Dienstag, 18. September 2018

Faire Biketour 2018: Von Kiel nach Kassel


Nach einer kurzen, aber windigen Etappe ab Eckernförde erreichte ich Kiel, die Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins. Kurz vor dem Ziel ersparte mir eine kostenlose! Kanalfähre einen kilometerlangen Umweg. Mein Hotel lag mitten in der Stadt, ganz in der Nähe des Rathauses, in dem ich am Abend einen Vortrag zum Thema Faire Mode vor rund 120 Besuchern hielt. Eine Modenschau und faire Snacks rundeten den netten Abend ab. Am nächsten Tag ging es auf rund 80 Radkilometern weiter nach Lübeck, unterbrochen von einer angenehmen Mittagspause an den Plöner Seen. In Lübeck hielt ich am gleichen Abend einen Vortrag zum Thema Fairer Tourismus und am nächsten Abend einen weiteren Vortrag im nur rund 5 Kilometer entfernten Stockelsdorf, wo ich privat untergebracht war. Am nächsten Tag radelte ich mit dem lang ersehnten Rückenwind 72 Kilometer nach Hamburg-Bergedorf, wo ich abends in einem voll gefüllten Weltladen einen Vortrag zum Thema Kleinbauern/Klimawandel hielt.

Durch "Radbruch" ohne Radbruch

Nur rund 42 Kilometer und die Elbe trennten mich vom nächsten Etappenziel Lüneburg. Mit der Fähre überquerte ich die Elbe bei Winsen, fuhr leicht angespannt durch den Ort „Radbruch“ und checkte wenig später in der Jugendherberge Lüneburg ein – zum Glück ohne Schulklassen. Einen kleinen Aufreger gab es noch, da ich die falsche Satteltasche mit zum Vortrag in Lüneburg genommen hatte, dies 20 Min. vor Vortragsbeginn feststellte, und dann in Rekordzeit zur Jugendherberge und zurück radelte, um die richtige Tasche zu holen. Aber die Veranstaltung konnte fast pünktlich beginnen. Puh! Endlich Wochenende und nur Radfahren. Von Lüneburg radelte ich - vorbei an der futuristischen Fassade der Leuphana Uni - fast 90 Kilometer bis Celle und übernachtete in einer Pension, die ich im Internet ausfindig gemacht hatte. Abends war ich gerade noch in der Lage eine Pizza zu bestellen und etwas fernzusehen, so groggy war ich. Eine kürzere Etappe brachte mich von Celle nach Hannover, wo am Montag morgen ein Vortrag in einer Schule und abends ein Vortrag im Café Allerlei auf dem Programm standen.

Die Faire Biketour besucht den Pionier des Fairen Handels

Noch kürzer war die folgende Etappe von Hannover nach Hildesheim, wo ein gut organisierter Vortragsabend in der  Stadtbibliothek stattfand. Am nächsten Morgen machte ich einen Abstecher nach Nordstemmen, ganz in der Nähe des sehenswerten Schloss Marienburg, und Sitz der Fairhandelsimportorganisation El Puente. Nach einer Führung durch den Betrieb, einem Gespräch mit der Geschäftsleitung  und einem leckeren Mittagsessen in der Kantine radelte ich noch mehr als 70 Kilometer – zum Glück mit Rückenwind – bis Northeim. Die dort vom ADFC organisierte Veranstaltung war leider nur mäßig besucht. Besser sah es am nächsten Abend im nahe gelegenen Göttingen aus. Der kleine Weltladen war gut gefüllt und es entwickelte sich nach dem Vortrag eine rege Diskussion. Die Woche schloss ein Vortrag in Kassel ab, das ich ab Hannoversch Münden dem gut ausgeschilderten Fulda-Radweg folgend erreichte. Davor musste ich aber die erste längere Steigung der diesjährigen Biketour überwinden. Willkommen im deutschen Mittelgebirge!

Nachfolgend weitere Impressionen dieses Tourabschnitts
(Alle Fotografien dieses Blogbeitrags stammen von Frank Herrmann)








Samstag, 8. September 2018

Faire Biketour 2018 – Warmradeln im hohen Norden


Zusätzlich zur Hauptroute Flensburg-Füssen hatten sich weitere Vortragstermine ergeben, sodass meine Radtour mich in diesem Jahr zunächst auf die Nordseeinsel Juist führte. Dorthin gelangte ich – mit einem Zwischenstopp bei Freunden in Münster – mit dem Zug und dann natürlich mit der Fähre. Parallel zu meinem Aufenthalt (2 Vorträge) fand ein kleines, aber sehr feines Straßenkunstfestival statt mit zum Teil spektakulären Darbietungen (Akrobatin, die einen Pfeil nur mit den Füßen abschoss, oder ein Schwertschlucker, der auch noch mit dem Schwert im Hals einen Salto rückwärts machte! Echt der Hammer. 
Meine Route führte mich von Juist nach Oldenburg (2 Vorträge und Faires Frühstück) weiter über Bremen (1 Vortrag) nach Hamburg, das ich mit dem Zug erreichte. Ich folgte der Elbe vorbei am herausgeputzten Villenvorort Blankenese und bog dann wenig später nach Elmshorn ab. Unterwegs passierte ich die wohl entspannteste Deichschafherde aller Zeiten. Die Tiere lümmelten am und auf dem Radweg herum und ignorierten die Menschen um sie herum komplett. In Elmshorn war die Frau meines vorgesehenen Gastgebers, den ich über Warm Showers (Couchsurfing für Radfahrer) kontaktiert hatte, leider erkrankt, sodass ich zu einer befreundeten und sehr netten Pfarrerfamilie gebracht wurde. Nach einer angeregten Diskussion unter Weinreben (ja, auch im hohen Norden wachsen leckere Trauben) nahm ich am nächsten Morgen den Zug nach Flensburg, offizieller Startpunkt der Fairen Biketour 2018. Ich folgte dem Ostseeküsten-Radweg bis nach Glücksburg und nahm dann eine Route durchs Inland bis ins touristische Kappel mit seiner sehenswerten Schiffsbrücke. Bei schönem Wetter aber teilweise böigem Gegenwind radelte ich mit einem Abstecher zum sterilen Ostseebad Damp weiter bis nach Eckernförde, wo ich nach einigem Suchen nach fast 110 Radkilometern doch noch ein Hotelzimmer fand. 

Nachfolgend einige Impressionen der ersten Woche der Fairen Biketour(Alle Fotografien dieses Blogbeitrags stammen von Frank Herrmann)












Freitag, 24. August 2018

Countdown zur 5. Fairen Biketour läuft


Auch in diesem Jahr radelt „Fair einkaufen-aber wie?“-Autor Frank Herrmann, hält Vorträge und sammelt Spenden für einen guten Zweck

Anfang September ist es soweit. Die Faire Biketour 2018 startet am 2.9. in Flensburg an der dänischen Grenze. In den darauffolgenden vier Wochen durchquert Frank Herrmann dann Deutschland von Nord nach Süd bis zum Endziel Füssen im Allgäu am 28.9. Bis dahin hat der Radler rund 1500 Kilometer vor sich. Etappenziele sind in diesem Jahr unter anderem Kiel, Lübeck, Hamburg, Hannover, Göttingen, Kassel und Nürnberg. Die Stadt mit der Kaiserburg ist  Unternehmenssitz der Umweltbank, des diesjährigen Partners der Fairen Biketour.  

Zahlreiche Vorträge für ein fairen Lebensstil

Geplant sind rund 20 Vortragsveranstaltungen zu Themen rund um einen fairen und nachhaltigen Lebensstil, die dank der Unterstützung durch die Umweltbank in diesem Jahr kostenlos für die Veranstalter in den Etappenzielen sind. Wichtige Themen der fünften Fairen Biketour sind die Auswirkungen des Klimawandels auf Kleinbauern im globalen Süden, nachhaltige Geldanlagen aber auch Fairer Handel, Faire Mode, Fairer Tourismus und Faire Elektronik. Mit den Vorträgen möchte Buchautor Herrmann mehr Bewusstsein schaffen für ein faires Leben und einen fairen Umgang miteinander aber auch einen für einen emissionslosen Reisestil. Den Besuchern der Vorträge wird erläutert, warum wir in allen Lebensbereichen umdenken und zu einer generationengerechten, nachhaltigen und klimafreundlichen Lebensweise finden sollten. Hierzu gibt der Radler Informationen, Tipps und Anregungen. 

Radeln für den guten Zweck

Wie auch in den Vorjahren sammelt der Nachhaltigkeitsexperte auf seinen Vorträgen Spenden, die in diesem Jahr der Indienhilfe Herrsching zu gute kommen werden. Der Verein, mit dem DZI-Spendensiegel ausgezeichnet, fördert Projektarbeit in Westbengalen mit dem Schwerpunkt "kindzentrierte Entwicklung". Der Kampf gegen Kinderarbeit spielt dabei eine zentrale Rolle. In unregelmäßigen Abständen berichtet der Autor auf diesem Blog über seine Erlebnisse und Begegnungen.  Informationen rund um die Faire Biketour, die Veranstaltungsorte und eine Reisekarte finden sich HIER. Wer wissen möchte, wie es Herrmann auf früheren Vortragstouren mit dem Rad ergangen ist, findet unter http://faire-biketour.blogspot.com Berichte, Bilder und Routenverläufe. Auch vor und nach der Fairen Biketour 2018 sind Vortragstermine vorgesehen, mehr HIER.

Dienstag, 14. August 2018

… and the winner is … Sukuma arts präsentiert Siegerfilme zum Thema „Nachhaltiges Reisen“



Der Verein Sukuma arts, eine Plattform aus Dresden für Menschen, die sich für ökologisch und sozial nachhaltige Lebens- und Konsumstile engagieren, vergibt jährlich den Sukuma Award für die besten Idee rund um das ausgewählte Jahresthema. 2018 dreht sich alles um „Nachhaltiges Reisen“. Die Siegerfilme, ausgewählt aus rund 100 Filmideen, kann man sich hier anschauen:

„Ein nachhaltiger Albtraum“ (Idee: Nadine Michailow)  







„Im Reisebüro“ (Idee: Frank Herrmann, Autor von FAIRreisen)







„Wenn der Tourist dreimal klingelt“ (Idee: Marthe Gruner)







Von Sukuma aufbereitete Hintergrundinfos zum Thema Nachhaltiges Reisen finden sich hier: https://sukuma-award.de/thema/