Mittwoch, 4. Februar 2015

Fairtrade-Prämien: Mehr Selbstbestimmung auf Kenias Rosenfarmen



2014 wurde der neue Fairtrade-Standard für lohnabhängig Beschäftigte eingeführt, der auf den Prinzipien der bestehenden Fairtrade-Strategie für Arbeiterrechte basiert und verstärkt auf die Alltagsrealität der Fairtrade-Arbeiter ausgerichtet ist. Neu ist hierbei auch, dass die Arbeiter die alleinige Entscheidungsbefugnis über die Fairtrade-Prämie haben. Je nach Bedarf können die Arbeiter bis zu 20 Prozent der Fairtrade-Prämie als Geld- oder Sachbonus zu gleichen Teilen untereinander verteilen.

Prämienschwerpunkte Bildung, Darlehen und Wasserversorgung
 
Bei Harvest Limited Athi River in Kenia wird ein Teil der Fairtrade-Prämie bedarfsorientiert direkt an die Beschäftigten ausbezahlt. Mehr als 50 Prozent der Arbeiter haben das Geld als individuelle Stipendien für die Bildung ihrer Kinder verwendet. Der Mädchenanteil in der Mittelschule konnte um 60 Prozent gesteigert werden. Bei Mount Meru Flowers wurden mithilfe der Fairtrade-Prämie zahlreiche Projekte wie zur kommunalen Trinkwasserversorgung oder zinslose Darlehen für Mitarbeiter umgesetzt. Da die Löhne auch auf Fairtrade-Farmen nicht immer ausreichend sind, ist das zusätzliche Aus- und Fortbildungsangebot insbesondere für Frauen von großer Bedeutung, um mit neuen Kompetenzen ein Zusatzeinkommen generieren zu können.

Arbeitnehmervertretungen gestärkt

So konnte die ehemalige Glashausarbeiterin Wedness Nasro einen Computer- und Sektretariatskurs bei Mount Meru absolvieren und wurde danach vom Geschäftsführer als Sekretärin und Assistentin angestellt. Viele Arbeitnehmervertretungen haben zudem einen Teil der Prämiengelder in die Stärkung ihrer eigenen Organisationen investiert. Für gemeinschaftliche Projekte, wie die Unterstützung lokaler Schulen oder medizinische Dienstleistungen, wurden 25 Prozent der Prämien aufgewendet.
Quelle: Fairtrade Österreich, Bild 2 Fairtrade Deutschland

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