
Der
9. Atlas der Zivilgesellschaft von Brot für die Welt untersucht, wie
Desinformation weltweit Meinungen beeinflusst, demokratische Prozesse gefährdet
und zivilgesellschaftliches Engagement erschwert. Im Mittelpunkt stehen die
Mechanismen und Akteure von Desinformation, ihre Folgen für Gesellschaft und
Demokratie sowie die Arbeit der Partnerorganisationen von Brot für die Welt im Globalen Süden.
Gleichzeitig zeigt der Atlas die weltweite Lage der Zivilgesellschaft und
fragt, ob sich der zunehmende Druck auf zivilgesellschaftliche Akteure weiter
verschärft. Dabei wird auch betrachtet, welche Länder im internationalen
Freiheitsranking auf- oder abgestiegen sind. Eine freie und lebendige
Zivilgesellschaft gilt als zentral für Entwicklungsgerechtigkeit, da sie
soziale Ungleichheiten sichtbar macht und benachteiligte Gruppen stärkt.
Grundlage des Atlas ist der CIVICUS-Monitor des weltweiten Netzwerks CIVICUS,
der zahlreiche unabhängige Datenquellen und Einschätzungen von mehr als 20
regionalen Partnerorganisationen zusammenführt. Dazu zählen unter anderem
Bewertungen von Organisationen wie Reporter ohne Grenzen sowie Berichte
nationaler und internationaler zivilgesellschaftlicher Gruppen. Bewertet werden
insbesondere Vereinigungs-, Versammlungs- und Meinungsfreiheit; staatliche
Angaben fließen nicht in die Analyse ein. Die Freiheit der Zivilgesellschaft
wird in fünf Kategorien eingeteilt: offen, beeinträchtigt, beschränkt,
unterdrückt oder geschlossen. Laut aktuellem Bericht leben nur 3,4 Prozent der
Weltbevölkerung – rund 277 Millionen Menschen in 39 Staaten – in Ländern mit vollständig
garantierter Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Demgegenüber leben etwa 73
Prozent der Menschen weltweit, fast sechs Milliarden, in Staaten, in denen die
Zivilgesellschaft unterdrückt oder geschlossen ist. Dort schränken Regierungen
Freiheitsrechte massiv ein und gehen gegen kritische Stimmen mit
Einschüchterung, Verhaftungen oder Gewalt vor. Insgesamt gelten 83 von 197
Ländern als unterdrückt oder geschlossen. Im Jahr 2025 wurden 15 Länder
herabgestuft, darunter Deutschland, während sich Gabun, Mauretanien und Senegal
verbessern konnten.
Quelle: Brot für die Welt (Text und Grafiken), Zusammenfassung: Frank Herrmann