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Mittwoch, 10. Juli 2019

Studie: Edle Tees für Hungerlöhne


Für die Studie hat der Herausgeber, die Rosa-Luxemburg-Stiftung, vier Plantagen im Distrikt Darjeeling untersuchen lassen, die deutsche Teehändler beliefern, darunter  die Ostfriesische Tee Gesellschaft , Teekampagne und TeeGschwendner . Das Ergebnis: Die Löhne in Darjeeling sind um die Hälfte niedriger als in Teeplantagen in Südindien und um ein Drittel geringer als im Bergbau. Mitverantwortlich, so die Studie, sei der Preisdruck deutscher Teehändler. Die Produktionskosten könnten so nicht gedeckt werden. Besonders problematisch wirkten sich diese niedrigen Preise auf die Teepflückerinnen und ihre Familien aus. Aktuell erhalten Pflückerinnen umgerechnet einen Lohn von 2,25 Euro pro Tag, wenn sie die täglichen Erntevorgaben der Akkordarbeit erfüllen. Berechnungen einer indischen Regierungskommission zufolge, müssten die Löhne fast verdoppelt werden, um als existenzsichernd zu gelten. Die Studie berichtet zudem u.a. von kolonialistischen Arbeitsstrukturen, nicht ausgezahlten Löhnen, Mangelernährung der Pflückerinnen und Pflücker, unzureichender Versorgung mit Trinkwasser, schlechten hygienischen Bedingungen sowie schlechter Unterbringung. Die prekären Zustände betreffen auch Plantagen mit Fairtrade und/oder Rainforest Alliance-Zertifizierung und Partner von Oikocredit.  
Quelle: Frank Herrmann/FFH



 

Samstag, 8. April 2017

Deutsche Bahn stellt die Weichen auf Fairen Handel



Seit April serviert die Deutsche Bahn (DB) in ihren ICE- und IC-Zügen nur noch Fairtrade-zertifizierten Kaffee aus dem Hause Dallmayr. Auch die übrigen Heißgetränke (Trinkschokolade der Marke Cocoya und Teesorten der Marke Eilles, beide von Darboven) wurden auf fair gehandelte Rohstoffe umgestellt. Damit verpflichtet sich die DB zu einem ethisch vertretbaren Handel und wird einer der größten gastronomischen Anbieter von fair gehandeltem Kaffee in Deutschland. Allein im Jahr 2016 wurden an Bord von ICE und IC 174 Tonnen Kaffee verbraucht. Das sind über zehn Millionen Tassen. Hinzu kamen 2,2 Millionen Teebeutel und 25 Tonnen Trinkschokolade. Im Bordbistro gibt es zudem 20 Cent Preisnachlass pro Heißgetränk für einen mitgebrachten Mehrwegbecher. „Es ist uns wichtig, dass wir als einer der größten Kaffeeabnehmer Deutschlands auch soziale Standards setzen und damit unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden“, erklärt Verena Händel, Leiterin Produktmanagement Bordgastronomie von DB Fernverkehr. „Unsere Gäste können so Premiumkaffee genießen und gleichzeitig etwas Gutes für die Kaffeebauern in den Anbauregionen tun.“
Informationen zum aktuellen Speise- und Getränkeangebot im Fernverkehr der DB unter bahn.de/bordgastronomie.
Quelle: Fairtrade Deutschland; Foto: Deutsche Bahn