Mittwoch, 24. Dezember 2014

Bali – maritimes Ökosystem in Gefahr



Bali ist bei Touristen aus aller Welt wegen seiner zauberhaften Natur und seiner einmaligen Kultur berühmt. Jetzt plant das Unternehmen Tirta Wachana Bali International (TWBI), 838 Hektar der Benoa Bay für künstliche Inseln zuzuschütten. Das Projekt würde Mangroven, Korallen und Seegraswiesen schädigen, den Wasserstand in der Bucht anheben und tiefliegende Siedlungen überfluten. 838 Hektar sollen dem Meer abgetrotzt werden. Das maritime Ökosystem der Bucht aus Mangroven, Korallenriffen und Seegraswiesen ist dadurch in Gefahr, warnen Umweltschützer. Bis zu zehn Quadratkilometer Mangroven werden durch das Projekt zerstört. Eine dichte Schicht aus feinem Sediment legt sich über Korallen und schädigt sie. Werden Dreiviertel der Benoa Bay in Bauland verwandelt, verdrängt das 7,9 Millionen Kubikmeter Wasser. Der Wasserspiegel in der Bucht, in die vier Flüsse münden, steigt um 1,6 Meter.

Hoteliers und Bauern streiten um Wasser

Einheimische fürchten bereits heute den Ausverkauf ihrer Heimat. Wasser ist auf der Insel schon knapp geworden. Urlaubsgäste verbrauchen das Wasser, das Bauern dringend für ihre Felder benötigen. Derzeit stehen auf Bali 80.000 Hotelbetten, mindestens 67 weitere Hotels sind in Bau. Es gibt kaum noch Flächen, die sich von Reisäckern in Touristenanlagen umwandeln lassen. Das dürfte einer der Gründe sein, warum die Firma Tirta Wachana Bali International (TWBI) die künstlichen Inseln aufschütten will. Eine schwer nachvollziehbare Rolle spielen Balis Gouverneur I Made Mangku Pastika und Gutachter der Udayan-University. Mehrfach haben sie ihre Einschätzung geändert, ob das Projekt genehmigt werden kann. Der Schutzstatus der Bucht wurde bereits verwässert. Die Benoa Bay ist längst kein unberührtes Paradies mehr. Für den Airport und Hafenanlagen wurde bereits künstlich Land gewonnen. 2013 wurde die mehrspurige „Mandana Toll Road“ eingeweiht, die auf Stelzen quer durch die Bucht führt. Umweltschützer, Künstler, Fischer und Einheimische kämpfen gegen das Inselbau-Projekt. Sie fordern von Balis Gouverneur I Made Mangku Pastika, das Projekt sofort zu stoppen und den Schutzstatus der Bucht zu stärken.
Quelle: Rettet den Regenwald, Foto: flickr/Ilse Reijs and Jan-Noud Hutten (CC BY 2.0)

 

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