
Nur
drei Prozent der Weltbevölkerung leben in Staaten, in denen
zivilgesellschaftliche Grundfreiheiten garantiert sind. Das ist der Befund des
aktuellen Atlas‘ der Zivilgesellschaft. Der
Atlas stuft die Freiheitsrechte weltweit in fünf Kategorien von
"offen" bis "geschlossen" ein. Während sich nur für ein
Land die Einstufung verbessert hat, sind 14 Länder in eine schlechtere Kategorie
abgerutscht. Der Atlas der Zivilgesellschaft wird von Brot für die Welt und
CIVICUS, einem weltweiten Netzwerk für bürgerschaftliches Engagement, in diesem
Jahr zum fünften Mal veröffentlicht. Er dokumentiert, in welchen Ländern die
Zivilgesellschaft frei handeln kann und in welchen Staaten ihre Rechte bedroht,
eingeschränkt oder gar außer Kraft gesetzt sind. Nur 240 Millionen Menschen
weltweit leben in "offenen" Staaten, in denen zivilgesellschaftliche
Grundfreiheiten wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit garantiert sind. Dagegen
leben etwa neun von zehn Menschen in Staaten mit "beschränkter",
"unterdrückter" oder "geschlossener" Zivilgesellschaft.
Das zweischneidige Schwert „Digitalisierung
Inhaltlicher
Schwerpunkt des Atlas‘ ist in diesem Jahr die Digitalisierung. Sie ist für
zivilgesellschaftliche Organisationen und Akteure Chance und Bedrohung
zugleich. Denn Aktivistinnen können mit digitalen Tools ihre Inhalte
effizienter verbreiten und sich schneller vernetzen, aber auch die Regierungen können
ihre Bürger viel einfacher überwachen – häufig mit Techniken made in Europe. Weitere
digitale Bedrohungen zivilgesellschaftlicher Freiheiten sind Online-Zensur und
Internetsperren, die es Regierungen ermöglichen, Meinungs- und Pressefreiheit
auszuhebeln. Indien führt die Rangliste der Internetsperren an. Allein 2020
wurde das Internet laut der NGO Access Now dort über 100 Mal abgeschaltet. In
Tansania gab es 2020 nur einen einzigen Shutdown des Internets, der wiederum
dauerte gleich mehrere Tage und begann einen Tag vor der Präsidentschaftswahl.
Quelle: Brot
für die Welt
Hier kann man den Atlas der Zivilregierung downloaden