Mittwoch, 19. März 2014

Hessnatur eröffnet ersten Concept-Store



Hessnatur, Spezialist für faire Mode, eröffnet in der Frankfurter Innenstadt seinen ersten Concept-Store. Am Goetheplatz zeigt das bekannte Naturmodelabel ab Ende Februar auf 200m² sein neues Konzept. Das Sortiment ist fokussiert auf die Besonderheiten einer jeden Saison, mit den Schwerpunkten bei Damenmode, Accessoires sowie Heim- und Badtextilien. Im Vergleich zum Stammhaus in Butzbach oder den Geschäften in Hamburg und München sind die Concept-Stores mit einer geringeren Verkaufsfläche konzentrierter. 

Zahlreiche Serviceleistungen für ökofaires Shoppen

Auf einer Weltkarte und auf vier Monitoren können Kunden die Herkunft ihrer Kleidung verfolgen, sich über die Anbauprojekte, das soziale Engagement und die textile Kette informieren. Ob Kunden zu Hause bestellen und in den Laden liefern lassen oder im Laden suchen, finden und bestellen – alle diese Serviceleistungen können im Frankfurter Laden in Anspruch genommen werden. In der Sitzecke Hessnatur story finden Kunden iPads, die zum Stöbern durch das gesamte Sortiment, oder zur Recherche über das Unternehmen und die sozialen und ökologischen Standards bei Hessnatur einladen.

Nachhaltig produzierte Innenausstattung

Auf Info-Fliesen informiert Hessnatur über die nachhaltig produzierten Ladenelemente. Das sehr belastbare und zu 90 Prozent mineralische Material  für den Boden ist nachhaltig produziert und gleichzeitig haltbar. Das Eschenholz für das transparente Regalsystem, Antrittsmöbel, die Beschilderung und Vorlagetische wird in deutschen Wäldern geschlagen und „Made in Germany“ zu Möbeln gefertigt. Das Regalsystem steht exemplarisch für die Transparenz des Ladens, für Einblicke und Ausblicke . Der Kassentresen ist außen mit Stampflehm verkleidet. Das Naturmaterial sorgt für ein angenehmes Raumklima und lässt sich zu 100 Prozent wiederverwenden. Dem Cradle-to-Cradle Konzept entsprechen auch die Sitzhocker und Stufenmöbel, die Fliesen sowie die Tragetaschen. Nach dem ersten Concept-Store in Frankfurt wird im Frühsommer der zweite in Düsseldorf eröffnen.

Sonntag, 16. März 2014

Procter & Gamble verabeitet schmutziges Palmöl in seinen Produkten


Procter & Gamble bezieht Palmöl von Herstellern, die nach Greenpeace-Recherchen Regenwald in Indonesien zerstören und Rückzugsräume der bedrohten Sumatra-Tiger und Orang-Utans vernichten. Palmöl steckt in zahlreichen Konzern-Produkten wie zum Beispiel Head & Shoulders Shampoo, Ariel Waschmittel oder Gillette Rasierschaum. "Als einer der größten Palmölabnehmer weltweit hat Procter & Gamble eine Verantwortung beim Regenwaldschutz. Der Konzern muss schmutziges Palmöl aus seinen Produkten verbannen", sagt Gesche Jürgens, Waldexpertin von Greenpeace. Über verzweigte Lieferwege gelangt das schmutzige Palmöl zu Procter & Gamble. Eins der zehn Fallbeispiele im Greenpeace-Report: Die Firma BW Plantation verkauft Palmöl an zahlreiche Händler, darunter auch Musim Mas, die auch Procter & Gamble beliefern. Greenpeace-Recherchen belegen, dass BW Plantation in Kalimantan tausende Hektar ausgewiesenen Orang-Utan-Lebensraum zerstört hat. "Procter & Gamble muss schleunigst Transparenz und Rückverfolgbarkeit in seine Lieferkette bringen und strengere Anforderungen an seine Palmöllieferanten stellen", sagt Jürgens.

Palmölproduktion zerstört Regenwälder

Rund 460.000 Tonnen Palm- und Palmkernöl verarbeitet Procter & Gamble jährlich in seinen Produkten. Weniger als zehn Prozent des verwendeten Palm- und Palmkernöls bezog Procter & Gamble im Berichtsjahr 2012/2013 zertifiziert nach den Kriterien des Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO). Dieser soll eigentlich für mehr Nachhaltigkeit in der Palmölbranche sorgen. Greenpeace kritisiert die RSPO-Kriterien jedoch als zu schwach und wies in einem Report im September 2013 nach, wie RSPO-Mitglieder schützenswerte Wälder zerstören und Torfmoore trockenlegen. In Indonesien ist die Palmölproduktion der größte Treiber der Entwaldung. Allein für Palmöl werden jährlich um die 150.000 Hektar Regenwälder zerstört. Die Austrocknung von Torfmooren und Rodung von Wäldern setzt klimaschädliches CO2 frei. Die Tiere des Waldes wie zum Beispiel der bedrohte Sumatra-Tiger, der Orang-Utan und das Waldkänguru verlieren ihren Lebensraum. Es kommt zu Landraub und Vertreibung der lokalen Gemeinden.

Mitmachen! Greenpeace Petition an Procter & Gamble mit der Aufforderung, auf Palmöl aus Regenwaldzerstörung zu verzichten: www.greenpeace.de/tiger#machmit

Donnerstag, 13. März 2014

Illegale Abholzung – Ikea-Tochter verliert Nachhaltigkeitssiegel



Einem Bericht der Stuttgarter Nachrichten zufolge hat das Ikea-Tochterunternehmen Swedwood das FSC-Umweltsiegel für seine in der russischen Teilrepublik Karelien bewirtschafteten Wälder verloren. Das Unternehmen soll in schützenswerten Gebieten Bäume abgeholzt haben, begründete FSC-Sprecher Lars Hoffmann am 25. Februar die Entscheidung. Das FSC-Siegel wird von der Organisation „Forest Stewardship Council“ an Unternehmen vergeben, die für ihre Produkte Rohstoffe aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern verwenden. Swedwood hat in Karelien rund 300.000 Hektar Wald gepachtet. Das Gebiet an der finnisch-russischen Grenze war seit 2006 FSC-zertifiziert. Swedwood produziert Möbel für die Ikea-Einrichtungshäuser. Ikea selbst zeichnet seine Produkte nach eigenen Angaben allerdings nicht mit dem FSC-Siegel aus.

Schwerwiegende Verstöße gegen FSC-Standards

Bei jährlichen Prüfungen in Karelien sei FSC auf Missstände aufmerksam geworden. Ende Januar berichtete es von „schwerwiegenden Verstößen“ in fünf Fällen gegen die in Russland gültigen FSC-Standards. Dabei ging es vor allem um Abholzungen in Gebieten wie Biotopen, wo auch uralte Bäume stehen. Aus diesem Grund sei dem Tochterunternehmen des Möbelriesen das Zertifikat entzogen worden, sagte Hoffmann. Ikea bezeichnete die Aufhebung des FSC-Umweltsiegels am Dienstag als „vorübergehend“. Die Abweichungen beträfen hauptsächlich die Ausrüstung und Schulung der Mitarbeiter sowie die Forstverwaltung und seien größtenteils bereits behoben worden, teilte das Unternehmen mit. Zudem fälle Ikea keine Bäume in besonders schützenswerten Wäldern (HCVF) und verwende keine alten Bäume für die Produkte.

Montag, 10. März 2014

VeggieHotels für GreenTec Awards 2014 nominiert


Erstmals macht eine Hotelkooperation das Thema "klimaschonende, ethische und ökologisch verantwortliche Ernährung" zum Kernpunkt ihres Brandings. VeggieHotels spricht damit eine wachsende Zielgruppe mit vegetarisch-veganem Lebensstil an. Gegründet im Jahr 2011 verzeichnet VeggieHotels bereits über 500 Häuser in 60 Ländern, die ihren Gästen konsequent rein vegetarische oder vegane Speisen anbieten. Von der einfachen Pension bis zum exklusiven 5-Sterne-Resort sind bei VeggieHotels alle Kategorien vertreten. Das Konzept geht auf: VeggieHotels ist einer der drei Top-Kandidaten für die GreenTec Awards 2014 in der Kategorie "Lifestyle".

Auch im Urlaub vegetarisch leben

"Der Vegetarierbund Deutschland (VEBU) gratuliert VeggieHotels zur Nominierung bei den GreenTec Awards und drückt die Daumen für den ersten Platz. „Wir begrüßen, dass der Veggie-Trend zunehmend auch von Wirtschaftsentscheidern wahrgenommen wird. Die Zielgruppe vegetarisch und vegan lebender Menschen wird für Unternehmen wichtiger. Heute sind es vor allem politisch interessierte, jüngere, gut gebildete und gut verdienende Menschen, die sich bewusst für eine nachhaltige und deshalb pflanzenbetonte Ernährung entscheiden und diese Lebensweise auch im Urlaub ganz selbstverständlich leben", so Sebastian Zösch, Geschäftsführer des VEBU. "Wir beobachten überall im Veggie-Markt ein starkes Wachstum. Die Nominierung der VeggieHotels für den GreenTec Award zeigt, dass die Wirtschaft das Wachstumspotential in diesem Bereich zunehmend erkennt", so Zösch weiter.

Die kostenfreie "VEBU-App" des Vegetarierbunds Deutschland (VEBU) erleichtert die fleischfreie Restaurantsuche: www.vebu.de/app 

30-Tage kostenloser Veggie-Schnupperkurs mit Ernährungs-Coach: https://vebu.de/einstieg/30-tage-veggie-schnupperkurs/ 

Vegetarische Restaurants weltweit finden: http://www.happycow.net/



Freitag, 7. März 2014

Fair & Bio – es wächst zusammen, was zusammen gehört



Die Auswahl an Fairtrade-Bio-Produkten in Deutschland wächst. Im Rahmen der BioFach-Messe in Nürnberg stellte TransFair erste Hochrechnungen für 2013 vor. Demnach stieg der Anteil der Fairtrade-Lebensmittel mit Bio-Zertifizierung von 52 Prozent 2012 auf aktuell 65 Prozent. „Die Biobranche muss über den eigenen Tellerrand schauen und sich einem ganzheitlichen Ansatz öffnen, der auch soziale Aspekte in den Anbauländern berücksichtigt“, forderte TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath. Das Schwerpunktthema der diesjährigen BioFach ‚Organic 3.0‘ zeigt, dass die Dringlichkeit erkannt wurde. „Die Kombination Fairtrade und Bio ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich Mensch und Umwelt in Einklang nachhaltig entwickeln können“, so Overath. 

Bio-Anteile variieren stark  

Mit rund 90 Prozent Bio-Anteil bleiben Fairtrade-Bananen der Spitzenreiter des bio-fairen Angebots. Inzwischen stammt jede zweite Bio-Banane in Deutschland aus Fairem Handel. Auch beim Traditionsprodukt Fairtrade-Kaffee haben fast drei Viertel der Bohnen Bio-Qualität, so erste Hochrechnungen für 2013.  82 Prozent des fairen Tee-Sortiments tragen ein Bio-Siegel, bei Reis sind es 60 Prozent, bei Schokolade 42 Prozent. Gemessen am Gesamtabsatz der Fairtrade-Lebensmittel in Deutschland stieg der Bio-Anteil im vergangenen Jahr auf 65 Prozent. „Das Verhältnis zwischen bio und konventionell schwankt. Es ändert sich je nach Einlistung absatzstarker Waren. Der Trend ist aber eindeutig: Sowohl die Vielfalt als auch der Absatz von Fairtrade- und Bio-zertifizierten Produkten steigt kontinuierlich“, erklärte Overath. Gerne verschweigt TransFair allerdings, dass Rosen - immerhin wichtigstes Fairtrade-Produkt in Deutschland - weiterhin einen Bio-Anteil von Null Prozent haben.

Fairtrade-Zertifizierung – Entwicklung ganzheitlich begreifen

Weil der Faire Handel Entwicklung ganzheitlich begreift, sind auch Umweltaspekte fest in den international gültigen Standards verankert. Dazu gehören unter anderem der Schutz von Biodiversität, Primärwäldern und Gewässern, Gentechnikverbot und eine Liste verbotener chemischer Substanzen. Bio-Anbau ist keine Voraussetzung für die Fairtrade-Zertifizierung, „diese Hürde würde gerade die Ärmsten ausschließen“, so Overath. „Zu geringe Pufferzonen zu konventionellem Anbau, ausgelaugte Böden und anfängliche Absatzeinbußen machen Bio als Einstiegskriterium für viele zu schwierig.“ Fairtrade holt die Produzenten an ihrem jeweiligen Entwicklungsstand ab. Die Umstellung auf Bio-Anbau wird gefördert – durch Beratung und Trainings sowie einer zusätzlichen Prämie für Bio-Produkte.