Montag, 18. Juli 2022

Ethiquable-Schokolade 2.0

Ökofairer Kakao, nachhaltig verarbeitet in genossenschaftlicher Schokoladenfabrik

Seit wenigen Monaten produziert die französische Fairhandelsorganisation Ethiquable ihre Gourmetschokoladen in einer eigenen, nagelneuen Schokoladenfabrik nordwestlich von Toulouse im Süden Frankreichs. Inzwischen werden dort 25 verschiedene Schokoladen von verschiedenen Partnergenossenschaften produziert.

Mehrwert für die Kakaobauern

Die langjährige nordperuanische Partnerkooperative Norandino liefert als Vorprodukt Kakaomasse in Blöcken. Die Investition in die Verarbeitung des Kakaos lohnt sich doppelt für die Bäuerinnen und Bauern. Sie erhalten nicht nur einen deutlich höheren Preis für ihren Kakao, sondern stärken auch die Fähigkeiten und das Fachwissen ihrer Kooperative.

Nachhaltige Produktion

In der unter ökologischen Gesichtspunkten gebauten Fabrik werden die Kakaoblöcke eingeschmolzen und zusammen mit sorgfältig ausgewählten und überwachten Zutaten zu leckeren Gourmetschokoladen verarbeitet. Die hierfür benötigte Energie erzeugt die Genossenschaft vor Ort zu einem Viertel mit eigenem Solarstrom. Der restliche grüne Strom stammt von Enercoop, einem französischen Verbund von mehr als 300 Erzeugern von erneuerbarem Strom – und ist garantiert frei von Atomstrom!

Ethiquable besuchen

Von der ausgezeichneten Qualität der Ethiquable-Schokoladenvielfalt kann man sich persönlich auf der Biofach in Nürnberg vom 26 bis 29.7.22 (Stand 7a-150) überzeugen. Dort zeigt Ethiquable Deutschland aber unter anderem auch biofaire Ursprungskaffees, vor Ort abgefülltes tunesisches Olivenöl und Ananasstücke - direkt in Madagaskar verarbeitet. Auch das neue Besucherzentrum der Schokoladenfabrik in Fleurance im Department Gers kann man besuchen. Dort erfährt man mehr über die Geheimnisse eines guten Kakaos, die Arbeit der Kleinbäuerinnen und -bauern und die Verarbeitung der Schokolade. Falls die Zeit nicht für einen Besuch der Schokoladenfabrik ausreicht, kann man sich mit zwei Videos (siehe unten) trösten.

Quelle: Ethiquable, Fotos Frank Herrmann


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier kann man die Videos auf Youtube anschauen:

Video1

Video2

 


Donnerstag, 7. Juli 2022

Der Faire Handel überwindet die Corona-Delle

Nach einer Talfahrt im ersten Jahr der Pandemie konnte sich der Faire Handel in Deutschland 2021 wieder wirtschaftlich behaupten. Im Geschäftsjahr 2021 wurden 1,9 Milliarden Euro zu Endverbraucherpreisen mit Produkten aus Fairem Handel umgesetzt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Plus von 7 %. Im Durchschnitt gaben die Verbraucher*innen in Deutschland pro Kopf 23,5 Euro für faire Lebensmittel und Handwerksprodukte aus. Fast 80 % dieses Gesamtumsatzes wurden mit Fairtrade-gesiegelten Produkten generiert (1,56 Milliarden, + 6,2 %). Die anerkannten Fair-Handels-Unternehmen erwirtschafteten mit dem Verkauf fair gehandelter Waren 2021 einen Umsatz von 228 Millionen Euro. Im Vergleich zu 2020 entspricht dies einem Plus von über 10 %. Dies ist vor allem auf höhere Kaffee- und Schokoladenumsätze sowie Steigerungen in den Segmenten „sonstige Lebensmittel“ sowie im Non-Food-Bereich zurückzuführen. Der Anteil von Fair-Handels-Unternehmen am Gesamtumsatz des Fairen Handels in Deutschland beläuft sich auf fast 12 %. Fair-Handels-Unternehmen sind ausschließlich im Fairen Handel tätig und folgen mit ihrer gesamten Unternehmenspolitik seinen international definierten Grundsätzen. Mit einem Umsatz von 72 Millionen sind die Weltläden und Weltgruppen im zweiten Jahr der Pandemie wirtschaftlich stabil geblieben. Angesichts der schwierigen Lage für den innerstädtischen Einzelhandel in Deutschland und pandemiebedingten Schließungen ist dies eine reife Leistung der Fachgeschäfte des Fairen Handels. Mittlerweile bieten mehr als 900 Weltläden in Deutschland das breiteste Sortiment an fair gehandelten Lebensmitteln und Handwerksprodukten an. Der Faire Handel mit Produkten aus dem Globalen Norden setzte 2021 seinen Erfolgskurs weiter fort. Es wurden fair gehandelte Lebensmittel aus Deutschland und Europa im Wert von über 140,6 Millionen Euro (+ 3,4 %) verkauft. Dazu zählen u. a. Naturland Fair-gesiegelte Milchprodukte, Mehl und Backwaren aus Deutschland, aber auch Kräutertees, Wein und Obstsäfte mit dem Fair for Life-Siegel. Fairtrade-gesiegelte Produkte stammen hingegen ausschließlich aus dem Globalen Süden.

Quelle: Forum Fairer Handel