Sonntag, 20. März 2016

Frauen im Fairen Handel



Keine Zeit, kein Geld, keine Rechte - weltweit sind vor allem Frauen und Kinder von Armut und Ausbeutung betroffen. Dabei zeigt sich längst: Ohne das Engagement von Frauen würden sich ärmere Gesellschaften deutlich langsamer entwickeln. Der Faire Handel setzt sich daher für mehr Gleichberechtigung und bessere gesundheitliche Versorgung von Frauen ein.

Das Missverhältnis zwischen der schwachen Position von Frauen und dem Beitrag, den sie für die Gesellschaft leisten, ist groß. Siebzig Prozent der unbezahlten Arbeit weltweit liegt in Frauenhänden: Sie organisieren den Familienhaushalt, ziehen die Kinder auf und pflegen Angehörige. Weltweit beziehen Frauen nur zehn Prozent der Einkommen und nur ein Prozent des globalen Vermögens gehört Frauen. In Entwicklungsländern produzieren Frauen 80 Prozent der Grundnahrungsmittel, sie besitzen aber nur zehn Prozent der Anbauflächen", so Christoph Teusch von der Verbraucher Initiative e. V. Viele Kreditinstitute haben allerdings inzwischen erkannt, dass Frauen zuverlässigere Kreditnehmer und geschickte Investoren sind. Auch deshalb gelten im Fairen Handel klare Regeln, die helfen, die Situation von Frauen zu verbessern. So verpflichten sich die landwirtschaftlichen Genossenschaften, Plantagen und handwerklichen Betriebe, die am Fairen Handel teilnehmen, Frauen gleichberechtigt zu behandeln. Frauen erhalten wie Männer Pachtlizenzen, Landtitel und Zugang zu Krediten, um ihren eigenen Betrieb zu gründen oder sich besser mit Produktionsmitteln ausstatten zu können. Außerdem wird die Fairtrade-Prämie, die Partnerorganisationen erhalten, häufig für eine bessere Gesundheits- oder Wasserversorgung oder Betreuung der Kinder eingesetzt - Einrichtungen, die vor allem Frauen zugutekommen. Auch Verbraucher in Deutschland können sich dafür einsetzen, dass sich die Situation der Frauen ändert. Mit jedem Kauf eines Produkts mit einem  Fairtrade-Siegel, wie beispielsweise Fairtrade-Rosen, tragen Konsumenten dazu bei, dass sich die Lebensbedingungen für Frauen in den Ländern des Südens verbessern. Mit dem Aufpreis, der für die meisten Menschen in den Industriestaaten einfach zu leisten ist, können in ärmeren Ländern wichtige Investitionen getätigt werden.
Quelle: UD/pm 

Infos zum Thema "Frauen & Entwicklung" gibt es auf oeko-fair.de

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