
Haselnüsse

Kakao
Der Kakao für Nutella stammt nach Angaben von Ferrero aus
der Elfenbeinküste, aus Ghana, Nigeria oder Ecuador. Der Konzern wirbt auch in
Bezug auf Kakao damit, dass der Anbau bis 2020 als nachhaltig zertifiziert
werden soll. Recherchen des NDR auf den Kakaoplantagen der Elfenbeinküste
zeigten, dass viele Kinder dort trotz anderslautender Versprechungen der
Schokoladen-Industrie noch immer unter ausbeuterischen Bedingungen für die
Ernte von Kakao eingesetzt werden. Das Kinderarbeit auf den Kakao-Plantagen
ihrer Zulieferer ein großes Problem ist, ist auch Ferrero bekannt – trotzdem
lässt der Konzern sich mit der Problembekämpfung reichlich Zeit: Im Zuge der
Zertifizierung soll „Menschenhandel, missbräuchliche Kinderarbeit und
Zwangsarbeit von Erwachsenen in unserer Kakaolieferkette“ vermieden werden. Bis
sich das ändert, werden die Kinderarbeiter von heute, wohl schon Erwachsene
sein.
Palmöl
Nutella enthält Palmöl. Das
pflanzliche Fett macht das Produkt streichzart. Das mögen Nutella-Liebhaber. Ferrero
gibt an, dass pflanzliche Fett werde seit 2013 aus zu 100 Prozent zertifiziert
nachhaltigem Anbau bezogen, der größte Teil des verwendeten Palmöls stamme aus
Malaysia. In Malaysia nahm die Waldrodung in der Zeit von 1990 bis 2005 um 85
Prozent zu, wobei 4,2 Millionen Hektar Land mit Palmöl-Plantagen bepflanzt
wurden. Dabei gingen wichtige Ökosysteme für immer verloren, oftmals wurden
Menschen von ihrem Land vertrieben und der Boden mit gesundheitsschädigenden
Agrochemikalien verseucht. Ferrero ist seit 2005 Mitglied des „Round Table on
Sustainable Palm Oil“ (RSPO), der für nachhaltige Produktion und Verwendung von
Palmöl steht. Doch das Siegel steht massiv in der Kritik,
Nichtregierungsorganisationen lehnen die Kennzeichnung als „Greenwashing“ ab.
Denn in Malaysia und Indonesien, den weltweit größten Palmölproduzenten, ist
die Ausbreitung der Palmölproduktion die wichtigste Ursache für Entwaldung.
Aber RSPO schließt nicht einmal die Regenwaldrodung aus. Das Siegel „verbietet“
lediglich die Abholzung von Primärwäldern und Wäldern mit besonderem
Schutzwert. Stammt das Palmöl von Waldflächen, die vor 2008 abgeholzt wurden,
darf es das RSPO-Label tragen – damit kann die Rodung nachträglich legitimiert
werden.
Quelle: Greenpeace Magazin/Julia Lauter