Ein falscher Klick hat manchmal große Auswirkungen. Vor allem, wenn man wie die Betreiber dieses Blogs noch nicht verstanden hat, dass nicht nur im realen, sondern auch im virtuellen Leben alles zusammenhängt. So dachten wir uns nichts dabei, scheinbar unbenötigte Fotos in diesem Google-Account zu löschen. Wir ahnten nicht, dass die Fotos dieses Blogs just aus diesen - ganz woanders abgelegten Alben - gespeist wurden. Daher fehlen auf allen älteren Blogs die Fotos, wofür wir uns entschuldigen möchten. Learning by doing geht halt manchmal auch so richtig schief. Da es scheinbar nicht genügt, die Fotos wieder in die Alben zu laden, muss jeder Blogbeitrag wieder einzeln bebildert werden, eine äußerst mühselige und zeitaufwendige Angelegenheit. Wir hoffen den Schaden jedenfalls nach und nach beheben zu können und hoffen ebenso, dass Ihr uns trotz dieses Fauxpas weiterhin die Treue haltet.
Der Blog zu meinen Büchern bietet aktuelle Infos rund um den Themenbereich "Nachhaltigkeit"
Mittwoch, 19. Juni 2013
Dienstag, 18. Juni 2013
Kampagne „Make Chocolate Fair!“ gestartet
Damit wir Schokolade in
allen Varianten genießen können, müssen Menschen in anderen Ländern leiden. Oftmals
sind es Kinder, die von gefährlicher
Arbeit ohne Gesundheitsschutz, exzessiven Überstunden sowie mangelhafter
Ernährung betroffen sind. Die Arbeitsbedingungen auf den Kakaoplantagen sind
nach wie vor menschenverachtend und ausbeuterisch. Gleichzeitig erwirtschaften
die Schokoladenhersteller hohe Gewinne.
Kinderarbeit in Westafrika weit verbreitet
Um auf die Situation bei der Kakaoproduktion und die Verantwortung der
großen Schokoladenfabrikanten aufmerksam zu machen, hat am 12. Juni 2013, dem
Internationalen Tag gegen Kinderarbeit, die europaweite Kampagne „Make Chocolate Fair!“
begonnen, eine internationale Initiative, die sich aus mehreren Organisationen
in 16 europäischen Ländern zusammensetzt. „Kinderarbeit ist in der Kakaobranche nach wie vor ein massives Problem”,
sagt Viola Dannenmaier, INKOTA-Koordinatorin der Kampagne. In Westafrika, der
Hauptanbauregion für Kakao, arbeiten noch immer etwa zwei Millionen Kinder auf
Kakaoplantagen. Mehr als 500.000 von ihnen unter Bedingungen, die nach den
Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) als ausbeuterisch
eingestuft und damit verboten sind. „Das Problem der Kinderarbeit ist seit
Jahren bekannt. Doch sowohl die
Schokoladenindustrie, als auch die Politik haben es bisher versäumt,
entschlossen dagegen vorzugehen”, so Dannenmaier weiter.
Klare Forderungen an die
Schokoladenindustrie
Die Kampagne
„Make Chocolate Fair!” ist angetreten, dieser Ungerechtigkeit etwas
entgegenzusetzen. Gefordert wird von den Schokolade herstellenden Unternehmen verantwortliche
Schritte zur Verbesserung der Situation der Kakaobauern zu unternehmen,
darunter eine faire Bezahlung der Kakaobauern und ihren Arbeitern, die
Einhaltung der Menschen- und Arbeitsrechte entlang der gesamten
Kakao-Wertschöpfungskette und die Ablehnung ausbeuterischer Kinderarbeit, die
Unterstützung von Kakaobauern und -bäuerinnen bei der Umsetzung einer
nachhaltigen und diversifizierten Landwirtschaft und die Anwendung eines
unabhängigen Zertifizierungs- und Kontrollsystems.
Unterschriftenaktion
Zu diesem Zweck
hat die Kampagne eine Petition an die Schokoladenhersteller in Europa
gestartet. Über zwei Jahre werden Unterschriften in ganz Europa gesammelt, auf
Papier und auf unserer Webseite. Das Ziel: 100.000 Unterschriften! Diese werden
Mitte 2015 den Schokoladenunternehmen im Rahmen einer öffentlichen Aktion bei
ihrer Hauptversammlung überreicht.
Factsheet - Die bittere Wahrheit über
Schokolade:
Sonntag, 16. Juni 2013
Billigfleisch – Subventionsabbau könnte Schäden für Umwelt und Klima begrenzen
Fleischprodukte werden in Deutschland
immer noch mit einem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent
subventioniert. Müssten wir den vollen Satz von 19 Prozent zahlen, hätte das direkte
Auswirkungen auf den Fleischverbrauch. Das zeigt eine neue Studie, die das Forum
Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) für Greenpeace angefertigt hat. "Die
enormen Umweltkosten der intensiven Fleischproduktion tragen alle, egal ob sie
Fleisch essen oder nicht. Zusätzlich subventioniert der Staat die
Fleischproduktion mit großen Summen. Durch einen Subventionsabbau bei der
Mehrwertsteuer und teurere Stickstoffüberschüsse würden sich die Fleischpreise
den wahren Kosten annähern", sagt Eike Meyer, Mitautor der Studie und
stellvertretender FÖS-Geschäftsführer.
Zu viel billiges Fleisch
Die Tierhaltung und
Fleischproduktion in Deutschland hat sich in den vergangenen zehn Jahren der auf
4,7 Millionen Tonnen fast verdoppelt. Vor allem Billigfleisch aus Intensivtierhaltung
verursacht gewaltige ökologische Folgekosten. Außerdem essen die Deutschen zu
viel Fleisch: im Durchschnitt verbrauchen sie mehr als doppelt so viel Fleisch wie
von Gesundheitsorganisationen empfohlen. "Wir können die massiven Schäden
für Umwelt und Klima begrenzen, wenn wir die unsinnige Subventionierung des
Fleischverbrauchs beenden. Statt Fleisch zu Spottpreisen zu verkaufen, sollte
weniger und besseres Fleisch mit geringeren Umweltkosten produziert
werden", sagt Martin Hofstetter, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace.
Großes Sparpotenzial
Mit einer Erhöhung der Mehrwertsteuer für Fleischprodukte müsste der Verbraucher pro Jahr durchschnittlich etwa 25 Euro mehr für Fleisch ausgeben. Die Folge: Jeder Deutsche würde laut Greenpeace-Berechnungen dreieinhalb Kilo Schweinefleisch, ein Kilo Geflügel und ein halbes Kilo Rindfleisch weniger im Jahr essen. Umgerechnet bedeutet das etwa 60 Millionen weniger geschlachtete Hühner, etwa 3,8 Millionen weniger getötete Schweine und 180.000 weniger Rinder. Damit würde so viel CO2 eingespart, wie knapp zwei Millionen Autos im Jahr ausstoßen. Agrarflächen - umgerechnet fast so groß wie das Ruhrgebiet - würden gespart, da weniger Tierfutter angebaut werden müsste.
Überdüngung mit Stickstoff begrenzen
Auch eine Abgabe auf die umweltschädliche Stickstoff-Überdüngung beim Futtermittelanbau würde es teurer machen, Fleisch als Massenware zu produzieren. Felder mit Stickstoff zu überdüngen – vor allem mit überschüssiger Gülle aus der intensiven Tierhaltung – verseucht Grund- und Oberflächenwasser und setzt massiv Klimagase frei. Eine Abgabe von zwei Euro je Kilogramm Stickstoff würde zugleich Wasser und Klima schützen und das Futter der intensiv gehaltenen Masttiere teurer machen. Der Preis für Rindfleisch würde damit um durchschnittlich 50 Cent pro Kilo steigen; der Verbrauch würde um etwa 3,5 Prozent zurückgehen.
Die Studie ist abrufbar unter: http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/landwirtschaft/20130529-FOES-Studie-Fleischkonsum-oekonomische-Instrumente.pdf
Zu viel billiges Fleisch
Die Tierhaltung und
Fleischproduktion in Deutschland hat sich in den vergangenen zehn Jahren der auf
4,7 Millionen Tonnen fast verdoppelt. Vor allem Billigfleisch aus Intensivtierhaltung
verursacht gewaltige ökologische Folgekosten. Außerdem essen die Deutschen zu
viel Fleisch: im Durchschnitt verbrauchen sie mehr als doppelt so viel Fleisch wie
von Gesundheitsorganisationen empfohlen. "Wir können die massiven Schäden
für Umwelt und Klima begrenzen, wenn wir die unsinnige Subventionierung des
Fleischverbrauchs beenden. Statt Fleisch zu Spottpreisen zu verkaufen, sollte
weniger und besseres Fleisch mit geringeren Umweltkosten produziert
werden", sagt Martin Hofstetter, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace. Großes Sparpotenzial
Mit einer Erhöhung der Mehrwertsteuer für Fleischprodukte müsste der Verbraucher pro Jahr durchschnittlich etwa 25 Euro mehr für Fleisch ausgeben. Die Folge: Jeder Deutsche würde laut Greenpeace-Berechnungen dreieinhalb Kilo Schweinefleisch, ein Kilo Geflügel und ein halbes Kilo Rindfleisch weniger im Jahr essen. Umgerechnet bedeutet das etwa 60 Millionen weniger geschlachtete Hühner, etwa 3,8 Millionen weniger getötete Schweine und 180.000 weniger Rinder. Damit würde so viel CO2 eingespart, wie knapp zwei Millionen Autos im Jahr ausstoßen. Agrarflächen - umgerechnet fast so groß wie das Ruhrgebiet - würden gespart, da weniger Tierfutter angebaut werden müsste.
Überdüngung mit Stickstoff begrenzen
Auch eine Abgabe auf die umweltschädliche Stickstoff-Überdüngung beim Futtermittelanbau würde es teurer machen, Fleisch als Massenware zu produzieren. Felder mit Stickstoff zu überdüngen – vor allem mit überschüssiger Gülle aus der intensiven Tierhaltung – verseucht Grund- und Oberflächenwasser und setzt massiv Klimagase frei. Eine Abgabe von zwei Euro je Kilogramm Stickstoff würde zugleich Wasser und Klima schützen und das Futter der intensiv gehaltenen Masttiere teurer machen. Der Preis für Rindfleisch würde damit um durchschnittlich 50 Cent pro Kilo steigen; der Verbrauch würde um etwa 3,5 Prozent zurückgehen.
Die Studie ist abrufbar unter: http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/landwirtschaft/20130529-FOES-Studie-Fleischkonsum-oekonomische-Instrumente.pdf
Donnerstag, 13. Juni 2013
Nahrungsmittelspekulation – EU-Vorschläge weitgehend wirkungslos
Momentan beraten die europäischen
Finanzminister über einen Gesetzentwurf zur Eindämmung der
Nahrungsmittelspekulation. Doch obwohl sich die deutsche Regierung, vertreten
durch Finanzminister Wolfgang Schäuble, für ein „Regelungssystem auf europäischer
Ebene einsetzt, das exzessiven Handelsaktivitäten entgegenwirkt“, enthält der
vorliegende Gesetzestext zur Regulierung der Finanzmärkte (MiFID-Richtlinie)
jede Menge Ausnahmeregelungen. Dies konnten die Entwicklungsorganisation Oxfam
und die Verbraucherorganisation foodwatch in einer gemeinsamen Analyse
nachweisen.
Finanzlobby mächtig aktiv
Finanzlobby mächtig aktiv
Beide Organisationen fordern die EU-Finanzminister
auf, effektive Maßnahmen gegen die Wettgeschäfte auf Agrar-Rohstoffpreise zu
ergreifen. "Die mächtige Finanz- und Wirtschaftslobby hat in Brüssel ganze
Arbeit geleistet, um die Regulierung der Finanzmärkte zu torpedieren",
erklärte David Hachfeld von Oxfam Deutschland. "Der Finanzindustrie ist es
gelungen, entscheidende Schlupflöcher in die Finanzmarkt-Richtlinie einzubauen.
Damit gehen die Spekulationsgeschäfte auf Kosten der Ärmsten munter
weiter", so foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode.
Deutschland in der Pflicht
Eine besondere Verantwortung
sehen beide Organisationen bei Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Er
vertritt nicht nur das EU-Mitgliedsland mit der größten Wirtschaftskraft, sondern
auch den Staat, in dem mit Deutscher Bank und Allianz zwei der weltweit größten
Nahrungsmittelspekulanten ihren Sitz haben. Wolfgang Schäuble müsse beweisen,
dass die Gewinn-Interessen der deutschen Finanz- und Energiekonzerne nicht über
dem Wohl von Millionen von Armut und Hunger bedrohten Menschen stünden, so
Oxfam und foodwatch.
Positionslimits ohne Ausnahmen
Beide Organisationen fordern
unter anderem die Einführung von umfassenden "Positionslimits" ohne
Ausnahmeregeln, mit denen die Zahl der zu rein spekulativen Zwecken
abgeschlossenen Warenterminverträge auf Agrar-Rohstoffe begrenzt würde. Solche „Positionslimits“
will die EU zwar einführen, aber zugleich auch zahlreiche Ausnahmeregeln und
Schlupflöcher. So kann beispielsweise außerhalb der Börsen im sogenannten over-the-counter-Handel
(OTC-Handel) weiter mit Agrar-Rohstoffen spekuliert werden. Positionslimits
müssen daher unabhängig von der Handelsplattform für den gesamten Handel
gelten, fordern Oxfam und foodwatch. Außerdem müssen Unternehmen, die vollständig
oder zu einem relevanten Anteil zum selben Konzern gehören, einem konzernübergreifenden
Positionslimit unterliegen.
Nur echte Rohstoffgeschäfte erlauben
Ausnahmen enthält der aktuelle
EU-Richtlinienvorschlag zudem für Transaktionen, "die objektiv messbar
direkt mit der Geschäftstätigkeit oder dem Liquiditäts- und Finanzmanagement"
von Unternehmen zusammenhängen. Doch die genaue Abgrenzung zwischen dem
"Liquiditäts- und Finanzmanagement" von Unternehmen und rein
spekulativen Geschäften ist schwierig. Mit der MiFID-Richtlinie können Händler
alle möglichen Aktivitäten als Liquiditäts- und Finanzmanagement deklarieren und
damit Positionslimits umgehen. Oxfam und foodwatch fordern daher, dass
Ausnahmen nicht generell für das Liquiditäts- und Finanzmanagement gelten
dürfen, sondern eng auf Transaktionen beschränkt bleiben müssen, bei der ein
Beleg für ein konkretes Rohstoffgeschäft erbracht werden kann.
Weitere Informationen unter:
und:
Dienstag, 11. Juni 2013
Poços de Caldas: Die erste Fairtrade-Town Brasiliens
Mehr als 1200 Fairtrade-Städte in 24
verschiedenen Ländern weltweit engagieren sich für den Fairen Handel, darunter mehr als 100 in Deutschland.
Diese Städte haben alle Kriterien der weltweiten Kampagne Fairtrade-Towns
erfüllt: Stadträten wird während der Sitzungen
Fairer Kaffee ausgeschenkt und
ein Teil der Einzelhändler, Restaurants und Supermärkte muss fair gesiegelte
Produkte im Sortiment haben. Zudem muss das Thema in Schulen, Vereinen oder
Kirchen eine wichtige Rolle spielen.
Ungerechte
Lebensverhältnisse
Nun hat es mit der Poços de Caldas
die erste Stadt Brasiliens zur Fairtrade-Town gebracht. Dank des beständigen
Wirtschaftswachstums der vergangenen Jahre konnte sich auch in Poços de Caldas mit
seinen 160.000 Einwohnern eine Bevölkerungsschicht mit stärkerer
Kaufkraft bilden. Zudem verfügt die Stadt im Südwesten Brasiliens über ein sehr
gutes Bildungsniveau, untermauert von der Anwesenheit von gleich vier
Universitäten. Dennoch war den Lokalpolitikern bewusst, dass Bildung und
Wirtschaftswachstum weiterhin ungleich verteilt sind, ein Problem, das man in
ganz Brasilien vorfindet. Daher beschloss man, als ausgleichende Maßnahme, den
Weg zur Fairtrade-Town zu gehen.
Mit Kaffee fing alles an
Da rund um Poços de Caldas Kaffee angebaut wird, lag
es nahe den fair gehandelten Kaffee nicht nur zu exportieren, sondern direkt
vor Ort zu vermarkten. Um diese Idee umzusetzen, ließ sich eine der lokalen
Produzentenorganisationen Fairtrade-zertifizieren. Mit Hilfe der Nichtregierungsorganisation
"Sebrae Minas" realisierte die Stadt zahlreiche Maßnahmen, um das
FAIRTRADE-Siegel in der Bevölkerung bekannt zu machen und Bewusstsein für den
fairen Handel zu schaffen. Zudem plante
man weitere Kaffeebauern in der Umgebung von Poços de Caldas mit dem Fairtrade-System
vertraut zu machen.
Der Aufwand
hat sich gelohnt
Inzwischen bekommt man in Poços de Caldas in 26 Geschäften
fair gehandelte Produkte. 13 Gastronomiebetriebe bieten ihren Gästen Fairtrade-Produkte
an und in zehn Unternehmen trinken die Angestellten lokal produzierten Fairtrade-Kaffee.
Auch der Bildungsbereich wurde aktiv: Zehn Schulen und zwei Universitäten
beteiligen sich aktiv an der Bewusstseinsbildung rund um den fairen Handel!
Über zahlreiche Veranstaltungen und eine intensive Medienberichterstatttung konnte
Bewusstsein für die sozioökonomischen Probleme geschaffen werden, mit denen
viele Bewohnerinnen und Bewohner Brasiliens nach wie vor konfrontiert sind. Die
Bäuerinnen und Bauern rund um Poços de Caldas finden für ihre Produkte nun eine
höhere Anerkennung und Wertschätzung. Und am 30. Oktober 2012 war es dann
soweit: Poços de Caldas wurde offiziell zur ersten brasilianischen Fairtrade-Town
ernannt!
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