Donnerstag, 17. September 2015

Adidas: Der lange Kampf gegen unfaire Entlassungen in Indonesien



Ende August zogen viele NäherInnen, die u.a. für Adidas und die japanische Marke Mizuno Sportschuhe in Indonesien herstellten, zur japanischen Botschaft in Jakarta und forderten ihre sofortige Wiedereinstellung. Die ArbeiterInnen versuchen bereits seit Juli 2012 wieder eingestellt zu werden. Bisher vergeblich. Damals wurde 1.300 von ihnen durch das Management der Schuhfabrik PT Panarub Dwikarya Benoa fristlos gekündigt. Kurz vor ihrer Kündigung wurde die Fabrik von 2.000 ArbeiterInnen bestreikt, die sowohl Versammlungsfreiheit als auch das Angleichen ihres Lohns an den nationalen Mindestlohn forderten. Und auch nach der Entlassung der 1.300 ArbeiterInnen war die Situation der Streikenden geprägt von Einschüchterungsversuchen seitens der Fabrikführung.

Kein menschenwürdiges Leben

Kokom Komalawati, die Vorsitzende der Gewerkschaft SBGTS-GSBI, erklärte gegenüber der Kampagne für Saubere Kleidung, dass die Polizei damals, 2012, Tränengas gegen die Streikenden einsetzte, unter denen sich auch schwangere Frauen befanden. Vorarbeiter und das Management der Fabrik hätten außerdem mithilfe von Schlägertrupps versucht, die Streikenden zur Arbeit zu zwingen. Auch wurde den Streikenden gesagt, dass sie Ihre Arbeit nur wieder aufnehmen könnten, wenn sie aus der Gewerkschaft austreten und darüber hinaus erklären würden, dass sie von der Gewerkschaft zu diesem Streik gezwungen worden seien. „Der Fall der PT Panarub Dwikarya beweist, dass es für ArbeiterInnen in Indonesien keine Garantie für ein menschenwürdiges Leben gibt. Adidas und Mizuno sind verantwortlich dafür, dass diese ArbeiterInnen Ihre Jobs und ihre Lebensgrundlage zurückbekommen und solange dies nicht geschieht, werden wir nicht aufhören unsere Rechte einzufordern“, so Kokom Komalawati weiter.

Bislang keine Einsicht bei Adidas

Die Region Panarub hat eine lange Geschichte von Arbeitsrechtsverletzungen. Seit 2000 sind bereits fünf Fabriken in Arbeitsrechtsverletzungen verwickelt gewesen. Dazu gehören Verletzungen des Rechts auf Versammlungsfreiheit und die Zahlung zu niedriger Löhne. PT Panarub Dwikarya Benoa ist eine Fabrik der PT Panarub Group, die ihren Sitz in Benoa Kota Tangerang, in der Banten Provinz hat. Die PT Panarub Group produziert Sportschuhe für Adidas und Mizuno. Jede der fünf Fabriken, in denen es zu Arbeitsrechtsverletzungen kam, produzierte für Adidas. Dabei ist Adidas − im Unterschied zu Mizuno – Unterzeichner des Freedom of Association Protokoll (FOA Protocol) in Indonesien, worin Adidas zusichert, das Recht auf Versammlungsfreiheit in allen Zulieferbetrieben zu schützen und zu gewährleisten. In dem Fall von PT Panarub müsste Adidas seinen Zulieferer dazu drängen, dem FOA-Protokoll Folge zu leisten und es den ArbeiterInnen ermöglichen, sich zu organisieren. Weder Adidas noch Mizuno haben sich in den vergangenen Jahren einsichtig oder kooperativ gezeigt, was den ArbeiterInnen keine andere Wahl ließ als ihren Kampf fortzuführen. Viele der gekündigten ArbeiterInnen waren bereits seit mehreren Jahren für das Unternehmen tätig, einige sogar seit über zehn Jahren. Sowohl nach indonesischem Recht als auch nach internationalen Abkommen, und nicht zuletzt dem FOA-Protokoll, müssen Adidas und Mizuno zu einer schnellstmöglichen Lösung dieses Konflikts beitragen.
Quelle: Südwind-Institut, Fotos: inkota und swedwatch.org

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