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Dienstag, 13. April 2021

DOKU: Billiges Fleisch - wer bezahlt für die kleinen Preise?

Die Deutschen genießen billiges Fleisch - selten haben sie weniger Geld für Lebensmittel ausgegeben. Um zu verstehen, unter welchen Bedingungen Rindfleisch in Südamerika produziert wird, fährt ein Team des SWR nach Brasilien. Das Land, in dem mehr Rinder als Menschen leben, ist einer der größten Fleisch-Produzenten auf dem internationalen Markt. Grundlage für den Erfolg ist billiges Weideland. Aber während für die Bäuerinnen und Bauern in der EU strenge Umweltstandards gelten, wird in Brasilien nach wie vor billiges Fleisch auf Kosten von Menschen, Tieren und der Umwelt erzeugt - Regenwald wird abgebrannt und wertvolle Feuchtgebiete zerstört.

Quelle: ARD Mediathek

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Dienstag, 5. Januar 2021

Diese 15 Dokus muss man gesehen haben

Die Corona-Pandemie beschert uns mehr Zeit in den eigenen vier Wänden als üblich. Eine gute Gelegenheit, sich die folgenden 15 Dokus, empfohlen von Utopia, anzuschauen. Diese Filme rütteln auf, schockieren, erklären oder begeistern.




 

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Mittwoch, 3. April 2019

Tierwohl-Label: Siegel zum Wohle der Tiere?


Bei der Werbung für Fleischprodukte können sich Verbraucher auf Angaben zu Haltungsbedingungen nicht verlassen. Die Verbraucherzentrale Bremen fordert daher, Fleischprodukte nicht mit irreführenden und nichtssagenden Begriffen durch den Handel zu deklarieren. Nötig sei eine verpflichtende mehrstufige staatliche Tierwohlkennzeichnung durch den Gesetzgeber.

Vielen Verbrauchern ist das Wohl der Nutztiere beim Fleischkauf wichtig. Sie sind bereit mehr für Fleisch zu zahlen, wenn sie sicher sind, dass die Tiere besser gelebt haben. "Wir fordern den Handel auf, nach dem gesetzlichen Mindeststandard produziertes Fleisch nicht mit irreführenden Begriffen wie 'Weidehaltung', 'mehr Platz' oder 'kleinere Tiergruppe' zu bewerben", sagt Gertraud Huisinga, Lebensmittel- und Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bremen. In der Werbung tauchen häufig Begriffe wie "artgerecht" und "Tierwohl" auf. Was vielen nicht klar ist: Klare gesetzliche Vorgaben gibt es für solche Begriffe nicht. "Es gehört zur Werbestrategie des Handels, hier keine klaren Kriterien zu nennen", erklärt Huisinga. Die "Initiative Tierwohl" wurde von Land- und Fleischwirtschaft und einigen Handelsunternehmen ins Leben gerufen. Auf dieser Initiative basierend gibt es in verschiedenen Einzelhandelsketten den "Haltungskompass". Doch die Bezeichnungen variieren je nach Supermarktkette. "Verlässlich ist das Labeling aktuell nur für Geflügel", warnt Huisinga.

Rechtliche Regelung

Rechtlich geregelt sind nur wenige Aussagen: "Bio" und "Öko" kennt wohl jeder. Aber auch "Freilandhaltung" und "bäuerliche Freilandhaltung" sind durch eine EU-Vermarktungsnorm geschützt. Hinzu kommt das blauweiße Tierschutzlabel "Für mehr Tierschutz" vom Deutschen Tierschutzbund. "Was fehlt, ist eine obligatorische gesetzlich verankerte Kennzeichnung, die dann auch auf den verarbeiteten Produkten angewendet wird" so Huisinga. Denn bei Salami, Schinken, oder auch der Pizza sei nicht zu erkennen, aus welchem Fleisch die Produkte hergestellt wurden. Nur bei Bio-Produkten ist dies sichergestellt. "Der Gesetzgeber sollte nicht auf freiwillige Siegel des Handels bauen, sondern ein verständliches staatliches Tierwohl-Label sowie eine Europäische Haltungskennzeichnung für alle tierischen Produkte durchsetzen", sagt Huisinga.
Quelle: UD/pm

Montag, 25. März 2019

Mode: Faire Alternativen zu Zalando


Wer bei Zalando kauft, unterstützt problematische Arbeitsbedingungen, bekommt überwiegend konventionelle Massenware und zahlt sein Geld an fragwürdige Investoren. Utopia zeigt Alternativen zu Zalando – garantiert mit nachhaltigerer Wirkung als schnell verhallendes Glücksgeschrei. Zalandos Botschaft kennt dank aggressiver Werbung fast jeder. Doch wenn Glück in einem neuen Paar Schuhe besteht, ist das nicht mehr ein Grund zum Weinen als zum Schreien? Traurig ist das allemal. Vor allem, wenn man bedenkt, dass das Glück auch noch möglichst kurz währen soll – denn ein wunschlos glücklicher Kunde kauft ja nichts mehr ein.Vielleicht ist Konsum einfach ungeeignet, um individuelles Glück zu produzieren? Dass er kollektives Leiden schaffen kann, wissen wir. Ausgebeutete Arbeiter sind das vielleicht beste Beispiel. Mehr zu problematischen Arbeitsbedingungen bei Zalando und dem fragwürdigen Mutterkonzern Rocket Internet findet ihr weiter unten.
 
Alternative zu Zalando: nachhaltige Online-Shops

Im Netz findet man zahlreiche gute Zalando-Alternativen. Selbstverständlich zählt auch hier das Argument der problematischen Retouren: Etwa die Hälfte der Zalando-Pakete wird kostenlos zurückgeschickt und spätestens das macht das Online-Shopping zu einer größeren Umweltbelastung als den Einkauf im lokalen Einzelhandel. Darum gilt es, gezielt einzukaufen und Rückgaben möglichst zu vermeiden. Verantwortungsvoll produzierte Klamotten haben natürlich ihren Preis. Von dem sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. Anstelle von drei Billig-Shirts kauft man einfach nur ein hochwertiges – die meisten Kleiderschränke sind sowieso überfüllt.

Zalando-Alternative: Avocadostore

Der Avocadostore** bietet eine riesige Auswahl an fairen Mode-Marken. Hier kann man faire Schuhe und Mode online kaufen – im Gegensatz zu Zalando bei einem fairen Unternehmen. Neben Mode gibt es bei Avocadostore eine große Auswahl an weiteren fair und ökologisch hergestellten Produkten: Das Angebot reicht von Möbeln über Geschirr, Kosmetik, Bücher bis hin zu Superfoods und Tiernahrung.

Greenality als Alternative zu Zalando

Bei Greenality** findet man ebenfalls eine große Auswahl an fairer Mode. Der Online-Shop hat hauptsächlich Streetwear im Sortiment, aber auch Kinder- und Babykleidung, fair gehandelte Accessoires, Kaffeebecher, Trinkflaschen und zum Beispiel die Hydrophil-Zahnbürste. Die perfekte Zalando-Alternative also. Wer in Stuttgart oder Hannover wohnt, muss noch nicht einmal online bestellen, hier gibt es jeweils einen Greenality-Store.

Fairere Fashion von Glore

Der Name Glore** steht für globally responsible fashion. Das Motto, verantwortlich hergestellte Mode zu verkaufen, wird hier auch gelebt. In dem Online-Shop findet ihr Mode für Herren und Damen, Babys und Kinder, schöne Yoga-Kleidung sowie Naturkosmetik.
In Hamburg, München, Nürnberg, Stuttgart, Augsburg und Luzern ist Online-Shopping überflüssig, hier könnt ihr auch persönlich bei Glore vorbeischauen. Glore ist übrigens (genauso wie Greenality und viele andere Anbieter) auf unserer Bestenliste Mode-Shops vertreten:

Loveco: Vegane Alternative zu Zalando

Im Online-Shop von Loveco** findet man ausschließlich vegane Kleidung, fair hergestellt und bio. Über 250 faire Modemarken sind bei Loveco vertreten, man sieht: faire Eco-Mode ist keine Nische mehr. In Berlin-Friedrichshain gibt es auch einen Concept Store – die Auswahl soll hier sogar noch größer sein als Online. Liebe Berliner: bitte nicht online shoppen, sondern hingehen!

Handgemacht und fair: Mode-Labels bei Folkdays

Folkdays ist spezialisiert auf handgemachte, fair gehandelte Accessories und Kleidung. Hier findet man ein kleines, aber sehr feines Sortiment an schlichter und gleichzeitig ausgefallen designter Kleidung, Accessoires, Schmuck, und Interieur aus aller Welt. Folkdays arbeitet direkt mit seinen Produzenten zusammen. Meistens sind das kleine Manufakturen, die in langjähriger  Partnerschaft mit Folkdays arbeiten. Das Label ist quasi die Slow-Fashion-Alternative zu Zalando.

Faire Labels bei: Green Window

Bei Green Window findet man nicht nur Klamotten, Kosmetik-Produkte, Möbel und Accessoires verschiedener Marken, die Seite informiert auch über Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen. Mit prominenter Unterstützung von Sängerin Nena und dem Singer und Songwriter Rea Garvey möchte Green Window nachhaltigem Konsum zum Durchbruch verhelfen.

Vegane Bio-Mode bei: DearGoods

In München kann man sich über drei Filialen des Fair-Fashion-Shops DearGoods freuen. Zwei weitere gibt es in Berlin und Augsburg. Online kann man Mode und Schuhe rund um die Uhr kaufen. Auch bei DearGoods findet man ausschließlich vegane Mode, gleichzeitig fair und ökologisch hergestellt.

Project Cece: Nachhaltige Fashion-Labels

Der Name Project Cece steht für „Project Conscious Clothing“. In dem Online-Shop findet man mehr als 300 nachhaltige Marken und Stores zusammengefasst. Das soll es einfacher machen, fair einzukaufen. Unter den Stores sind dabei auch einige der oben genannten. Über einen Filter kann man auswählen, was einem bei seiner Kleidung besonders wichtig ist: etwa vegan, Fair Trade oder lokal produziert.

Fair Fashion-Labels bei Faircouture

Bei Faircouture gibt es Slow Fashion und handgefertigte Designs. Der Online-Shop hat pro Kollektion nur wenige Label im Sortiment, alle produzieren fair und fertigen ihre Produkte in Handarbeit. Faircouture kennt seine Labels genau, weiß wo, wie und aus welchen Materialien die Produkte bestehen, die verkauft werden. In der aktuellen Kollektion findest du zum Beispiel Ledertaschen und Accessoires aus Deutschland, up- und recycelten Schmuck aus Afrika und handgewebte Schals aus Peru.

Zalando-Alternative: Gebraucht kaufen

Einer Greenpeace-Umfrage zufolge hängen in deutschen Kleiderschränken 5,2 Milliarden Kleidungsstücke – 40 Prozent davon werden selten oder nie getragen. Wenn man also bedenkt, wie viel Kleidung es bereits gibt, ergibt es durchaus Sinn sie nur noch gebraucht zu kaufen.  Wer gebraucht kauft, zahlt kein Geld für neue Produkte an Unternehmen und bricht damit ein Stück weit aus dem Konsumkreislauf aus. Und gerade weil wir so viel Kleidung kaufen, gibt es haufenweise schöne Teile in gutem Zustand. Portale wie Kleiderkreisel.de haben das Potenzial erkannt und eine neue Subkultur für gebrauchte Kleidung geschaffen. Secondhand-Läden und die guten alten Flohmärkten haben viele vergessen. Dabei bereitet das Feilschen und das Schwelgen in Nostalgie bisweilen mehr als Freude als ein lautbekreischtes neues Paar Schuhe aus dem Online-Shop.

Zalando-Alternative: Vor Ort kaufen

In den Fußgängerzonen verschiedener Städte reihen sich heute Läden der gleichen Ketten aneinander. H&M, Zara, Deichmann, überall das gleiche Bild. Mit den großen Online-Shops liefern sie sich einen Kampf, für den die Waffen der größten Verlierer nicht ausreichen: kleine Geschäfte, inhabergeführte Boutiquen, Secondhand-Läden und alteingesessene Schuhläden sind selten geworden. Rocket-Chef Oliver Samwer mag das gefallen: „Läden sind so was von Mittelalter. Die Menschen haben damals Läden gebaut, weil sie kein Internet hatten“, gab er in einem Vortrag zum Besten. Selbstverständlich ist Online-Shopping bequemer – aber es ist auch langweilig. Meist sitzt man alleine vor einem Bildschirm und es geht einzig um das Kaufen. Vor allem aber sollten wir uns fragen, wen wir mit unserem Geld lieber unterstützen wollen: gesichtslose Megakonzerne oder unsere Nachbarn?

Zalando: Problematische Arbeitsbedingungen …

Die Arbeitsbedingungen in Logistikzentren von Zalando kritisierte die taz zuletzt im Dezember 2016: Arbeiter seien massiven körperlichen Belastungen ausgesetzt, Vorgesetzte würden Leistungsdruck ausüben, Personenkontrollen und Pausenregelungen würden gegen deutsches Arbeitsrecht verstoßen. Leiharbeit und schlechte Bezahlung runden das Bild vom ausbeuterischen Warenlager ab. Da helfen auch einige faire Labels im Zalando-Sortiment nicht. Im Jahr 2018 übte die Menschenrechtsaktivistin Gisela Burckhardt scharfe Kritik am Online-Modehändler. Sie bemängelt zum einen die intransparente Lieferkette. Zum anderen, dass für die Eigenmarken zwar das Kriterium „ethischer Handel“ angewendet werde, es aber nicht ersichtlich sei, was das genau heiße.

… und ein fragwürdiger Mutterkonzern

Auch Zalandos Mutterkonzern ist berüchtigt. Rocket Internet ist dafür bekannt, Geschäftsideen zu kopieren, die schon irgendwo auf der Welt funktionieren. Zalando hatte den amerikanischen Online-Shop Zappos zum Vorbild, Alando hieß der hauseigene Ebay-Klon, Home24 kopiert Wayfair. Rocket Internet zieht die Firmen im Eiltempo auf, treibt deren Internationalisierung voran und verkauft sie dann meist an einen Investor. Die gegründeten Unternehmen sind für lange Zeit nicht gewinnbringend. Das ist für Rocket Internet kein Grund zur Kapitulation, stattdessen wird einfach immer mehr Geld von immer mehr Investoren eingesammelt und ein neues Unternehmen nach dem anderen gegründet. Geld zu verbrennen, ist selbstverständlich kein nachhaltiges Geschäftsmodell und die stets angestrebten Internetmonopole sind eine Bedrohung für den lokalen Einzelhandel.Wer also Zalando als Konzern nicht unterstützen will, 1. kauft faire Mode, 2. kauft gebraucht – oder 3. kauft, wenn möglich, gar nicht, denn das nachhaltigste Kleidungsstück ist immer noch das, das gar nicht erst produziert wird.
Quelle: Utopia.de