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Dienstag, 5. Mai 2026

Gewerkschaftsrechte weltweit: schwere Zeiten für Arbeitnehmende

Arbeits- und Gewerkschaftsrechte geraten weltweit zunehmend unter Druck – auch in Deutschland. Anlass sind der 1. Mai und der Jahrestag der Zerschlagung freier Gewerkschaften 1933, die als Mahnung für die Bedeutung von Arbeitnehmerrechten und Demokratie dienen. Beispiele aus globalen Lieferketten verdeutlichen das Problem laut SÜDWIND-Institut: In Bangladesch werden Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter eingeschüchtert, in Sri Lanka schließen Unternehmen gezielt gewerkschaftlich organisierte Fabriken und verlagern die Produktion in gewerkschaftsfreie Betriebe. Auch deutsche Unternehmen sind in solche Strukturen eingebunden. Auch in Deutschland sinkt die Tarifbindung deutlich: Nur noch 20 Prozent der Betriebe sind tarifgebunden, und Mitbestimmung nimmt ab. Gleichzeitig werden Betriebsratsgründungen teils aktiv behindert. Aber: Starke Gewerkschaften und organisierte Beschäftigte sind entscheidend, um Arbeitnehmerrechte und demokratische Strukturen zu sichern.

Quelle: Südwind-Institut, Zusammenfassung und Foto: Frank Herrmann 


Montag, 18. November 2024

Mangelhafte Beschwerdemöglichkeiten in der Schuh- und Lederbranche

Entlang globaler Lieferketten entspinnt sich ein Netz aus prekären Lebens- und Arbeitsbedingungen. Um diese endlich zu verbessern, gibt es viele Regulierungen und Gesetze der UN, der EU aber auch deutsche Gesetze, wie zum Beispiel das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Diese sollen verhindern, dass Menschenrechte verletzt werden. Sie sollen ebenfalls regeln, wie Arbeiter*innen sich beschweren können, falls es zu Problemen kommt und /oder Arbeitsrechte verletzt werden. In der Theorie eine gute Idee. Doch wie werden diese sogenannten „Beschwerdemechanismen“ umgesetzt? Wissen Beschäftigte von diesen Systemen?

 

 

Defizitäre Beschwerdesysteme

Die Ergebnisse einer neuen INKOTA-Studie sind erschütternd: Arbeitnehmer*innen haben verschiedene Hindernisse Beschwerden einzureichen: Unter anderem gibt es zu wenige Vertretung durch Gewerkschaften und es ist unklar, wie Beschwerden sicher eingereicht werden können. Außerdem haben sie Angst vor Konsequenzen in Form von Verlust des Arbeitsplatzes, des Lohns oder der Sozialleistungen. Auch waren die Arbeitnehmer*innen skeptisch gegenüber den bestehenden Mechanismen, die ihrer Meinung nach von der Unternehmensleitung komplett manipuliert würden. Die aktuell etablierten Systeme für Beschwerde und Abhilfe in der Lieferkette von Schuhen und Leder sind defizitär. Sie erfüllen nicht die Kriterien der Wirksamkeit der UN-Leitprinzipien oder den Ansprüchen des Lieferkettengesetzes.

Deutsche Schuhunternehmen in der Pflicht

Untersucht wurde der Zugang und die Wirksamkeit von Beschwerdesystemen in Produktionsstätten u.a. von Zara, Bata, Bugatti, Clarks, Deichmann, Ecco, Jack & Jones, Mango oder Xero Schuhe. Laut zugänglichen Handelsdaten aus dem Jahr 2023 fallen die Unternehmen unter das Sorgfaltspflichtengesetz (LkSG) und/ oder sind Mitglieder diverser Initiativen (wie amfori BSCI, CADS, der Fair Wear Foundation und des Textilbündnis). Mit den Ergebnissen dieser Studie möchte wir INKOTA in den Dialog mit den Akteuren der Wertschöpfungskette gehen und die Implementierung von effektiven Beschwerdesystemen in indisch-deutschen Beschwerdesystemen in deutsch-indischen Lieferketten der Leder- und Schuhindustrie diskutieren.

Quelle: Inkota