Samstag, 27. April 2013

Umweltfreundliche Kaffeekapsel – wie ein Schweizer Uhrmacher einen Schweizer Weltkonzern ärgert


Kaffee ist auch 2013 mit rund 150 Liter pro Person unangefochten der Deutschen liebstes Getränk. Die größten Zuwachsraten haben auf dem hart umkämpften Kaffeemarkt neben Einzelportionen-Mixes (Kaffee, Milchpulver und Zucker) vor allem Kaffeekapseln, bekannt unter anderem durch die Nespresso-Werbung mit George Clooney. 2012 konnten nach Angaben des Deutschen Kaffeeverbands rund 10.000 Tonnen Kaffeekapseln abgesetzt werden, ein Plus von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und etwas mehr als die gesamte Menge an Fairtrade-Kaffees, von denen 2012 etwa 9322 Tonnen verkauft wurden.

Energieverschwendung pur


Doch die kleinen bunten Kapseln, die dem Marktführer Nespresso 2010 einen Umsatz von rund 2,4 Mrd. Euro bescherten, belasten die Umwelt enorm. Und das nicht nur durch den Kaffeeanbau, der für sich genommen, bereits umweltschädlich ist durch den Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger sowie Klimagasen, die beim Transport entstehen. Denn die Kapseln bestehen aus Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Bei einem Stückgewicht von etwa einem Gramm summieren sich die etwa sieben Milliarden Kapseln (2010) zu einem großen, energiefressenden Aluminiumberg. Die Recyclingquote beträgt in der Schweiz rund 60 Prozent. In Deutschland ist der Prozentsatz gesammelter Kapseln nur schwer separat zu bestimmen, da diese über das Duale System recycelt werden.

Viele Maßnahmen – geringe Wirkung

 


Selbst wenn der Kapsel-Markführer Nespresso, der zum Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé gehört, Anstrengungen unternimmt, die Energiebilanz seiner Kapseln zu verbessern, bleibt die Ökobilanz fatal. Daran ändern auch nachhaltig produzierter Kaffee, energieeffizientere Kaffeemaschinen, die Verwendung von Kapseln aus rund 15 Prozent weniger Aluminium und die Steigerung der Recyclingquote auf 75 Prozent nur wenig. Fakt ist: Ohne Nespresso und Co. gäbe es keine Kapseln und somit auch kein Kapselumweltproblem.

Umwelt schützen und Geld sparen


Ausgerechnet aus der Schweiz, kommt nun die Lösung für den Kapselmüll. Sie wird Nespresso nicht sonderlich gefallen, tut der Umwelt aber immens gut. Der Schweizer Uhrmacher Erwin Meier hat die erste umweltfreundliche wiederauffüllbare Kaffeekapsel aus Edelstahl für Nespressomaschinen erfunden. Neben der Umwelt wird aber vor allem auch der Geldbeutel geschont. Die Ersparnis ist immens: Wer durchschnittlich zwei Kapseln pro Tag nutzt, gibt dafür jährlich zwischen 220 (Nespresso-Imitat) und 260 (Nespresso Original) Euro aus. Dabei verbraucht man lediglich rund 3,6 Kilo Kaffee. Nutzt man die wiederauffüllbare Kaffeekapsel, die im Internet für 33 Euro erhältlich ist, und die gleiche Menge Kaffee, zahlt man insgesamt nur rund 90 Euro. Da fällt die Entscheidung eigentlich nicht schwer. Dem würde wohl sogar Gorge Clooney zustimmen.

Mehr zur wiederauffüllbaren Kaffeekapsel unter: http://www.mycoffeestar.com/

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