Dienstag, 23. Juni 2015

Faire Biketour, Teil 6: Am Rhein entlang zur Moselmündung



„Fair einkaufen-aber wie?“-Autor Frank Herrmann berichtet in unregelmäßigen Abständen von den Eindrücken und Erlebnissen auf seiner „Fairen Biketour 2015“

Das Wetter hatte sich nach dem heftigen Gewitterguss in Oestrich-Winkel (der, wie ich später hörte, gleichzeitig das am gegenüberliegende Rheinufer gelegene Bingen unter Wasser setzte) wieder beruhigt. Mit angenehmen Rückenwind fuhr ich die Kurzetappe zurück am Wiesbadener Ufer bis nach Mainz, wo ich die Seite wechselte und kurze Zeit später meinen Zielort Nackenheim erreichte, wo meine Schwester wohnt. Sie feierte am Abend zusammen mit meinem Schwager Ihren „100sten“ Geburtstag in einer wunderschönen Location und bei bestem Wetter. Ich hatte dann die Ehre beide plus viele Blumen und Geschenke um 3.30 Uhr morgens zurück nach Hause zu fahren (ausnahmsweise mal mit dem Auto). Der nächste Tag diente der Regeneration. Ich verbrachte einen Teil des Tages mit einem Freund und seinen Kindern an einem Baggersee in der Umgebung. 

Mäuseturm nicht zu sehen

Um von Nackenheim nach Bingen zu gelangen, folgte ich nicht dem Rhein (um nicht durch das langgezogene Mainz radeln zu müssen, sondern wählte die wellige, aber landschaftlich reizvolle Route durch die Weinberge. In Ingelheim stieß ich dann wieder auf den Vater aller deutschen Flüsse. Nur wenige Kilometer rheinaufwärts, erreichte ich Bingen mit dem berühmten Mäuseturm, den momentan leider ein Gerüst komplett versteckt. Abends stand in der Fairtrade-Town Bingen mal zur Abwechslung ein Vortrag zum Thema Faire Mode auf dem Programm. Von Vertretern der Stadt bekam ich danach ein schickes weißes Badetuch geschenkt, natürlich aus fairer Baumwolle. Das  wird  mir hoffentlich im anstehenden Sommer gute Dienste leisten.

Hier muss man mal geradelt sein

Ein echter Leckerbissen für alle Radwanderer ist das Stück des Mittelrheins zwischen Bingen und Koblenz. Die Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal ist seit 2002 sogar UNESCO-Welterbe. Zahlreiche Burgen, Schlösser und Festungen erheben sich auf beiden Seiten des Rheins, überragen Weinberge und kleine, historische Orte. Selbst den einen oder anderen Sandstrand hat die gegend zu bieten. Auf dem Wasser herrscht reger Bootsverkehr. Neben der Binnenschifffahrt sind jede Menge Ausflugsboote und Kreuzfahrtschiffe unterwegs. Rund um einen von Deutschlands bekanntesten Felsen, der Loreley bei St. Goar steigt auch die Wohnmobil- und Fernreisebusdichte deutlich an. Leider spielte das Wetter auf dieser reizvollen Etappe nicht ganz mit. Es regnete zwar nicht, aber die Sonne hatte Mühe sich durch die milchigen Wolken zu kämpfen und beständiger kühler Gegenwind machte das Radeln nicht gerade angenehm. Nach einem kurzen Abstecher zum Deutschen Eck in Koblenz (Mündung der Mosel in den Rhein) fuhr ich zu meiner Gastgeberin, deren Haus bereits an der Mosel liegt. Abends stand ein Vortrag in der Katholischen Hochschulgemeinde zum Thema Faire Mode an, dem ein geselliges Grillen mit Mitgliedern des Weltladens im schönen Garten der KHG folgte.
Fortsetzung folgt ...






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