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Sonntag, 16. August 2026

Aktion "Landwirtschaft braucht Fairness"

Die weltweite Landwirtschaft steht zunehmend unter wirtschaftlichem Druck. Millionen kleinbäuerliche Kaffee- und Baumwollproduzent*innen verdienen nur wenige US-Dollar am Tag, weil die Erlöse für ihre Produkte häufig nicht ausreichen, um Produktionskosten, Arbeitskräfte und notwendige Investitionen zu finanzieren. Auch in der EU ist die Situation angespannt: Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ist zwischen 2005 und 2023 von 14,4 Millionen auf 8,8 Millionen zurückgegangen, wobei neben fehlender Nachfolge und steigenden Investitionskosten auch zu niedrige Erzeugerpreise eine Rolle spielen. Gleichzeitig steigen die Ausgaben für Energie und Betriebsmittel, während Klimaveränderungen die Ernten beeinträchtigen. Faire und verlässliche Preise könnten landwirtschaftlichen Betrieben ermöglichen, in moderne Technik, Bodenschutz und Klimaanpassung zu investieren und zugleich höhere Umwelt-, Tierwohl- und Sozialstandards zu erfüllen. Fairtrade Deutschland und 13 Mitinitiatoren, wie Oxfam Deutschland e.V., Bischöfliches Hilfswerk Misereor e.V. und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V., fordern deshalb mit dem Appell "Landwirtschaft braucht Fairness", den Einkauf landwirtschaftlicher Produkte unterhalb der Produktionskosten als unlautere Handelspraktik zu verbieten. Die bestehende europäische UTP-Richtlinie schützt zwar bereits vor bestimmten unfairen Geschäftspraktiken, weist bei den Erzeugerpreisen jedoch eine wichtige Lücke auf. Aus Sicht der Initiatoren sind faire Preise eine zentrale Voraussetzung für eine zukunftsfähige Landwirtschaft in Europa und weltweit.

Quelle: Fairtrade; Zusammenfassung Frank Herrmann

 

Dienstag, 12. Mai 2026

Umsatz von Fairtrade über 3 Milliarden

Trotz Konsumflaute greifen Verbraucher weiter zu Kaffee, Kakao und Bananen mit Fairtrade-Siegel – nachhaltiger Konsum entwickelt sich zunehmend zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. Der Umsatz mit Fairtrade-Produkten in Deutschland überschritt 2025 erstmals die Marke von 3 Milliarden Euro. Insgesamt stieg er um knapp 9 Prozent auf rund 3,14 Milliarden Euro, so der Fairtrade Jahres- und Wirkungsbericht 2025/26. Pro Kopf gaben Verbraucher durchschnittlich etwa 38 Euro für fair gehandelte Produkte aus. Besonders gefragt bleiben Kaffee, Kakao und Bananen. Fair gehandelter Kaffee erzielte dabei erneut mehr als 1 Milliarde Euro Umsatz und bleibt das wichtigste Fairtrade-Produkt auf dem deutschen Markt. Die Entwicklung zeigt, dass Nachhaltigkeit und transparente Lieferketten für viele Verbraucher immer wichtiger werden – gerade in Zeiten steigender Rohstoffpreise und globaler Krisen. Gleichzeitig profitieren Produzenten in Afrika, Asien und Lateinamerika: Über Fairtrade-Prämien flossen zuletzt rund 42 Millionen Euro in Projekte für Bildung, Infrastruktur und nachhaltigere Produktion.

Text und Foto: Frank Herrmann; Grafiken: Fairtrade