Montag, 13. April 2015

Saubere Mode: Aldi will Kleidung und Schuhe giftfrei produzieren



Im Oktober 2014 hat Greenpeace gefährliche Chemikalien in Textilien mehrerer Discounter nachgewiesen. Bereits zwei Tage später verkündete Tchibo, die Produktion zu entgiften. Auch Rewe und Lidl schlossen sich 2014 an. Nun erklärt Aldi, in Zukunft giftfrei produzieren zu lassen. Ein großer Erfolg für alle Verbraucher und die Menschen in den Produktionsländern! Denn die Abwässer der Textilfabriken verunreinigen Gewässer weltweit. In den asiatischen Herstellungsländern ist das Problem besonders gravierend. In China sind etwa zwei Drittel der Gewässer mit gefährlichen Chemikalien belastet, vor allem aus der Textilindustrie.

Bis 2016 giftfreie Produktion

Mit dem Textilgeschäft setzt Aldi jährlich etwa 2,5 Milliarden Euro um – das sind knapp zehn Prozent des Gesamtumsatzes von 27,5 Milliarden Euro. Nun will Aldi gefährliche Schadstoffe wie Alkylphenolethoxylate (APEO) bis Ende Juni 2016 verbannen. Diese sind in der herkömmlichen Textilindustrie weit verbreitet. Die Abbauprodukte von APEOs sind hochgiftig für Wasserorganismen. Per- und polyfluorierte Chemikalien, die das Immunsystem und die Fortpflanzung schädigen können, sollen bis spätestens Ende 2016 aus Textilien verschwinden. Aldi will außerdem über das Abwasserproblem aufklären: Damit sich die Bevölkerung im Umfeld der Fabriken über die Chemikalien in den Gewässern informieren kann, sollen 80 Prozent der Aldi-Lieferanten ihre Abwasserdaten bis Ende März 2016 offenlegen. Die Verpflichtung bezieht sich auf das gesamte eigene Sortiment an Textilien und Schuhen. Außerdem umfasst die Zusage alle Heimtextilien wie Handtücher oder Bettwäsche. Bis Ende Juni 2016 will Aldi sogar ein Programm für „nachhaltigen Konsum“ aufsetzen.

Immer mehr Textilunternehmen machen mit

Gemeinsam mit Verbrauchern verändert Greenpeace die Branche: Die Textilherstellung der Discounter schwenkt insgesamt auf einen sauberen Kurs um. Tchibo will sogar ein Rücknahme- und Recycling-Programm einführen. Dies ist umso bedeutender angesichts des rasant wachsenden Textilgeschäfts der Discounter. Bereits 24 international führende Modeunternehmen und sechs italienische Zulieferer haben sich gegenüber Greenpeace verpflichtet, ihre Produktion bis 2020 zu entgiften.
Quelle: Greenpeace

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