Dienstag, 13. Februar 2018

„Apple kann kein faires Smartphone bauen“



Kann man für den Preis eines neuen iPhone X ein faires Smartphone herstellen? Bas van Abel, Geschäftsführer von Fairphone, über die Lieferketten im Elektronikbereich, Apple und seine Bemühungen mit Fairphone das System zu verändern.

Bas van Abel – das iPhone X kostet in der Top-Variante 1319 Euro. Kann man für den Preis auch ein faires Smartphone bauen?


Das ist eine einfache Frage, die man jedoch nicht so einfach beantworten kann. Zuvor möchte ich jedoch eine Gegenfrage stellen: Was denken Sie denn?

Ich denke, dass ein so mächtiger Konzern mit all seinen Möglichkeiten für den Verkaufspreis ein faires Smartphone bauen könnte.

Zunächst ist doch die Frage „Was ist fair?“. Sind es die Rohstoffe, beispielsweise ihre Quellen und die Auswahl an Metallen, die Arbeitsbedingungen, das Design der technischen Komponenten, die Langlebigkeit eines Produktes?

Der Kunde versteht darunter vor allem faire Arbeitsbedingungen für die Arbeiter bei der Herstellung.

Nachhaltigkeit ist meiner Ansicht nach keine Sache von Schwarz und Weiß. Schaut man sich beispielsweise die Gewinnung von Edelmetallen an, die für ein Smartphone gebraucht werden, wird man schnell mit Kinderarbeit im Kongo konfrontiert. Man könnte jetzt sagen, wir beziehen kein Gold mehr aus dem Kongo und kaufen stattdessen in Australien ein. Doch wird das Leben für die Menschen im Kongo davon besser? Wir bei Fairphone haben uns deshalb dafür entschieden, Minen im Kongo bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu helfen. Die Frage ist doch: Wie positioniert sich ein Konzern wie Apple zu diesem Dilemma.

Konzerne argumentieren meist mit den höheren Produktionskosten, um beispielsweise ihre unfairen Einkauf zu rechtfertigen.

Hersteller wie Apple oder Samsung agieren in einem Wirtschaftssystem, das aktuell nicht der Fairness verpflichtet ist. Ein Grund dafür ist beispielsweise, dass der Faktor Mensch für den Kunden, der später das Smartphone in den Händen hält, komplett ausgeblendet wird. Wir müssen den Mensch wieder ins System zurückbringen und ihn bei den Entscheidungen berücksichtigen. Entscheidet man sich dann für Metalle aus fairen Quellen, lassen sich die Mehrkosten ziemlich genau berechnen und die sind nicht viel höher. Es kostet viel mehr, die Nachhaltigkeitsprogramme in den Unternehmen zu implementieren und dann auch zu überwachen.

Wie kompliziert ist es, bei einem Produkt wie einem Smartphone die Lieferkette zu durchdringen?
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Das ganze Interview kann man hier lesen 

Quelle: Enorm Magazin/Phillip Bittner; Foto: Fairphone

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