Mittwoch, 14. Januar 2015

"Je suis Charlie" - eine Verneigung vor den Opfern



Karikaturisten aus aller Welt verabschieden sich mit Zeichnungen von ihren toten Kollegen von „Charlie Hebdo“. Gleichzeitig setzen sie ein Zeichen, dass sie sich ihre Meinungsfreiheit nicht nehmen lassen werden. Die Zeichner zeigen sich solidarisch mit ihren Kollegen, die am Mittwoch bei dem Anschlag auf die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ in Paris getötet wurden. Sie lassen ihre Stifte nicht fallen, im Gegenteil: Seit Tagen gehen ihre Zeichnungen auf eine Reise durch soziale Netzwerke und Zeitungen. Ihre Bilder transportieren ihre Gefühle – Wut, Trauer aber auch Stärke. Greenpeace hat zehn berührende Beispiele ausgewählt.
Quelle: Greenpeace 

 









Sonntag, 11. Januar 2015

Spagat zwischen Profit und Nachhaltigkeit ­– Interview mit Jerry Greenfield, Gründer der Eismarke Ben & Jerry’s




Außerirdische besetzen die Erde – mit ihrer Hilfe erlassen Sie bindende (Umwelt-)Gesetze für alle Länder. Welche wären das?
Ich würde wollen, dass alle alles teilen. Jeder Mensch ist Teil einer Gemeinschaft und ich finde, es sollte nicht immer nur um Besitz gehen.

Gibt es einen Auslöser für Ihr soziales oder grünes Engagement?
Nein. Sie wollen mehr? Na gut. Vieles bei Ben & Jerry’s kam von den Mitarbeitern. Etwa beim Kampf gegen Verschwendung. Eiscreme, die geschmolzen war, wurde einfach weggekippt. Also haben wir überlegt, wem wir damit etwas Gutes tun könnten und haben uns mit lokalen Farmern zusammengetan. Überschüssiges Eis haben wir dann an ihre Schweine verfüttert. Sie liebten alle Sorten, außer Minze.

Hatten Sie keine Angst, dass die Schweine Diabetes entwickeln würden?
Nein, die Schweine waren glücklich und gesund.

Veganer, Vegetarier, Fruktarier, Flexitarier oder Allesesser?
Allesesser, allerdings mit starker Tendenz zum Vegetarier.

Wer ist ihr Öko-Held des Jahres und warum?
Vielleicht nicht des Jahres, aber mein Held ist Amory Lovins, einer der Gründer des Rocky Mountain Institutes. Das ist eine sehr fortschrittliche Umwelt-NGO. Amory ist ein Visionär. Er spricht mit dem US-Militär darüber, wie es die Umweltbelastung, die etwa seine Kriegsschiffe verursachen, reduzieren kann. Ich glaube mittlerweile hat das Militär erkannt, dass der Klimawandel eine der größten Bedrohungen für die Sicherheit der USA ist.

Wer ist ihr Öko-Albtraum des Jahres und warum?
Mit Ben & Jerry’s sind wir seit einiger Zeit in eine Kampagne involviert, die sich für die Kennzeichnung gentechnisch veränderter Nahrungsmittel einsetzt. Wie auch immer man zu Gentechnik steht - Konsumenten haben ein Recht darauf, zu erfahren, wie ihr Essen hergestellt wurde. Doch viele Konzerne wollen genau das verhindern und geben eine Menge Geld dafür aus. Diese Leute verursachen mir schlaflose Nächte.

Ist die Green Economy eine Chance für nachhaltiges Wirtschaften oder grün maskierter Raubtierkapitalismus?
Ich glaube, in der Wirtschaft wird viel Greenwashing betrieben. Aber gerade durch meine Arbeit mit Sozialunternehmern wird mir klar, es gibt eine grüne Wirtschaft. Wichtig ist, dass auch grüne oder soziale Unternehmungen schnell genug skalieren.

Ist Ben & Jerry’s denn Teil einer grünen Wirtschaft?
Ben & Jerry’s steht am Rand der Green Economy. Das Unternehmen ist sich seiner Wirkung sehr bewusst. Im vergangenen Jahr sind wir auf Fair-Trade-Zutaten umgestiegen und verabschieden uns von gentechnisch veränderten Bestandteilen. Wir achten auf unseren Energieverbrauch. Dennoch basiert Ben & Jerry’s auf Konsum. Ich denke eine Wirtschaft, die auf Konsum und der Ausbeutung von natürlichen Ressourcen aufbaut, ist nicht nachhaltig.

Würden Sie sich als Aktivisten bezeichnen?
Vielleicht als sanften Aktivisten. Ich war auch schon einmal weniger sanft. Es gibt aber Leute, die tragen das Gefühl im Herzen, die wachen damit auf. Das bin ich nicht. Ben (gemeint ist Mitgründer Ben Cohen) ist eher so.

Was ärgert Sie?
Ich finde es frustrierend, dass sich die USA nicht stärker für die Reduktion von Kohlenstoffdioxid einsetzen.

Was macht sie glücklich?
Aufwachen und raus in diese wundervolle Welt zu gehen, macht mich jeden Tag glücklich.

Was würden Sie jungen Menschen gern mitgeben?
Wir können alle die Welt ändern und zwar auf eine Weise, die keine Bürde ist, sondern Spaß macht.
Quelle:WiWo Green

Donnerstag, 8. Januar 2015

Strafgefangene statt illegale Arbeiter auf thailändischen Fischerbooten?



Viele Migranten schuften auf thailändischen Fischerbooten wie Sklaven (s. auch „Fair einkaufen-aber wie?“ Juni 2014). Um den Imageschaden zu beheben, will die Regierung nun Strafgefangene zur Zwangsarbeit verpflichten. Menschenrechtler sind entsetzt.

Von mittelalterlichen Sklaven sind die Arbeiter auf manchen thailändischen Fischerbooten kaum zu unterscheiden. „Sie arbeiten oft 20 Stunden unter schlimmsten Bedingungen“, sagt Sampong Srakaew. Der Thailand-Direktor der Hilfsorganisation Seafarers Action Centre hat einige der Arbeiter gerettet. Über die Zustände auf den Schiffen sagt er: „Wenn ein Arbeiter nicht zur Zufriedenheit des Bosses geschuftet hat, wird ihm das Essen verweigert, und manche sagen, sie seien mit Eisenstangen geschlagen oder angekettet worden.“ Viele Migranten aus Kambodscha, Myanmar oder Bangladesch, die verzweifelt Arbeit suchen, gehen Menschenhändlern ins Netz. Manche werden betäubt und entführt, wie Menschenrechtler dokumentiert haben. Der Arbeiterbedarf sei immens, sagt Annette Lyth von der UN-Organisation gegen Menschenhandel. Manche Boote sind drei Jahre auf See, der Lohn beträgt oft nur 168 Euro im Monat. „Deshalb besorgen oft Vermittler Arbeitskräfte“, sagt sie. Für Menschenrechtler sind sie Sklavenhändler.

Zwangsarbeit nichts Ungewöhnliches

Genaue Zahlen gibt es nicht, Schätzungen zufolge arbeiten rund 300.000 Menschen auf den Schiffen. Thailand ist der drittgrößte Exporteur von Fisch und Fischprodukten der Welt, nach China und Norwegen. Das Land exportiert rund 200.000 Tonnen für rund 6,7 Milliarden Euro im Jahr. 17 Prozent der Besatzungen haben nach einer Studie der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) Zwangsarbeit erlebt. Die Europäische Union hat deshalb Alarm geschlagen, in Europa und in den USA drohten Supermarktketten, thailändische Fischprodukte aus dem Sortiment zu nehmen. Das EU-Parlament zeigte sich entsetzt. „Das ist schockierend. Zwangsarbeit hat keinen Platz in unserer Welt“, meinte die bis November amtierende Kommissarin für Fischereifragen, Maria Damanaki, und verlangte eine umgehende Untersuchung – aber was ist seitdem geschehen?

Strafgefangene statt illegale Arbeiter?

Das thailändische Arbeitsministerium hat eine Idee lanciert, die Menschenrechtler auf die Barrikaden treibt: Strafgefangene könnten die illegalen Arbeiter ersetzen. „Das ist ein mörderischer Job mit Züchtigung“, sagt der stellvertretende Direktor von Human Rights Watch, Phil Robertson. „Das ist vergleichbar mit einem Todesurteil, denn mancher Arbeiter überlebt den Knochenjob nicht.“ Zwar plant die Regierung nun ein nationales Register, in dem alle Schiffe und alle Arbeiter, die darauf beschäftigt sind, registriert werden sollen. Das sei zwar lobenswert, sagt eine Sprecherin der EU-Delegation in Thailand, wie wirksam es sein wird, steht allerdings dahin. Bei den vorübergehend ausgesetzten Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit Thailand werde die EU darauf bestehen, dass Thailand ILO-Standards gegen Zwangsarbeit umsetze. Sanktionen fasse die EU bisher nicht ins Auge.
Quelle: Greenpeace

Montag, 5. Januar 2015

„Wir haben es satt!“- Stopp von Tierfabriken, Gentechnik und TTIP



In Sachsen-Anhalt erhält einer der größten Schweinehalter in Europa Berufsverbot, da er seine Tiere jahrelang gequält hat; in der Entenmast macht ein erneuter Skandal bei Wiesenhof Schlagzeilen – weitere Gründe für die sinkende Nachfrage in Deutschland nach industriell produziertem Billigfleisch. Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher fordern eine artgerechte Tierhaltung. Die Bundesregierung setzt jedoch weiterhin auf Investitionen in neue Megaställe und Großschlachthöfe.
 
Kostendeckende Preise für Bauern

Die geplanten Freihandelsabkommen TTIP und CETA würden die Lebensmittelstandards weiter senken sowie Gentechnik und Hormon-Fleisch den Weg nach Europa ebnen – zum Vorteil einiger Großkonzerne und zum Schaden von Mensch, Tier und Umwelt. Doch eine steigende Zahl von Menschen fordert größere Transparenz in der Produktion und Verarbeitung. Sie wollen eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft, denn nur die ist fair für Erzeugerinnen und Erzeuger und kann langfristig die Welt ernähren. „Um dies zu erreichen, braucht es kostendeckende Preise für Bäuerinnen und Bauern, die respektvoll mit den Tieren und der Umwelt umgehen. Es bedarf einer regionalen Erzeugung statt steigender Weltmarktorientierung für Lebensmittel“, so Jochen Fritz, Sprecher der „Wir haben es satt!“-Demo.

TTIP und CETA verhindern
 
In Deutschland wächst die Zahl der Bürgerinitiativen, die neue Megaställe verhindern und bäuerliche Strukturen in der Tierhaltung fordern. Auch die Proteste gegen TTIP und CETA reißen nicht ab. Gemeinsam ruft daher ein breites gesellschaftliches Bündnis aus über 80 Organisationen aus Bauern-, Verbraucher-, Tier- und Umweltschutzorganisationen sowie Eine-Welt-Organisationen erneut zur Demonstration auf – für eine grundlegende Agrarwende und den Stopp von Tierfabriken, Gentechnik und TTIP. Zur fünften „Wir haben es satt!“-Demonstration werden wieder zehntausende Menschen erwartet. Die Demonstration beginnt am Samstag, den 17. Januar 2015, um 12 Uhr am Potsdamer Platz in Berlin.
Quelle: PM Meine Landwirtschaft