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Freitag, 4. Februar 2022

Wie fair ist das Fairphone wirklich?

Eines der Versprechen des niederländischen Herstellers Fairphone lautet: „Material für Material arbeiten wir daran, Branche und Verbraucher zu sensibilisieren und fairere, recycelte und verantwortlich gehandelte Materialien in unsere Smartphones zu integrieren.“ Anhand der Lieferkette von Zinn, einem wichtigen Mineral der Smartphone-Produktion geht das Schweizer Recherchekollektiv „das Lamm“ Ungereimtheiten beim Abbau und der Weiterverarbeitung des angeblich nachhaltigen Produkts nach.

Hier geht es zur vierteiligen Story:

Teil 1: Fairphones Zinnlieferkette: Different but same

Teil 2: Wenn Zertifikate Menschenrechtsverletzungen vertuschen

Teil 3: Fairphone: Der Preis des Wachstums

Teil 4: Wenn das Geld abfliesst

Donnerstag, 19. März 2020

Sonderheft „Im Fokus - 50 Jahre Fairer Handel“


Das Coronavirus beherrscht die Schlagzeilen. Doch es gibt viele weitere Themen von Interesse. Um die Vielfalt beizubehalten, gibt es auf diesem Blog virenfreie Beiträge.


Bananen aus Peru, Kaffee aus Äthiopien, Platin aus Südafrika – Wir beziehen unsere Rohstoffe aus der ganzen Welt – und tragen Verantwortung, wenn dafür Menschen ausgebeutet werden. Wenn sie für niedrige Löhne in maroden Fabriken und einsturzgefährdeten Kellern schuften. Wenn sie Früchte oder Gemüse mühsam anbauen  oder  ernten  –  und  schließlich  ohne  Gewinn  verkaufen  müssen. Die Konzerne erzielen riesige Profite – und wir? Kaufen billig  ein.  Aber  muss  das  so  sein?  Nein.  Der  Faire  Handel  zeigt, dass es auch anders geht: transparent, mit festen Preisen und auf Augenhöhe mit den Produzierenden in aller Welt.
Das neue Sonderheft „Im Fokus: 50 Jahre Fairer Handel“ von Brot für die Welt nimmt das „Wie“ in den Fokus!
Quelle: Brot für die Welt

Freitag, 6. Dezember 2019

Liste Menschenrechtsverletzungen deutscher Unternehmen


Überall auf der Welt leiden Mensch und Natur unter den gewissenlosen Geschäften deutscher Unternehmen. Oxfam hat eine Liste von Menschenrechtsverletzungen erstellt, die von Oxfam und anderen Organisationen aufgedeckt wurden.

Brandkatastrophen, Umweltzerstörung, Verfolgung von Gewerkschaftern: In den Lieferketten deutscher Unternehmen werden die Menschenrechte von Arbeiterinnen und Arbeitern verletzt und die Umwelt der lokalen Bevölkerung zerstört. Viele deutsche Konzerne nehmen in Kauf, dass Menschenrechte in ihren Lieferketten verletzt werden und Menschen sterben, wenn Fabriken einstürzen oder in Flammen aufgehen, Dämme bersten oder streikende Arbeiterinnen und Arbeiter getötet werden. Die Oxfam-Liste von Menschenrechtsverletzungen für Profite deutscher Konzerne zeigt, dass es einen gesetzlichen Rahmen für den Schutz von Menschenrechten braucht.



Donnerstag, 24. Oktober 2019

Der deutsche Rohstoffhunger und die Folgen


Zumindest rein materiell scheinen Palmöl und Kupfer- bzw. Molybdänerz nicht viel gemeinsam zu haben. Doch für unser Produktions- und Konsummodell haben beide die Bedeutung von Massenrohstoffen. Länder wie Mexiko und Guatemala produzieren sie massenhaft und richten ihre Wirtschaft auf den Export aus. Die Rohstoffe werden von deutschen Unternehmen importiert, die sie für die Verarbeitung in Alltagsprodukten wie Donuts und Smartphones aufbereiten. Die von der Christlichen Initiative Romero herausgegebene Studie „Der deutsche Rohstoffhunger“ zeigt auf, dass die Produktion der Rohstoffe ähnliche menschenrechtliche Folgen hat.
Quelle: ww.ci-romero.de 

Dienstag, 20. November 2018

Gefährlicher Elektroschrott – Endstation Afrika



Die ZDF-Dokumentation führt tief hinein in die verstecke Welt des globalen Handels mit elektronischem Müll. Umschlagplatz ist der Sumpf Agbogbloshie in Ghana. Tausende arbeiten hier unter schlimmsten Bedingungen, schlachten an Elektromüll aus, was über dunkle Kanäle aus aller Welt nach Ghana transportiert wird. Der Sumpf und sein Müll sind somit Arbeitgeber, existenzsichernd, aber auch lebensfeindlich und alternativlos. Das globale Geschäft mit elektronischem Müll ist ein Geschäft der Zukunft. Denn immer mehr Menschen nutzen immer mehr elektronische Geräte. Mobiltelefone, Tablets, Festplatten, Fernsehgeräte, PCs und Laptops - die Zahl steigt, die Gebrauchszeiten aber bleiben niedrig, da die Hersteller die Nachfrage nach permanenten technischen Weiterentwicklungen am Markt bedienen müssen. Ein globales Problem aber ist der Umgang mit diesen Geräten, wenn sie entsorgt werden müssen. Wohin mit dem ganzen Elektronikmüll? Wie kann eine sinnvolle Recyclingkette aussehen? Drängende Zukunftsfragen, die aktuell kaum beantwortet werden können. Stattdessen hat sich im Dunstkreis des ganzen "e-waste" ein global agierendes System verschiedener Interessen gebildet, das einen teuflischen Handel mit dem Elektroschrott aufgezogen hat. All dies kumuliert in Agbogbloshie, einem sumpfähnlichen Gebiet in der Nähe der ghanaischen Hauptstadt Accra. Hier suchen unter katastrophalen Arbeitsbedingungen Tausende nach verwertbaren Materialien in diesem Müll. Voller Hoffnung, irgendwann diesem Ort entrinnen zu können, aber meist doch gefangen in einem chaotischen System aus mangelnder Verantwortung, unermesslicher Profitgier und gegenseitiger Schuldzuweisungen. Somit steht dieser Ort auch als Sinnbild für die Machtlosigkeit, die in diesem "Spiel" gerade in Agbogbloshie auf jedem Meter spürbar ist. Doch die Dokumentation ist auch zukunftsorientiert und versucht, Lösungen aufzuzeigen, die den Handel und das Recycling von elektronischem Müll und Schrott in besser steuerbare und somit nachhaltigere Bahnen lenkt.
Quelle: ZDF, Foto: Screenshot ZDF Mediathek

Samstag, 19. Mai 2018

Unfaire Investitionen: Wenn der Damm bricht und der Rubel (trotzdem) rollt


Trotz massiver Menschenrechts- und Umweltvergehen fördern europäische TOP-Banken kontroverse Rohstoffunternehmen uneingeschränkt mit 100 Mrd. Euro.

Anlässlich der Vorstellung des neuen Dirty Profits 6 MINING Berichts beklagt Facing Finance, dass europäischen Top Banken, darunter auch die Deutsche Bank und die DZ-Bank, trotz gravierender Verstöße von Bergbauunternehmen gegen Umweltauflagen, Arbeits- und Menschenechte in diese investieren und sie weiterhin umfassend finanzieren.  „Obwohl Facing Finance und viele weitere NGOs seit fast 10 Jahren auf die anhaltenden Verstöße von Bergbauunternehmen hinweisen, wurden und werden deren problematische Geschäftsmodelle von europäischen Banken mit zweistelligen Milliardensummen gefördert", kritisiert Thomas Küchenmeister, geschäftsführender Vorstand von Facing Finance. Banken müssen endlich transparenter werden, mehr Verantwortung übernehmen und sicherstellen, dass auch das Geld ihrer Kunden nicht zur Finanzierung von verantwortungslosen Rohstoffunternehmen missbraucht wird", so Küchenmeister. Der Bericht dokumentiert Verstöße von Bergbauunternehmen wie die Kontaminierung von Land, Wasser und Luft, aber auch Gewalt, Drohungen und Einschüchterung der lokalen Bevölkerungen, Verstöße gegen Arbeitsrechte oder Zwangsarbeit. Hinzu kommen mangelnde Entschädigungen für von der Industrie verursachte Umweltkatastrophen, wie im Falle des Dammbruches der Samarco Mine (Brasilien) im Jahr 2015.

Verantwortungslose Banken finanzieren verantwortungslose Unternehmen

„Die Dammbrüche von Mariana (Brasilien) oder Buenavista del Cobre (Mexiko) zeigen, wie wenig die Rohstoffindustrie Menschen- und Umweltrechte achtet. Selbst bei der schwersten Bergbaukatastrophe der Geschichte drücken sich die Unternehmen um ihre Verantwortung, die Opfer angemessen zu entschädigen", sagt Susanne Friess, Co-Autorin des Dirty Profits Berichtes und Bergbau-Expertin bei Misereor. Verantwortlich für diese beiden Mega- Katstrophen sind die Bergbauunternehmen Vale, BHP Billiton bzw. Grupo Mexico. Entgegen der Behauptungen der Banken, zunehmend ihre ökologischen und sozialen Unternehmensführungs-Richtlinien zu verbessern und auf Vorfälle und Verstöße von Unternehmen zu achten, zeigt der Bericht, dass die zehn ausgewählten Banken nicht davor zurückschreckten, die verantwortungslosesten Unternehmen umfassend zu finanzieren. „Fast ein Drittel (32 Mrd. Euro) des gesamten Kapitals, welches die Banken zwischen 2010 und 2017 den ausgewählten Rohstoffunternehmen zur Verfügung gestellt haben, ging nachweislich an Unternehmen, die über sehr schlechte Umwelt- und Sozialstandards verfügen und die auch nicht zu den Vorwürfen Stellung nahmen", beklagt Lesley Burdock von Facing Finance, Projektleiterin und Autorin des „Dirty Profits" Berichtes. Zu diesen sehr schlecht bewerteten Unternehmen gehören Grupo Mexiko, Gazprom, Barrick Gold, Goldcorp und Eni.

Viel Geld für globale Verschmutzer

Die Deutsche Bank stellte im Untersuchungszeitraum fast 4 Milliarden Euro für die Aktivitäten der Unternehmen Gazprom und Eni zur Verfügung. Beide Unternehmen beteiligen sich an hochriskanten Ölbohrungen in der Arktis. Die Deutsche Bank hält zudem die umfassendsten Beteiligungen an den untersuchten Rohstoffunternehmen. Die umfangreichte Versorgung mit Kapital entfiel auf die französischen Banken BNP Paribas und Credit Agricole und auf die englische Barclays, die niedrigste auf die DZ Bank und die niederländische Rabobank. Zwischen 2010 und 2017 stellten die Deutschen Bank und die DZ Bank dem umstrittenen Bergbaugiganten Glencore fast 3,4 Milliarden Euro zur Verfügung. Das Unternehmen Vale, mitverantwortlich für den Dammbruch der Samarco Mine, erhielt sogar 2017 und nach der Umweltkatstrophe noch 111 Millionen Euro von der Deutschen Bank. Die DZ Bank hingegen stellte für die untersuchten Unternehmen die geringsten Mittel zur Verfügung (1,3 Mrd. Euro). In einer begleitenden Untersuchung zum Rohstoffsektor allgemein stellte Facing Finance zudem fest, dass auch insgesamt 21 der von Kirchenbanken angebotenen Fonds in Wertpapiere von Rohstoffunternehmen investieren, die wiederholt wegen Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung in die Kritik geraten sind. "Auch Kirchenbanken sollten die von Ihnen angebotenen Fonds genau prüfen und hohe Maßstäbe an Unternehmen und deren Respekt für Menschenrechte sowie Klima- und Umweltschutz anwenden", sagt Thomas Küchenmeister. Insgesamt wurden 31 Fonds untersucht, 21 davon sind belastet. Der Dirty Profits 6 Bericht fordert eine verbesserte Rechenschaftspflicht und Kontrolle von im Rohstoffsektor operierenden Finanzinstitutionen sowie eine deutliche Verbesserung der Unternehmens-Selbstverpflichtungen zu Menschen-, Arbeitsrechten sowie Um­weltstandards und Klimazielen.
Quelle: facing-finance.org, Foto: © Rogério Alves/TV Senado