Made in Bangladesh“ ist oft das Einzige, was auf dem
Produktionslabel eines Kleidungsstücks zu lesen ist. Welche Informationen dort
eigentlich stehen sollten, zeigt nun eine kanadische Organisation mit einer
Kampagne.
Wer bewusst einkaufen will,
braucht Informationen. Denn nur wenn die Kunden möglichst viel über das
Produkt, seinen Inhalt und die Herstellungsbedingungen wissen, können sie
mündige Entscheidungen treffen. Daran mangelt es nicht nur bei der
Nährwertkennzeichnung so mancher Lebensmittel, sondern auch in der Textilwirtschaft.
„Made in Bangladesh“ ist oft das Einzige, was auf den Produktionslabeln großer
Modeketten steht – garniert mit Informationen zum Stoff und einer Waschanleitung.
Doch unter welchen Zuständen die Kleidungsstücke produziert wurden, erfährt der
Kunde dort nicht. Wohl aus gutem Grund, könnte man vermuten, denn die
Arbeitsbedingungen in der Modeindustrie sind oft schlecht: Die Näherinnen
erhalten Niedrigstlöhne, hantieren mit giftigen Materialien und der
Arbeitsschutz ist mangelhaft. Der Einsturz einer Fabrik in Bangladesch vor zwei
Jahren hat das auf schockierende Weise deutlich gemacht.
Das etwas andere
Etikett
Die Organisation „The Canadian Fair Trade Network“ zeigt daher nun in einer Kampagne, was wirklich auf den
Produktionslabeln von T-Shirts, Pullovern und Jackets stehen müsste. Die
Aktivsten haben alternative Nackeneinnäher für Kleidungsstücke entworfen, auf
denen in fiktiven Porträts drei typische Schicksale von Textilarbeiterinnen und
-arbeitern eingestickt sind. Da wäre beispielsweise die Geschichte auf dem
Etikett eines Jackets, die von Joya aus Bangladesch erzählt: „Mit elf Jahren
verließ sie die Schule um ihre beiden Brüder und ihre frisch verwitwete Mutter
zu unterstützen. Ihr Vater war bei einem Feuer in der Baumwollfabrik gestorben,
in der er arbeitete. In dem Gebäude gegnüber der abgebrannten Fabrik arbeitet
nun Joya und wird so permanent an das Risiko erinnert, dem sie tagtäglich
ausgesetzt ist." Die Organisation hinter der Kampagne, will mit den
Motiven zum Kauf von mehr Fair-Trade-Kleidung aufrufen. Anlässlich des „Fashion
Revolution Day“ am 24. April, sollen Konsumenten die großen Modehersteller
zudem mit Fragen löchern: Unter #whomademyclothes sollen Selfies mit Produktionslabeln
der eigenen Textilien auf Twitter gepostet werden, um die Produzenten zu mehr
Transparenz und besseren Arbeitsbedingungen aufzufordern.
Quelle: Greenpeace Magazin; Foto: The Canadian Fair Trade Network
Quelle: Greenpeace Magazin; Foto: The Canadian Fair Trade Network