Sonntag, 3. Juli 2016

Nachhaltigkeits-EM: Schweden klarer Sieger



Zur Fußball-EM haben die imug Beratungsgesellschaft aus Hannover und die Union Investment Institutional GmbH ermittelt, welches der 24 EM-Länder in Sachen Nachhaltigkeit das beste ist. Grundlage der Nachhaltigkeits-EM ist der Originalspielplan der Fußball-EM 2016 in Frankreich. Die Spiele werden anhand von ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance) ausgetragen. Für die Gruppenphase sowie das Achtel-, Viertel und Halbfinale wird je ein ESG-Kriterium als Vergleichswert zwischen den Ländern herangezogen. Das Land mit dem jeweils besseren Wert setzt sich gegen seinen Gegner durch.

Nur saubere Teams kommen weiter!

In der Gruppenphase gewinnen Länder, die als weniger korrupt wahrgenommen werden. „Governance-Kriterien sind Grundvoraussetzung für Nachhaltigkeit. Frei nach dem Motto ‚nur saubere Teams kommen weiter‘, haben wir Korruption als erstes Kriterium gewählt“, so Stephanie Senff-Gerstein, Senior Marketing Managerin bei  Union Investment. Die Daten stammen aus dem Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International. Die Schweiz und Schweden erreichen dabei die besten Werte. Russland und die Ukraine sind weit abgeschlagen und gewinnen kein einziges Spiel. Spanien und Tschechien setzen sich nur aufgrund einer sehr schwachen Gruppe durch und erreichen trotz schlechter Werte die K.-o.-Phase.

Bildungsausgaben und Erneuerbare Energien  ausschlaggebend

Ausschlaggebend für das Achtelfinale sind die Bildungsausgaben der Länder, anteilig gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Island und Nordirland überzeugen mit über sieben Prozent anteiligen Investitionen und schlagen damit starke Belgier und Franzosen. Deutschland mit nur knapp fünf Prozent Bildungsausgaben in Relation zum BIP trifft auf noch schwächere Slowaken und zieht mit Glück ins Viertelfinale ein. Knapp ist der Vergleich zwischen England und Polen. Mit nur 0,02 Prozentpunkten mehr können sich die Engländer durchsetzen. Die Viertelfinale gewinnen Länder mit einem höheren Anteil an erneuerbaren Energien an der Primärenergieversorgung. Island kommt auf einen 90-Prozent-Anteil und lässt England mit schwachen fünf Prozent keine Chance. Deutschland verbessert sich zwar auf zehn Prozent, kommt an die 35 Prozent von Schweden aber nicht heran. Auf niedrigem Niveau setzt sich Irland mit sieben Prozent gegen die noch schwächeren fünf Prozent von Wales durch. Gut aufgestellte Portugiesen schlagen im vierten Viertelfinale schwache Nordiren mit 25 zu fünf Prozentpunkten deutlich.

Halbfinale: Wer hat die niedrigsten Pro-Kopf-CO2-Emissionen?

Zwei Neuauflagen von Gruppenspielen gibt es im Halbfinale. Für den Einzug ins Finale müssen die Pro-Kopf-CO2-Emissionen geringer sein als die des Gegners. Portugal kann sich hier für die Korruptionsschlappe revanchieren und besiegt Island mit fast zwei Tonnen CO2-Emissionen weniger. Irland gelingt gegen Schweden dagegen keine Revanche. Mit 7,47 Tonnen CO2-Emissionen pro Kopf kommen sie an die 3,91 Tonnen der Schweden nicht heran und scheiden im Halbfinale aus. Das Finale bestreiten der Favorit und ein Außenseiter. Portugal, nur als Gruppendritter in die K.-o.-Phase gekommen, kamen sowohl die Auswahl der Kriterien als auch die Gegner zugute. Schweden hingegen gewann alle Spiele souverän. Im Finale entscheidet die prozentuale Entwicklung der CO2-Emissionen über den Sieg. Schweden kommt dabei auf eine Reduktion von 4,68 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Portugal erreicht nur knapp drei Prozent. Damit setzt sich Schweden ohne Niederlage souverän durch und wird Nachhaltigkeits-Europameister.

Kein Überraschungssieger, aber ein verdienter

Schweden setzt sich bei den Themen Korruption, Bildungsausgaben, erneuerbare Energien und CO2-Emissionen gegen seine Kontrahenten deutlich durch. Der Sieg der Schweden ist berechtigt. Seit Jahren belegt das Land den ersten Platz im „EIRIS/imug Country Sustainability Rating“. 2015 folgten Österreich, Finnland, die Schweiz und Deutschland auf den nächsten Plätzen. Portugal ist im Rating erst auf Platz 28 zu finden. „Die Auswahl einzelner ESG-Kriterien wirft sicherlich nur Schlaglichter auf die Nachhaltigkeitsleistung der Länder. Aber so konnten wir eine spielerische Darstellung der Europameisterschaft ermöglichen“, ergänzt Dr. Annika Schudak, CSR-Beraterin bei der  imug Beratungsgesellschaft, die Ergebnisse. Ganzheitliche Aussagen über den Beitrag einzelner Länder liefert das auf 50 Indikatoren beruhende Gesamtrating der imug Beratungsgesellschaft und ihrem Researchpartner  Vigeo Eiris.
Quelle: UD/pm

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