Im Rahmen des Fair-Handels-Kongresses am 1./2. März in Mainz diskutierten Dr. Vandana Shiva, Trägerin des
Alternativen Nobelpreises, und Jürgen
Maier vom Forum Umwelt und Entwicklung, welchen Beitrag der Faire Handel
zu einem dringenden ökologischen und sozialen Wandel des globalen
Wirtschaftssystems beitragen kann.

Jürgen Maier vom Forum Umwelt und Entwicklung richtete den Blick stärker auf die wachsende Ungerechtigkeit und Ungleichheit in Deutschland. Hier sei die Unzufriedenheit mit der Politik neoliberaler Prägung groß. Viele ihrer Maßnahmen, etwa die Privatisierung der öffentlichen Daseinsvorsorge oder Freihandelsabkommen, seien nicht mehrheitsfähig. Um diese kritischen Meinungen für einen öko-sozialen Wandel zu gewinnen, muss die Zivilgesellschaft jedoch wieder politischer werden und verständlicher kommunizieren. Vor allem dürfe sie nicht davor zurückschrecken, die Machtfrage zu stellen: Wird die Politik von der Wirtschaft diktiert oder entspricht sie dem mehrheitlichen Willen der Bürger*innen? Jürgen Maier riet der Fair-Handels-Bewegung, die Ungerechtigkeit in Deutschland stärker zu adressieren, zum Beispiel unfaire Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse aus Deutschland oder unfaire Ar-beitsbedingungen in der Transportbranche. In jedem Fall werde ein öko-sozialer Wandel nur stattfinden, wenn er als fair empfunden wird. Dafür müsse sich der Faire Handel breiten gesellschaftlichen Allianzen anschließen.
Quelle: Forum Fairer Handel/Rolf K. Wegst