’s
denn Teil einer grünen Wirtschaft?
Ben & Jerry’s
steht am Rand der Green Economy. Das Unternehmen ist sich seiner Wirkung sehr
bewusst. Im vergangenen Jahr sind wir auf Fair-Trade-Zutaten umgestiegen und
verabschieden uns von gentechnisch veränderten Bestandteilen. Wir achten
auf unseren Energieverbrauch. Dennoch basiert Ben & Jerry’s
auf Konsum. Ich denke eine Wirtschaft, die auf Konsum und der Ausbeutung von
natürlichen Ressourcen aufbaut, ist nicht nachhaltig.
Würden Sie
sich als Aktivisten bezeichnen?
Vielleicht
als sanften Aktivisten. Ich war auch schon einmal weniger sanft. Es gibt aber
Leute, die tragen das Gefühl im Herzen, die wachen damit auf. Das bin ich
nicht. Ben (gemeint ist Mitgründer Ben Cohen) ist eher so.
Was ärgert
Sie?
Ich finde es
frustrierend, dass sich die USA nicht stärker für die Reduktion von
Kohlenstoffdioxid einsetzen.
Was macht
sie glücklich?
Aufwachen
und raus in diese wundervolle Welt zu gehen, macht mich jeden Tag glücklich.
Was würden
Sie jungen Menschen gern mitgeben?
Wir können
alle die Welt ändern und zwar auf eine Weise, die keine Bürde ist, sondern Spaß
macht.
Quelle:WiWo Green