Sonntag, 1. April 2018

Stefan Loose Travel Handbücher – die faireren Reiseführer


Als Tony und Maureen Wheeler 1973 den ersten Lonely-Planet-Reiseführer  mit  dem  Titel  „Across  Asia  on  the  Cheap“  veröffentlichten, ahnten  die  beiden  australisch-englischen  Autoren  nicht,  dass  sie damit  den  Grundstein  einer  Erfolgsgeschichte  ohnegleichen  legen würden.  Denn  immer  mehr  Menschen  reisten  und  waren  anderen Menschen dankbar, die ihnen ihre Reiseziele und Tipps dazu näherbrachten. Heute ist aus der Zehn-Mann-Firma ein weltumspannender Verlag mit Niederlassungen in Melbourne, Oakland, London und Paris geworden, der 650 Titel in seinem Programm hat, jährlich rund 55 Millionen Reiseführer in 14 verschiedenen Sprachen verkauft und 400 Angestellte sowie 150 Autoren beschäftigt. Viele – vor allem jüngere – Reisende schwören auf den Lonely Planet (LP).

Es ist voll auf dem „Gringo-Trail“

Doch wer mit dem Lonely Planet im Rucksack oder im Koffer reist, muss damit rechnen, unterwegs viele Gleichgesinnte zu treffen – ob er will oder nicht. Und die sogenannten Geheimtipps entpuppen sich oftmals als Touristenfallen. Am idyllisch gelegenen Wasserfall stehen dann Würstchenbuden, der einsame Strand ist müllübersät, und die familiäre Pension im Stadtzentrum ist belegt – natürlich von anderen LP-Lesern. Der LP spiegelt wie kein anderer Reiseführer die Problematik von gutgemeinten Reisetipps für ein Massenpublikum wider: Sind Reiseführer also mit schuld daran, wenn etwa kleine Inseln in Thailand, die früher nur von wenigen Reisenden besucht wurden, heute von Partytouristen überrannt werden? Sind sie Wegbereiter für Naturzerstörung, Klimaveränderungen und kulturelle Eingriffe? Welche Verantwortung haben Reiseführer diesbezüglich?

Loose-Autoren übernehmen Verantwortung

Diese Fragen stellen sich zunehmend auch die Reisebuchautoren, beispielsweise die Autorinnen und Autoren der Stefan Loose Travel Handbücher, die heute zum DuMont Reiseverlag gehören. Auch in den orangefarbenen Büchern, die es bereits seit 40 Jahren gibt, geben Autoren Empfehlungen und Tipps. Allerdings sind sich Loose-Autoren ihrer Verantwortung für die Zielregionen zunehmend bewusst. Bereits 2006 wurde ein Baumsymbol eingeführt. Es kennzeichnet sozial und ökologische Reiseangebote, sei es das Hotel, das seinen Gewinn an soziale Projekte abführt, sei es der Weber, der einen fairen Preis für sein Kunsthandwerk erhält, oder sei es der lokale Reiseveranstalter, der sozial und ökologisch ausgewogene Trips organisiert.

Mit positiver Auswahl Reiseverhalten beeinflussen

Reiseführer, ob klassisch als Buch oder zunehmend in elektronischer Form, sind Katalysatoren. Mit der Auswahl, die der Autor trifft, beeinflusst er das Verhalten seiner Leser und ein wenig auch das Verhalten der Bereisten. Denn die meisten von ihnen freuen sich, wenn sie kostenlos in einem Reiseführer erwähnt werden. Und sie freuen sich, wenn ihre Bemühungen für eine bessere Welt auf diese Weise honoriert werden. Positive Selektion heißt das Stichwort: Herausgehoben werden diejenigen, die sich für Mensch und Natur einsetzen. Mit dem Kauf eines Loose-Reiseführers belohnt der Reisende auch die Bemühungen der Autoren in diese Richtung. Gebraucht werden hierfür Autoren, die faire und grüne Tourismusangebote nicht nur aus einer Verpflichtung heraus aufführen, sondern die verstanden haben, dass sie mit ihrer Auswahl einen wichtigen Beitrag für einen besseren Tourismus leisten. Allgemein sind Reisebuchautoren und auch Reisejournalisten aufgefordert, ausgewogener über die jeweilige Destination zu berichten, die Schattenseiten des Tourismus nicht zu verschweigen und nicht auch noch den letzten unberührten Strand zu erwähnen.

Tipp: Auf der Webseite stefan-loose.de gibt es unter »fair&grün reisen« Anregungen für nachhaltiges Reisen und aktuelle Tipps im Forum rund um das Thema.

Quelle: FAIRreisen, Frank Herrmann; Bild 1: Backpacker, pixaby.com (Freie kommerzielle Nutzung), Bild 2: Plastikmüll, Frank Herrmann

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