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Mittwoch, 7. Januar 2026

Globale Herausforderung Müll

Von der Annahme ausgehend, dass in Deutschland ein großer Teil des Abfalls recycelt wird, schenken wir dem globalen Müllproblem kaum Aufmerksamkeit. Dabei stehen wir Deutschen auf der Liste der Müllerzeuger mit ganz oben: auf Platz fünf – unter anderem hinter den ChinesInnen und US-AmerikanerInnen. Und wir entsorgen unseren Müll nicht immer nur auf unseren eigenen Deponien. Vielmehr reist das, was wir täglich wegwerfen, mitunter einmal um die Welt und wird, wie in diesem Dossier geschildert, in Malaysia abgeladen oder endet in Ghana in den Händen von Kindern und Jugendlichen, die versuchen mit unserem Elektroschrott ihr tägliches Abendessen zu finanzieren. „So birgt Müll zahlreiche Dimensionen globaler (Un)Gerechtigkeit und ist entwicklungspolitisch höchst relevant“, erklären Anne Neumann und Theresa Utzig in der Einleitung zum aktuellen Südlink-Dossier. Müll ist nach dem Klimawandel und dem Artensterben mittlerweile die größte Herausforderung für die Weltgemeinschaft. Wer einen Blick in den Globalen Süden wirft, wie etwa in der Reportage aus Uganda, der stellt schnell fest, dass das Müllproblem uns alle angeht. Denn was dort unsachgemäß in der Umwelt entsorgt wird, endet früher oder später in den Süßwasserseen unseres Planeten, aus denen die Menschen ihr Trinkwasser gewinnen, oder gar in den Ozeanen, wo es zur Gefahr für das ganze Ökosystem wird.

Südlink 214 „Müll: Eine globale Herausforderung“.

Quelle: Inkota

Montag, 10. Juli 2023

Wann kommt der Reparaturbonus?

Reparaturen sollen erschwinglich und attraktiv werden: Zwanzig zivilgesellschaftliche Organisationen und Unternehmen fordern die Bundesregierung auf, einen bundesweiten Reparaturbonus einzuführen. Für Reparaturen an Elektro- und Elektronikgeräten soll der Staat 50 % der Reparaturkosten bis zu 200 € erstatten. Dafür hat das Bündnis eine gemeinsame Petition gestartet, mit der sich Verbraucherinnen und Verbraucher der Forderung anschließen können.

 

Jeder Mensch in Deutschland produziert etwa 20 Kilogramm Elektroschrott im Jahr. Nicht einmal ein Viertel aller defekten Elektrogeräte wird aktuell repariert. Dabei zeigen Umfragen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher gern mehr reparieren würden, Reparaturen aber zu aufwändig und teuer sind. In Thüringen und Österreich wurde bereits ein Bonus eingeführt, der stark nachgefragt wird.

Wir fordern, dass Reparaturen zu fünfzig Prozent und mit bis zu 200 Euro gefördert werden. Ein Reparaturbonus schont das Klima, minimiert den enormen Ressourcenverbrauch, entlastet Bürger*innen in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten und fördert die lokale Wirtschaft“, so Katrin Meyer, Koordinatorin des Runden Tisch Reparatur.

Unser viel zu hoher Verbrauch an metallischen Rohstoffen trägt massiv zur Klimakrise bei und führt zu Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung im Globalen Süden. Die Bundesregierung hat sich zwar im Koalitionsvertrag zur Senkung des Rohstoffverbrauchs und zum Recht auf Reparatur bekannt, mehr ist bisher aber nicht passiert“, kritisiert Julius Neu, Referent für Rohstoffpolitik, Wirtschaft und Menschenrechte bei INKOTA. Aktuell erarbeitet die Bundesregierung eine Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie – dort sollte der Reparaturbonus verankert und die Senkung des Rohstoffverbrauchs eingeleitet werden. Das Bündnis ruft die Bundesregierung ebenfalls dazu auf, das Anfang 2022 angekündigte Aktions- und Förderprogramm „Reparieren statt Wegwerfen“ schnellstmöglich zu veröffentlichen.

Hohe Reparaturkosten sind unter anderem dafür verantwortlich, dass weniger repariert wird und Produkte schneller zu Abfall werden. „Der Reparaturbonus ist ein bürgernahes Beispiel dafür, wie zirkuläres Wirtschaften über Recycling hinaus politisch gestützt werden kann.“, erklärt Luisa Denter, Referentin für Ressourcenpolitik und zirkuläres Wirtschaften bei Germanwatch.

Der Reparaturbonus ist nach Ansicht des Bündnisses nur ein erster Schritt zu einem umfassenden Recht auf Reparatur. Die Regierung ist in der Pflicht, innovative Maßnahmen umzusetzen, um das Reparieren wieder attraktiver für Verbraucher*innen zu machen. „Damit mehr repariert werden kann, muss die Politik kluge Rahmenbedingungen setzen. Angefangen von verfügbaren und erschwinglichen Ersatzteilen bis hin zu Produkten, die langlebig und leicht zu reparieren sind“, so Indra Enterlein, NABU-Teamleitung Ressourcenpolitik.

Quelle: Inkota