Samstag, 18. Januar 2020

Nachhaltige Reiseführer – der Loose macht’s vor


Die neue (7.) Auflage des Stefan Loose Travel Handbuchs Peru/Westbolivien von „Fair einkaufen – aber wie?“ Autor Frank Herrmann geht neue Wege in Sachen Nachhaltigkeit.

Auch Touristen sind aufgefordert, ihren Beitrag zum Klima- und Umweltschutz zu leisten. Das wissen wir eigentlich, doch kaum am Urlaubsort angekommen, sind die guten Vorsätze wie weggeblasen. Zu sehr lenkt uns die neue Umgebung mit ihren vielfältigen Reizen ab. Also, doch schnell eine Plastikflasche gekauft, die Klimaanlage aufgedreht und das Kunsthandwerk irgendwo gekauft. Hinzu kommt, dass man sich nun mal in einem fremden Land nicht gerade besonders gut auskennt. Diese Lücke soll ja schließlich der Reiseführer schließen.  Und das tun die Stefan Loose Travel Handbücher, Teil des DuMont-Reiseverlags, seit mehr als 40 Jahren, in bewährter Loose-Qualität, die Ihresgleichen sucht.

Nachhaltige Tipps beim Loose

Doch der Loose kann und will mehr: Seit einigen Jahren kennzeichnen die Autoren nachhaltige Reiseangebote vor Ort mit einem leicht zu erkennenden Baumsymbol. Damit stärkt man nachhaltige Akteure vor Ort in Ihrem Unterfangen, neue Wege in Sachen Müllvermeidung, Umwelt- und Klimaschutz zu gehen. Da dieses Angebot in den meisten Ländern, zu denen es Loose-Reiseführer gibt, noch nicht sehr groß ist, leisten die Loose-Autoren wertvolle „Entwicklungsarbeit“. Die Landeskenner wissen, welches Hotel soziale Projekte unterstützt, welcher Reiseveranstalter sich für Tierschutz einsetzt, in welchem Restaurant die vegane Küche schmeckt und wo man sich seine Trinkflasche mit sauberem Trinkwasser auffüllen lassen kann  

Viel Neues in der 7. Auflage

Die 7. Auflage des Stefan Loose Travel Handbuchs Peru/Westbolivien geht nun den nächsten Schritt hin zu einem Reiseführer, der die bereits bestehenden Nachhaltigkeitstipps um zahlreiche neue Facetten erweitert. Hierzu zählen unter anderem Öko- und Klimadaten im Vergleich, das Vorstellen nationaler nachhaltiger Tourismussiegel, zwei Seiten zum Thema Freiwilligenarbeit mit vielen Adressen, Gastbeiträge deutscher Journalistinnen und Journalisten, die in Peru leben und über aktuelle, gesellschaftlich relevante Themen berichten, aber auch Infos zur Menschenrechtslage in Peru und Bolivien, Berichte des Autors über seine Besuche bei nachhaltigen Kooperativen und Unternehmen sowie einen Kasten zum Thema „Fairer Handel in Peru und Westbolivien“ inklusive zahlreicher Adressen, unter denen man Produkte aus fairem Handel aus beiden Ländern auch in Deutschland bekommt.
Quelle: Text und Bild Frank Herrmann

 

Dienstag, 7. Januar 2020

Neues Verbraucherportal: Nachhaltigkeit bei Investmentfonds


Facing Finance hat ein unabhängiges, frei zugängliches Verbraucherportal zur Nachhaltigkeitsbewertung von Investmentfonds online gestellt. Das Portal faire-fonds.info liefert Informationen und Bewertungen zu Beteiligungen der untersuchten Investmentfonds an kontroversen Unternehmen. Analysiert und bewertet werden 3.800 Eigen- und Fremdfonds, inklusive verschiedener Anlageklassen, der vier größten deutschen Fondsgesellschaften Allianz, Deka, DWS und Union Investment sowie rund 200 zertifizierte oder ausgewiesene "Nachhaltigkeitsfonds". Der Fokus der Analyse liegt auf der Beteiligung der Fonds an den Aktien oder Anleihen von 340 ausgewählten kontroversen Unternehmen. Diese tragen zu Menschen- oder Arbeitsrechtsverletzungen, Umweltzerstörung oder der Verschärfung des Klimawandels bei, sind in Fälle von Korruption und Geldwäsche verstrickt oder gehören zu den größten Rüstungsproduzenten weltweit. Die Auswertung der Beteiligungsanalysen zeigt laut Facing Finance, dass die untersuchten Fonds mehrheitlich in Unternehmen investiert sind, die ökologische, ethische und soziale Standards und Normen und damit Nachhaltigkeitskriterien verletzen. Unternehmen des Rohstoffsektors seien besonders kritisch zu sehen - und z.B. im Fonds DekaLux-GlobalResources enthalten, der zu 67,59% belastet sei. Der ETF Xtrackers Stoxx Europe 600 Oil&Gas sei mit 78,26% Belastung der Negativ-Spitzenreiter der Bewertung. Der beliebte und größte deutsche Investmentfonds DWS Top Dividende, der gerade die höchsten Ausschüttungen eines Fonds auf dem deutschen Markt angekündigt hat, investiere beispielsweise mit einem Gesamtanteil von 27,7% in Rüstungskonzerne wie BAE Systems und Raytheon, Menschen- und Arbeitsrechte missachtende Unternehmen wie Philip Morris International Inc. oder in für den Klimawandel maßgeblich verantwortliche, TOP CO-2 Emittenten wie Total S.A. und Chevron, so Facing Finance.

Fonds mit Nachhaltigkeitslabel oft nicht besser

Doch selbst Fonds, die von den Anbietern als nachhaltig, sozial oder ökologisch (ESG-Eigenlabel) bezeichnet werden, schneiden nach Angaben von Facing Finance nicht wesentlich besser ab. Von 74 Fonds, die entweder von Portalen/Anbietern als "nachhaltig" vermarktet/gelabelt werden oder eine entsprechende Bezeichnung im Namen tragen, könnten lediglich 17 Fonds als unbelastet gelten und damit als nicht investiert in kontroverse Unternehmen. 50 dieser "nachhaltigen" Fonds weisen einen Beteiligungsanteil von bis zu 10% auf, 7 sogar über 10%. Spitzenreiter mit 28,3% sei dabei der Fonds "Allianz European Equity Dividend - A”, der in Tabakkonzerne wie Imperial Brands und British American Tobacco sowie in Unternehmen wie Royal Dutch Shell und Total S.A. investiere, die mit ihren Geschäftsmodellen für Klimawandel und Umweltzerstörung verantwortlich seien. Kritisch wird auch zum Teil die Vergabe von Gütesiegeln für nachhaltige Fonds durch das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) beurteilt. Lediglich 13 der 61 vom FNG zertifizierten Fonds seien als unbelastet einzustufen. 31 Fonds hielten dagegen kontroverse Beteiligungen von bis zu 5%. 11 Fonds beteiligten sich mit 5% bis 10% an kontroversen Unternehmen, und 6 Fonds wiesen sogar einen kontroversen Beteiligungswert von über 10% aus. Das Portal faire-fonds.info will Verbraucher auch darauf hinweisen, dass einige Fondsanbieter das Etikett "nachhaltig" für Marketingzwecke nutzen und dabei auf die Einhaltung strenger ökologischer, ethischer und sozialer Gesichtspunkte zu geringen Wert legen. Die Auswahl der kontroversen Unternehmen beruht laut Facing Finance auf Bewertungen von sieben externen Analysen, u.a. den Ausschlusslisten des Norwegischen Pensionsfonds, der Investoren-Initiative Climate Action 100+, dem Bericht des Carbon Disclosure Projects (CDP), der Global Coal Exit List (GCEL), der SIPRI TOP 100 Waffenproduzenten sowie RepRisk Analysen.
Quelle:  www.epo.de

Samstag, 28. Dezember 2019

International Guide to Fair Trade Labels


Wer steht für Fairen Handel – und wie? Die fünfte Ausgabe des "International Guide to Fair Trade Labels" gibt Orientierung darüber, welche Fair-Trade-Standards die international definierten Prinzipien des Fairen Handels glaubwürdig umsetzen. Es handelt sich dabei um die einzige Publikation, die die Standards und Überprüfungssysteme der wichtigsten Zeichen für Fairen Handel weltweit untersucht.
Quelle: FFH

Donnerstag, 19. Dezember 2019

Viele Deutsche wollen nachhaltiger verreisen, tun es aber nicht


Unterwegs sein wie Greta Thunberg, das wollen gut 50 Prozent der Menschen in Deuschland. Die wenigsten von ihnen tun es wirklich.

Nachhaltig reisen ist spätestens seit Greta Thunbergs Fahrt im überfüllten ICE in aller Munde, auch in Deutschland. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung befürwortet umweltfreundlichere und sozial nachhaltigere Urlaubsreisen. Allerdings setzen weit weniger als 10 Prozent dies bei der Reisebuchung und –gestaltung auch um. Das ist das Ergebnis einer Studie, die im Auftrag des Bundesumweltministeriums von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) erstellt wurde. Die Studie zeigt auch auf, dass in den vergangenen Jahren die für Urlaubsreisen zurückgelegte Distanz deutlich gewachsen ist – und zwar fast ausschließlich für Flugreisen, und hier überwiegend für Fernreisen außerhalb Europas. Legten Menschen aus Deutschland 2003 für Urlaubsreisen ab fünf Tage Dauer insgesamt 93,6 Milliarden km zurück, davon 63,2 Milliarden mit dem Flugzeug, waren es 2018/2019 121,6 Milliarden beziehungsweise 91,6 Milliarden km. Zwei Prozent der Befragten haben eine CO2-Kompensation für Ihre Urlaubsreise vorgenommen. Bei der Auswahl der Reise oder der Unterkunft spielten bei sechs Prozent der Urlauber Umwelt- oder Nachhaltigkeitskennzeichnungen eine entscheidende Rolle.

"Hedonistisch geprägte Freizeitprodukte"

Die Lücke zwischen Anspruch und Realität erklären sich die Ersteller der Studie unter anderem damit, dass Urlaubsreisen "hedonistisch geprägte Freizeitprodukte mit Ausnahmecharakter" seien. Sie könnten zu einer Art selbst erteilter Ausnahmegenehmigung von der ansonsten geübten Nachhaltigkeitsdisziplin führen. Bei Urlaubsreisen stünden Risiko, Freude und symbolischer Wert im Vordergrund, aber nicht Vernunftargumente. Der unmittelbare Nutzen einer nachhaltigen Reise bestehe entweder aus einem Prestige, einem Genussnutzen oder einer Selbstbestätigung durch das Gefühl, etwas Richtiges getan zu haben. Dem stünden aber viele Motive mit Nutzenerwarten gegenüber. "Beispielsweise kann der Prestigenutzen für den Einen durch Nachhaltigkeit, für den Anderen durch Exotik und für den Dritten durch eine möglichst teure Reise erreicht werden", heißt es in der Studie "Nachhaltige Urlaubsreisen: Bewusstseins- und Nachfrageentwicklung". Außerdem könnten nachhaltigere Reisen mehr kosten als herkömmliche und ein Mehraufwand an Organisation und der Auswahl der Reiseziele bedeuten. Für die Studie wurden die Daten zu Urlaubsreisen ab fünf Tagen Dauer in knapp 8000 Interviews (Januar 2019) mit einer Grundgesamtheit von rund 70 Millionen Personen ab 14 Jahre erhoben und zu Kurzurlaubsreisen in der 2500 Online-Interviews (November 2018 und Mai 2019) von 63 Millionen Personen im Alter von 14 bis 75 Jahre.
Quelle: heise online/anw; Bilder: Frank Herrmann