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Dienstag, 2. Juni 2026

Absturz der Kakaopreise und die Folgen

Nach dem starken Anstieg der Kakaopreise 2024/25 ist der Weltmarktpreis zuletzt massiv eingebrochen. Für Kakaobäuerinnen und -bauern in der Côte d’Ivoire hat das dramatische Folgen. Berichten lokaler Partnerorganisationen zufolge blockierte die Vermarktungsbehörde CCC seit Ende 2025 Exporte, um auf bessere Preise zu warten. Dadurch konnten viele Kooperativen ihren Kakao nicht verkaufen, und Produzent*innen erhielten kein Geld. Anfang März senkte das CCC den staatlich festgelegten Erzeugerpreis um 57 Prozent – von 2.800 auf 1.200 CFA-Francs pro Kilogramm. Damit liegt der Preis deutlich unter den Produktionskosten. Viele Familien geraten dadurch in existenzielle Not, können Schulgebühren oder medizinische Versorgung nicht mehr bezahlen. Ein gesetzliches Verbot von Preisen unterhalb der Produktionskosten in Agrar-Lieferketten, wie es das Forum Fairer Handel, INKOTA und weitere zivilgesellschaftliche Organisationen in der laufenden Petition „Landwirtschaft braucht Fairness“ fordern, wäre ein wichtiger Schritt, um die Farmer*innen vor dem ruinösem Preisverfall zu schützen. 

Quelle: Forum Fairer Handel (FFH); Grafik: FFH, Zusammenfassung Text und Bild: Frank Herrmann

 


Dienstag, 12. Mai 2026

Umsatz von Fairtrade über 3 Milliarden

Trotz Konsumflaute greifen Verbraucher weiter zu Kaffee, Kakao und Bananen mit Fairtrade-Siegel – nachhaltiger Konsum entwickelt sich zunehmend zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. Der Umsatz mit Fairtrade-Produkten in Deutschland überschritt 2025 erstmals die Marke von 3 Milliarden Euro. Insgesamt stieg er um knapp 9 Prozent auf rund 3,14 Milliarden Euro, so der Fairtrade Jahres- und Wirkungsbericht 2025/26. Pro Kopf gaben Verbraucher durchschnittlich etwa 38 Euro für fair gehandelte Produkte aus. Besonders gefragt bleiben Kaffee, Kakao und Bananen. Fair gehandelter Kaffee erzielte dabei erneut mehr als 1 Milliarde Euro Umsatz und bleibt das wichtigste Fairtrade-Produkt auf dem deutschen Markt. Die Entwicklung zeigt, dass Nachhaltigkeit und transparente Lieferketten für viele Verbraucher immer wichtiger werden – gerade in Zeiten steigender Rohstoffpreise und globaler Krisen. Gleichzeitig profitieren Produzenten in Afrika, Asien und Lateinamerika: Über Fairtrade-Prämien flossen zuletzt rund 42 Millionen Euro in Projekte für Bildung, Infrastruktur und nachhaltigere Produktion.

Text und Foto: Frank Herrmann; Grafiken: Fairtrade