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Sonntag, 24. Februar 2019

Palmöl: EU-Kommission erlässt neue Kraftstoff-Regelung mit Schlupflöchern


In einer Nacht-und-Nebel-Aktion hat die EU-Kommission vor Kurzem in einem Rechtsakt anerkannt, dass der Anbau von Palmöl zu einer erheblichen Entwaldung führt. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßt, dass somit die Beimischung des Pflanzenöls zum Diesel nicht mehr auf die Erreichung der EU-Ziele für umweltfreundliche Kraftstoffe angerechnet werden kann.

Allerdings kritisiert der Umwelt- und Verbraucherschutzverband, dass unter dem zunehmenden Druck der Hauptproduzenten Malaysia und Indonesien, einschließlich der Androhung eines Handelskriegs, die EU-Kommission mehrere Schlupflöcher in dem Rechtsakt geöffnet hat. So soll Palmöl, das in Kleinplantagen angebaut oder auf "ungenutzten" Flächen produziert wird, weiter für die Beimischung im Kraftstoff zugelassen werden können. Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH, kritisiert das Vorgehen der EU-Kommission: "Das Signal der Kommission, Palmöl-Diesel als nicht nachhaltig einzustufen, ist grundsätzlich richtig. Doch die geschaffenen Ausnahmenregelungen machen diese gute Entscheidung wieder zunichte. Die Abholzung für Palmöl-Diesel muss grundsätzlich ausgeschlossen sein, unabhängig von der Größe einzelner Plantagen."

Kampagne #NotInMyTank

Die EU-Kommission hat nun eine öffentliche Anhörung gestartet, um vier Wochen lang Beiträge zu sammeln, bevor sie den endgültigen Rechtsakt annimmt. Eine internationale Allianz aus 13 NGOs wird im Rahmen ihrer Kampagne #NotInMyTank Bürger auffordern, an der Konsultation teilzunehmen, um die Lücken im Textentwurf zu schließen und die Regenwälder Südostasiens vor der Abholzung zu bewahren. Hierzu Müller-Kraenner: "Die EU-Kommission hat bereits im Juni 2018 einen eindeutigen Auftrag für den Schutz von Klima und Biodiversität vom EU-Parlament und den EU-Bürgern erhalten. Sie darf dieses wichtige Mandat nicht ignorieren. Wir werden uns intensiv an der Anhörung beteiligen und zusammen mit unseren internationalen Partnern klarmachen, dass die Beimischung von Palmöl zum Diesel vollständig beendet werden muss." Im Anschluss an die vierwöchige Anhörung wird die EU-Kommission den Rechtsakt verabschieden. Danach haben die Mitgliedstaaten und das EU-Parlament zwei Monate Zeit, um diesen zu verabschieden oder ein Veto einzulegen. Die Möglichkeit, ihn zu ändern, haben sie nicht mehr.

Hintergrund:

Bereits im Juni 2018 beschloss das EU-Parlament, die Verwendung von risikoreichen Pflanzenölen für Bio-Kraftstoffe zu beenden. Als risikoreich gelten Nutzpflanzen, für dessen Anbau biodiversitätsreiche Regenwald- und Torfgebiete in Anbauflächen umgewandelt werden und deren Landnutzungsänderung hohe CO2-Emmission verursachen. Diese Nutzpflanzen sollen schrittweise ab 2023 aus den Kraftstoffen der EU verbannt werden. Palm- und Sojaöl werden aufgrund ihres geringen Preises am häufigsten dem Dieselkraftstoff beigemischt. Mehr als 51 Prozent des nach Europas importierten Palmöls landet in Autotanks. Die Förderung der Palmöl-Beimischung durch die Erneuerbare-Energien-Richtlinie hatte ursprünglich das Ziel, die CO2-Bilanz fossilen Dieselkraftstoffs zu verbessern und gilt somit als Klimaschutzmaßnahme. Aufgrund der mit dem Anbau von Palmöl verbundenen Regenwaldabholzung ist Biodiesel mit Palmöl allerdings dreimal schädlicher für das Klima als herkömmlicher Diesel.
Quelle: UD/pte, Foto unten: Frank Herrmann

Donnerstag, 2. März 2017

Tourismus: Jagd verbieten, Löwen retten!


Vor 40 Jahren streiften noch 200.000 Löwen durch Afrika, bis heute ist die Population auf kaum mehr als 20.000 eingebrochen. Die Weltnaturschutzunion führt Löwen auf der Roten Liste bedrohter Arten als „gefährdet" (vulnerable). Während die Bestände in Südafrika als relativ stabil gelten, sind Löwen in Westafrika vom Aussterben bedroht. In 12 Ländern wurden sie bereits ausgerottet, womöglich sogar in 16. Die Löwen sind bedroht, weil ihr Lebensraum zunehmend fragmentiert und zerstört wird. Vielerorts geht auch der Bestand an Beutetieren dramatisch zurück. Die Trophäenjagd ist eine große Bedrohung, insbesondere in Südafrika, Tansania, Simbabwe und Sambia.

In Südafrika mehr Löwen in Gefangenschaft als frei lebend

Jagdtouristen zahlen fünfstellige Summen für den Abschuss eines Löwen. Besonders verheerend ist es, wenn Jäger ein dominantes Männchen erlegen: Der Nachfolger tötet dessen Junge, sodass das Erlegen eines Tieres den Tod für bis zu 20 Löwen bedeutet. Die Löwen fallen nicht nur in freier Wildbahn dem Jagdtourismus zum Opfer. In Südafrika werden Löwen eigenes für die Jagd gezüchtet. Dort leben mehr Löwen in Gefangenschaft als in Freiheit. Jedes Jahr werden bis zu 1.000 von ihnen getötet. Die grausame Gatterjagd bewahrt dabei frei lebende Tiere nicht vor dem Abschuss. Schutzgebiete wie die berühmte Serengeti spielen eine zentrale Rolle für das Überleben der Tierart. Hier beobachten Forscher die Populationen genau. Zwar kommt es auch am Rand von Reservaten zu Konflikten, wenn Löwen nachts Schafe oder Rinder reißen. Doch die Nutztiere können beispielsweise in Gehegen und durch Wachhunde wirksam geschützt werden.
Quelle: Rettet den Regenwald; Foto: thepetitionsite.com

Donnerstag, 26. Januar 2017

Regen­wald­zer­störung für Nespresso Alu-Kapseln stoppen!



Kaffeekapseln sind ein Multi-Millionen-Geschäft. Marktführer Nespresso leisten sich für seine „Boutiquen“ teuerste Innenstadtlagen: In Hamburg am feinen Neuen Wall, in einem Straßenblock mit Apple, Cartier und Porsche Design. Werbeträger George Clooney lässt sich seine Arbeit reichlich entlohnen. Kapseln seien „für viele Verbraucher mit einem Lifestyle- und Luxusgefühl im Alltag verbunden“, frohlockt der Deutsche Kaffeeverband. Neben Nespresso bieten rund 20 Firmen Kapselkaffee an. Der angebliche Luxus hat selbst die Discounter Aldi und Lidl erreicht. Sogar Bio-Kaffee wird in Ex-und-Hopp-Kapseln angeboten – und gekauft. An die Umwelt scheinen die Genussmenschen, die auf den Geschmack aus der Kapsel setzen, bei ihrer Kaufentscheidung nicht zu denken. Ihr Verhalten sorgt für eine wahre Müllflut: Laut Stiftung Warentest wären 500 Mülllaster nötig, um die jährlich mehr als 5.000 Tonnen deutschen Kapselmüll zu entsorgen.

Umweltschädliche Bauxit-Verhüttung

Zwar versprechen Hersteller wie Nespresso, die Kapseln aus Aluminium würden recycelt. Die Versprechen sind allerdings leer: Die Firmen wälzen die Verantwortung auf die Kunden ab. Diese werfen die verbrauchten Kapseln allerdings häufig in den Restmüll. Die Liebe zur Kapsel richtet auch in entfernten Regionen Zerstörungen an. Der Alu-Rohstoff Bauxit wird im Tagebau gewonnen. Dafür wird etwa in Brasilien großflächig Regenwald abgeholzt. Die Verhüttung des Bauxits ist extrem umweltschädlich und energieintensiv. Im brasilianischen Amazonasgebiet werden für Alu-Werke mächtige Wasserkraftwerke gebaut. Flüsse werden umgeleitet und aufgestaut, Regenwaldgebiete abgeholzt und in Stauseen ertränkt. Indigene Völker werden von ihrem Land vertrieben.

Bitte kaufen Sie keine Kaffeekapseln und fordern Sie die Kaffeeproduzenten auf, diese Verschwendung von Aluminium zu beenden.
Quelle: Rettet den Regenwald, Foto: Umweltzentrum Tübingen

Hier geht es zur Petition von „Rettet den Regenwald“